60 Minuten volle Leidenschaft

VN / 27.01.2026 • 14:30 Uhr
Vinzenz Spiegel ist Masterstudent für Sport und Geschichte, Spieler, Trainer, Camp-Leiter und Social-Media-Verantwortlicher – der Handball prägt seinen Alltag in vielen Rollen. @privat
Vinzenz Spiegel ist Masterstudent für Sport und Geschichte, Spieler, Trainer, Camp-Leiter und Social-Media-Verantwortlicher – der Handball prägt seinen Alltag in vielen Rollen. Spiegel

Warum Vinzenz Spiegel (27) aus Dornbirn im Handball mehr sieht als nur Sport.

Dornbirn Unter der Woche Innsbruck, am Wochenende Dornbirn – und dazwischen so viele Trainings, Spiele und Termine wie möglich. Vinzenz Spiegel (27) lebt derzeit zwischen Hörsaal, Sporthalle und Zugabteil.

Handball ist für ihn mehr als Wettkampf – er lebt die Intensität und den Teamgeist dieses Sports. @Gerhard Bildstein
Handball ist für ihn mehr als Wettkampf – er lebt die Intensität und den Teamgeist dieses Sports. Gerhard Bildstein

Der Lehramtsstudent für Sport und Geschichte pendelt regelmäßig zwischen seinem Studienort Innsbruck und seiner Heimat Dornbirn. Auch am Wochenende des 14. Februar wird er wieder unterwegs sein – denn am Valentinstag steht mit dem traditionellen Handballerball eines der gesellschaftlichen Highlights des TS Dornbirn Handball an. Der Ball in der Hatler Turnhalle gilt seit Jahrzehnten als fixer Treffpunkt für Faschingsfreunde, Partybegeisterte und die heimische Handballszene.

„Es geht nicht nur um Training oder Spiele, sondern um Gemeinschaft, Zusammenhalt und das Gefühl, Teil von etwas zu sein.“
„Es geht nicht nur um Training oder Spiele, sondern um Gemeinschaft, Zusammenhalt und das Gefühl, Teil von etwas zu sein.“

Handball ist die große Konstante in Vinzenz Spiegels Leben. Sport begleitet ihn seit seiner Kindheit – er durfte viele verschiedene Sportarten ausprobieren. Zwar begann er mit Handball vergleichsweise spät, erst mit 14 Jahren, doch dieser Sport ließ ihn nicht mehr los. „Diese Intensität und dieses schnelle, körperbetonte Spiel haben mich sofort gepackt“, sagt er. Geprägt wurde er vor allem von seinem Vater, der selbst Spieler und Trainer bei der TS Dornbirn (TSD) war, ebenso von seinen Jugendtrainern David Köb, Elmar Huber und Tamer Akkurt, die früh an ihn glaubten. Seine größten Vorbilder aber seien seine Eltern: bodenständig, verlässlich, mit viel Einsatz – Werte, die ihn bis heute begleiten.

Einsatz, Tempo und Körperkontakt: Auf dem Feld findet Vinzenz Spiegel genau das, was ihn am Handball fasziniert.
Einsatz, Tempo und Körperkontakt: Auf dem Feld findet Vinzenz Spiegel genau das, was ihn am Handball fasziniert.

Voller Terminkalender

Heute ist Spiegel nicht nur Spieler bei der TSD, sondern auch Trainer, Social-Media-Verantwortlicher und Leiter des vereinseigenen Sommer-Handballcamps. Was ihn daran reizt: die Möglichkeit, ständig Neues zu lernen und aktiv mitzugestalten. Besonders stolz ist er auf die Entwicklung des Handballcamps, das in wenigen Jahren von einer kleinen Gruppe auf über 80 Kinder angewachsen ist. „Diese Entwicklung miterleben zu dürfen, ist unglaublich motivierend.“

Volle Konzentration auf dem Spielfeld: In diesen 60 Minuten zählt für Vinzenz Spiegel nur das Spiel und das Team.
Volle Konzentration auf dem Spielfeld: In diesen 60 Minuten zählt für Vinzenz Spiegel nur das Spiel und das Team.

Seine Wochen sind eng getaktet. In Innsbruck besucht Vinzenz Spiegel Seminare und Vorlesungen, trainiert und betreut unter anderem eine von ihm mitgegründete USI-Damenmannschaft (Universitäts-Sportinstitut Innsbruck). Am Donnerstag Training mit der Damenmannschaft, am Freitag geht es zurück nach Vorarlberg, abends Abschlusstraining mit der TS Dornbirn, am Wochenende Spiele – oft auch auswärts in Deutschland. Sonntagabend oder Montagfrüh sitzt er wieder im Zug Richtung Tirol.

Nachwuchsarbeit mit Leidenschaft: Beim Handball-Sommercamp der TS Dornbirn gibt Vinzenz Spiegel seine Begeisterung an Kinder und Jugendliche weiter.
Nachwuchsarbeit mit Leidenschaft: Beim Handball-Sommercamp der TS Dornbirn gibt Vinzenz Spiegel seine Begeisterung an Kinder und Jugendliche weiter.

Gemeinsames Ziel

Dass diese Doppelbelastung manchmal anstrengend ist, gibt Spiegel offen zu. „Ganz ehrlich: Es ist manchmal ziemlich kräftezehrend.“ Trotzdem investiert er so viel Zeit, weil ihn das Vereinsleben begeistert. „Es geht nicht nur um Training oder Spiele, sondern um Gemeinschaft, Zusammenhalt und das Gefühl, Teil von etwas zu sein.“

Ob im Training, im Spiel oder in der Organisation: Vinzenz Spiegel engagiert sich mit viel Herzblut für „seinen“ Sport und den Verein.
Ob im Training, im Spiel oder in der Organisation: Vinzenz Spiegel engagiert sich mit viel Herzblut für „seinen“ Sport und den Verein.

Abseits des Sports beschreibt er sich als bodenständig, offen und zuverlässig – mit viel Leidenschaft, manchmal vielleicht sogar zu viel. In der handballfreien Zeit geht er gern biken, reist oder greift zur Gitarre. Langfristig sieht er sich als Lehrer in Vorarlberg. Nicht nur als Wissensvermittler, sondern als Begleiter. „Im Sport möchte ich positive Erfahrungen mitgeben, in Geschichte zeigen, dass es nicht um reines Faktenwissen, sondern um Zusammenhänge geht – und ums Hinterfragen.“

Auch in Innsbruck ist Handball fixer Bestandteil seines Alltags – als Mitgründer und Trainer einer USI-Damenmannschaft.
Auch in Innsbruck ist Handball fixer Bestandteil seines Alltags – als Mitgründer und Trainer einer USI-Damenmannschaft.

Was ihm Handball gibt, könne ihm kein anderer Lebensbereich in dieser Intensität geben: „In diesen 60 Minuten gibt es nur das Spiel und das Team. Alles andere tritt komplett in den Hintergrund.“ Genau dieses völlige Aufgehen in einer Sache ist es, was Vinzenz Spiegel antreibt – in der Halle, im Studium und im Vereinsleben. LCF

Zur Person

Vinzenz Spiegel

Geboren 23. Juli 1998

Wohnort Dornbirn/Innsbruck

Studium Masterstudium für Lehramt Geschichte und Sport Sekundarstufe

Hobbys Handball, Biken, Fitness

Lebensmotto „Goht ned, gibt’s ned!“