„Ich möchte hierbleiben“

Pre-Playoff-Chance für Pioneers ist praktisch dahin, Coach Nygård möchte bleiben.
Schwarzach Es war eine lange und frustrierende Rückreise für die Pioneers Vorarlberg. Über 20 Stunden verbrachte der Tross in den letzten Tagen im Bus, im Gepäck: null Punkte aus den knappen Partien gegen Graz und Wien. Mit einer bitteren 0:1-Niederlage bei den Vienna Capitals verabschiedeten sich die Feldkircher in die Olympiapause. Doch während die Chancen auf die Pre-Playoffs auf ein theoretisches Minimum schrumpften, sendete Headcoach Johannes Nygård ein klares Signal: Der Finne will in Feldkirch bleiben.

Der Auftritt in der Steffl Arena am Samstagabend war symptomatisch für die aktuelle Phase. Die Pioneers hielten defensiv gut dagegen und konnten sich auf einen starken David Madlener im Tor verlassen. Doch vorn drückte der Schuh gewaltig. „Wir haben gut verteidigt und gut mitgehalten. Aber offensiv fehlte uns der letzte Punch“, analysierte Nygård die magere Ausbeute des Wochenendes. Die Entscheidung fiel erneut zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. 15 Sekunden vor der zweiten Pause vertändelten die Gäste die Scheibe hinter dem eigenen Tor, der Puck landete glücklich bei Carter Souch, der das Goldtor für die Wiener erzielte.

Klares Bekenntnis zu den Pioneers
Nun steht die Liga gute zwei Wochen still – Zeit zum Durchatmen. Nygård verordnete seinem Team eine fünftägige Pause. „Die Spieler brauchen das jedoch“, so der 31-Jährige. Doch im Kopf ist Nygård längst bei der Arbeit. Während die Saison für die Pioneers auf die Zielgerade einbiegt, laufen im Hintergrund die Planungen für die nächste Spielzeit. Auf die Frage, ob er seine Arbeit in Feldkirch als unvollendet ansehe, antwortete der jüngste Trainer der Liga ohne Zögern: „Ja, zu 100 Prozent. Ich würde gerne weitermachen.“ Nygård bestätigte, dass Gespräche über seine Zukunft bereits laufen. Sein Hauptargument ist Kontinuität: „Wir haben gesehen, wie schwer es ist, jedes Jahr mit einem fast komplett neuen Kader den nächsten Schritt zu machen. Entwicklung beginnt nicht erst im August, sondern jetzt.“

Dass die Pioneers trotz des enttäuschenden Tabellenplatzes auf dem richtigen Weg sind, macht der Trainer an der Entwicklung der Einzelspieler fest. Er hob dabei nicht nur junge Talente hervor, sondern auch gestandene Akteure. „Oskar Maier spielt erstmals eine Top-Six-Rolle und liefert offensiv ab. Marlon Tschofen hat sich zu einem starken Two-Way-Center entwickelt. Kapitän Kevin Macierzynski und Ramon Schnetzer punkteten so oft wie schon lange nicht mehr“, lobte der Coach. „Für ein Team mit unserem Budget ist das entscheidend.“ Nach der Pause fordert Nygård trotz des großen Rückstands auf Platz zehn vollen Einsatz. Wenn es am 18. Februar gegen die Black Wings Linz weitergeht, zählt für ihn nur die Professionalität: „Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen. Das ist unsere Pflicht.“ Ob auch Leistungsträger wie Casey Dornbach, Roberts Bukarts oder Collin Adams die letzten sechs Saisonspiele noch bestreiten werden, wollte Nygård hingegen nicht kommentieren – das sei eine Frage für das Management.