VN-Exklusiv: Beschuldigter in der “Causa Altach” hatte auch Interesse an Kindern

VN / 03.02.2026 • 10:57 Uhr
VN-Exklusiv: Beschuldigter in der "Causa Altach" hatte auch Interesse an Kindern
paulitschRechtsanwältin Olivia Lerch vertritt zwei betroffene Spielerinnen, die vom ehemaligen Funktionär des SCR Altach heimlich gefilmt wurden.

Film- und Fotoaufnahmen durch den Ex-Funktionär des SCR Altach von Spielerinnen in den Kabinen stellen nur die Spitze des Eisbergs dar.

Feldkirch Der Schweizer hatte einst das Vertrauen der Frauenmannschaft. Doch nun hat er alles verspielt. Heimliche Filmaufnahmen in den Umkleideräumen der Spielerinnen bescheren dem Mann einen Strafprozess. Tatsächlich handelt es sich im Verfahren laut Strafantrag der Staatsanwaltschaft Feldkirch um weit mehr als Fotos und Filmaufnahmen in Duschen und Kabinen.

Aufnahmen im Fitnessstudio

Sogar in einem externen Fitnessstudio, wo viele Sportlerinnen hingingen, sollen heimliche Aufnahmen entstanden sein. Daneben geht es auch um „Kinderpornografie“, die der Verheiratete laut Strafantrag über elf Jahre lang konsumiert haben soll. Häufig kommt dabei die Behauptung „zufällig“ oder „aus Versehen“ aufs Tapet, doch IT-Experten können sowohl Häufigkeit als auch Verweildauer bei derartigen “Treffpunkten” überprüfen.

Internet als Quelle

Insgesamt soll der Mann knapp 60 Bild- und Videodateien von Personen unter 14 Jahren heruntergeladen haben. Zudem an die 130 Dateien mit Jugendlichen über 14 Jahren. Im Falle des Angeklagten, der eine leitende Funktion beim SCR Altach innehatte, erstreckt sich der angeklagte Tatzeitraum, was Pornos aus dem Internet betrifft, von Frühling 2014 bis Herbst 2025.

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Auf den Bildern und Filmen sind unfreiwillige Darsteller in einschlägigen Posen und bei unterschiedlichen geschlechtlichen Handlungen zu sehen. Genitalien sind dabei fokussiert dargestellt. „Diese Daten wurden von ihm auch auf verschiedenen Geräten gespeichert“, so die Anklagebehörde.

Opfer überrascht

„Die Fußballerinnen haben zum Großteil erst vor Kurzem erfahren, dass Anklage gegen den Beschuldigten erhoben wurde“, so Rechtsanwältin Olivia Lerch, die zwei der betroffenen Opfer vor Gericht vertritt. Lerch, selbst passionierter Fußballfan und Funktionärin, weiß um die Situation der Spielerinnen. „Sie sind Fußballprofis, das ist ihr Job, sie verdienen ihr Geld damit. Und jetzt wissen sie nicht, wo diese ganzen intimen Bilder herumgeistern und wer sie alle gesehen hat“, so Lerch weiter.

Schlafstörungen

Die Sportlerinnen würden unter Schlafstörungen leiden und könnten niemandem mehr vertrauen. Die Enthüllungen um jenen Mann, der für sie einst Vertrauensperson war, schockieren und verunsichern sie. Das Einzelrichter-Verfahren bei Richterin Franziska Klammer am 23. Februar am Landesgericht Feldkirch ist für eineinhalb Stunden anberaumt. Allzu dick ist der Akt nicht. Im Strafantrag sind 14 Frauen als Opfer aufgezählt, die Dunkelziffer ist vermutlich höher.  Die jüngste unfreiwillig fotografierte, beziehungsweise gefilmte Spielerin ist Jahrgang 2007, die Älteste Jahrgang 1995. Heimliche Aufnahmen entstanden laut Strafantrag von 2018 bis 2025. Einige weitere betroffene Spielerinnen werden von einer Liechtensteiner Kanzlei vertreten.