Von der Ästhetik zu Tisch

Ästhetik am Esstisch: Patsy Grabher-Fenkart bringt Farbe ins Porzellan.
Lustenau „Ästhetik ist am Esstisch angekommen. Es gibt nichts Langweiligeres, als von weißen Tellern zu essen“, sagt Patsy Grabher-Fenkart lachend. Seit vielen Jahren betreibt sie ihre eigene Porzellan Manufaktur in Lustenau. Hier werden Liebhaber schöner Tischkultur fündig: Hochwertige Teller, Tassen und Schalen, allesamt in selbstgemischten gedämpften Pastell- und Erdtönen, werden in ihrem Atelier präsentiert. Jedes Stück ist ein Unikat, das in aufwendiger Handarbeit gefertigt wird.

Atelier in ehemaliger Stickerei
„Etwas Eigenes zu erschaffen und zu sehen, dass es anderen gefällt, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl“, erzählt Patsy in ihrem Atelier, das eine ehemalige Stickereiexport-Firma war. Sie studierte Produktdesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Was sie später mit dem Studium machen würde, war ihr damals noch nicht klar. „Es war ein wunderbar kreatives Studium“, erinnert sie sich. Zunächst glaubte sie nicht, in Vorarlberg eine Anstellung zu finden. Doch schnell konnte sie mit ihrem Sinn für Ästhetik Fuß fassen. Patsy gründete ein Kinderbekleidungslabel, arbeitete in einer Werbeagentur und war viele Jahre für das Styling des Sutterlüty-Magazins mitverantwortlich. Als Prop-Stylistin arrangierte sie gekonnt Requisiten für Magazin-Fotos. Sie betreute eine Do-it-yourself-Serie und eine Kochserie, bei der sie das Essen der Köche in ein besonders ästhetisches Umfeld setzte. „Das Auge isst mit. Wenn das Essen nicht nur gut schmeckt, sondern auch auf besonderen Tellern präsentiert wird, ergibt es ein wunderschönes Gesamtbild“, weiß sie aus Erfahrung.

Qualität durch Sorgfalt und Handarbeit
Bis ein Teller im Patsy Atelier fertig ist, sind rund 25 Arbeitsschritte nötig. „Ich muss immer dabei sein. Es ist wie beim Kochen: Wenn man nicht aufmerksam ist, gelingt es am Ende nicht.” Porzellan ist für sie ein faszinierendes Material, aus dem sie hochwertige Einzelstücke in limitierter Auflage fertigt. „Ich verwende Limoges-Porzellan, weil es nicht reinweiß, sondern ein weicheres Weiß hat.“ Auch die Farben werden von ihr per Hand gemischt und sorgfältig dokumentiert. „Ich mag pastellige, gedämpfte Farbtöne. Meine Produkte lassen sich beliebig kombinieren. Kaum jemand kauft bei mir ein Service in nur einer Farbe. Teller, Tassen, Schälchen, sie alle können in unterschiedlichen Tönen gekauft und gemeinsam arrangiert werden.“ Jedes Stück ist ein Unikat, denn kleine Unterschiede in Farbe und Struktur machen den Reiz aus. „Das macht meine Arbeit so spannend“, sagt sie. Ihr Markenzeichen: außen sind ihre Stücke matt unglasiert, innen glänzend transparent glasiert. Selbstverständlich Handarbeit by Patsy.

Die Schönheit der Farbe „Caviar“
Ihr persönlicher Favorit ist der Farbton „Caviar“, ein dunkles Grau. „Ich finde, auf dieser Farbe kommen alle Speisen besonders gut zur Geltung“, sagt Patsy. Doch nicht nur dieser Ton überzeugt: Besucherinnen und Besucher haben die Qual der Wahl und können bei ihr aus einer Vielzahl an Produkten und Farben wählen.
Zur Person
Patsy Grabher-Fenkart
Geboren 26.11.1968
Wohnort Lustenau
Familie Verheiratet, eine Tochter
Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien