Bezau und Egg mischen um Baukulturpreis mit
Egg punktet beim Wettbewerb von LandLuft – “Nutzen, was da ist” u. a. mit der innovativen Nachnutzung des Areals des alten Postgebäudes, das durch das Posthus ersetzt wurde. Peter Strauss
Bezau, Egg Seit 2009 zeichnet “LandLuft” – Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen – erfolgreiche Bemühungen um die Ortsbildgestaltung aus. Die fünfte Auflage dieses Preises steht unter dem Motto “Nutzen, was da ist!” und stellt die vorbildliche Weiterentwicklung bestehender Gebäude, Flächen und Strukturen in den Fokus. Ausgezeichnet werden Kommunen, die durch eine herausragende Umbaukultur und Kreativität diese Kriterien besonders gut umsetzen.
Zwei von 14 Kandidaten
Bei “LandLuft” wurden für den Preis 44 Einreichungen vorgelegt, 14 Gemeinden aus sieben Bundesländern wurden für die zweite Runde eingeladen, zwei dieser 14 Kandidaten kommen aus dem Ländle: Bezau und Egg.
In dieser zweiten Runde wird den nominierten Gemeinden am 10. April Gelegenheit geboten, bei einem Hearing in Trofaiach ihre Einreichungsunterlagen zu vertiefen und zu ergänzen. Im Vorfeld dieses Hearings betont LandLuft die hohe Qualität der Einreichungen: “Die 14 nominierten Gemeinden zeigen, wie vielfältig der verantwortungsvolle Umgang mit Bestand sein kann – vom denkmalgeschützten Bürgerhaus über ehemalige Wirtshäuser, alte Kinos und leerstehende Bankfilialen im Ortszentrum bis hin zu neu aktivierten Freiräumen.”
Anneke Essl, Geschäftsführerin von LandLuft, betont: “Die hochwertigen Einreichungen machen deutlich, wie viel Engagement und Mut Gemeinden im Umgang mit Bestand und der Gestaltung ihrer Ortskerne haben. Die Wahl der Nominierten hat sich die Jury nicht leicht gemacht. Im nächsten Schritt geht es darum, die Besten der Besten zu küren.”
Zweistufiger Jury-Entscheid
Die Auswahl der Nominierten erfolgte durch die zehnköpfige Jury aus unterschiedlichen Disziplinen. Nach einer ersten Sichtung und Vorbewertung aller Einreichungen durch dieses Gremium entschied eine vierköpfige Jury über die definitiven Nominierungen.
Bezau überzeugte u. a. mit der ressourcenschonenden Lösung durch die Rochade Lernhaus/Rathaus. Anstelle des abgerissenen Rathauses wurde die neue Schule erstellt, das Rathaus wechselt 2027 in die adaptierte alte Volksschule (links im Hintergrund).
Zur Jury unter Vorsitz von Katja Fischer, geschäftsführende Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen, gehören Fachleute aus Baukultur, Architektur, Raum- und Landschaftsplanung, Nachhaltigkeit sowie Vertreter von Gemeinde- und Städtebund.
Entscheidend dafür war ein vorbildhafter Umgang mit Bestand und lokaler Identität, hohe Qualität in Gestaltung und Umsetzung sowie Innenentwicklung und Ressourcenschonung. Zentrale Kriterien sind zudem die kreative Umnutzung von Leerstand, die Wiederverwendung von Materialien und die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten, durch die lokale Ressourcen – materielle wie soziale – wirksam aktiviert werden.
Preisverleihung und Präsentation
Die feierliche Preisverleihung findet am 19. November 2026 in Wien statt. Dabei werden die Preisträgerinnen sowie die Anerkennungen vorgestellt. Gleichzeitig erscheinen die begleitende Publikation und die Wanderausstellung “Nutzen, was da ist!”, die im Anschluss durch Österreich tourt.
Bezau und Egg hoffen, dass sie bei den Preisträgern dabei sind und die Wanderausstellung auch diesmal wieder in Vorarlberg und im Bregenzerwald Station macht.
Vorarlberg in der ersten Reihe
Es wäre ein Déjà-vu, denn Wettbewerbsteilnehmer aus Vorarlberg konnten sich in der Vergangenheit überaus erfolgreich schlagen und stellten bei allen bisherigen Austragungen Preisträger.
Bei der vierten Auflage standen Feldkirch und Göfis neben Thalgau und Mödling auf dem Podest. Nominiert waren weiters Andelsbuch und Nenzing, die es aber nicht in die Endrunde schafften.
Zuvor konnten sich Krumbach und Lustenau (2016) in die Siegerliste eintragen, Lauterach schaffte es 2012 und bei der Premiere 2009 gab es den Preis für Zwischenwasser. STP