Ein “Guata Lada” eröffnete in Haselstauden

In Dornbirn hat der dritte Standort des Sozialgeschäfts “Min-Guata-Lada” eröffnet.
Dornbirn Das Angebot steht einem herkömmlichen Supermarkt in nichts nach: Frisches Obst und Gemüse, Backwaren, Milchprodukte, Tiefkühlkost, Babynahrung und sogar ein kleines Nonfood-Sortiment mit Hygieneartikeln oder Secondhandkleidung – all das findet sich im neuen “Min-Guata-Lada” in Dornbirn-Haselstauden. Der Unterschied liegt im Preis: Die Waren kosten hier rund 70 Prozent weniger als im regulären Handel. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, soll hier würdevoll einkaufen können – ohne Stress, mit Auswahl und zu Preisen, die den Alltag erleichtern.

Nach Bludenz und Feldkirch-Tosters wurde in der Mitteldorfgasse 1–1a in Dornbirn-Haselstauden die dritte Filiale des Sozialmarkts in Vorarlberg eröffnet. “Dabei wird es auch bleiben, somit ist das Ländle gut abgedeckt”, sagt Initiator und “Tischlein deck dich”-Obmann Elmar Stüttler. Das Angebot soll einkommensschwache Menschen unterstützen – etwa Pensionistinnen und Pensionisten, Alleinerziehende, Studierende oder Menschen mit Handicap.

Hilfe, die ankommt
Der Verein “Tischlein deck dich” organisiert die Versorgung der Läden mit Lebensmitteln, die im regulären Handel nicht mehr verkauft werden dürfen – etwa wegen Überproduktion, kleiner Verpackungsfehler oder weil das Mindesthaltbarkeitsdatum bald erreicht ist. “Natürlich sind alle Produkte einwandfrei genießbar”, betont Stüttler. Behörden kontrollieren die Waren regelmäßig.

Anders als bei den wöchentlichen Ausgabestellen von “Tischlein deck dich” funktioniert der “Min-Guata-Lada” wie ein normaler Laden mit festen Öffnungszeiten und echtem Einkaufserlebnis. Der Zugang erfolgt über einen Bezugsschein, der direkt im Geschäft ausgestellt wird und an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden ist. “Bei uns dürfen wirklich nur Menschen einkaufen, die wenig Geld zur Verfügung haben”, erklärt Stüttler. “Es kann jedem passieren, dass man Unterstützung braucht. Niemand muss sich dafür schämen.”

Großes Engagement
Im Geschäft selbst herrscht eine freundliche, beinahe familiäre Atmosphäre. Rund 20 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass Regale gefüllt und Kundinnen und Kunden beraten werden. Kundin Margit Krpata zeigt sich begeistert: “Großartig – hier gibt es viel mehr frische Produkte als in anderen sozialen Läden. Bei den Backwaren wird man sogar bedient, und das Team ist unglaublich hilfsbereit.” Ihre Einkaufstasche war am Ende so voll, dass sie kaum alles verstauen konnte. “Jetzt bin ich fürs Wochenende und weit darüber hinaus versorgt. Die Pilze werde ich gleich kochen, wenn ich nach Hause komme”, meinte sie zufrieden.

Die “Min-Guata-Lada”-Leiterin Judith Freitag betritt mit der Filialleitung in Dornbirn-Haselstauden Neuland. “Es ist das erste Mal, dass ich einen Laden führe. Aber ich wollte die Chance ergreifen und meine eigenen Grenzen überschreiten – und es läuft schon ganz gut”, erzählt sie.

Engagement über Generationen
Besonders freut Elmar Stüttler, dass sein Enkel David Stüttler (22) bereits in seine Fußstapfen tritt. Der junge Vorarlberger leitet derzeit die “Min-Guata-Lada”-Filiale in Bludenz und möchte das Lebenswerk seines Großvaters Schritt für Schritt weiterführen. David war zuvor in der IT-Branche tätig, suchte aber nach mehr Sinn in seiner Arbeit. “IT war mir zu rational und es fehlte mir die menschliche Wärme”, erklärt er. Seit 21 Jahren engagiert sich auch Elmar Stüttlers Frau Margit ehrenamtlich im Verein – “ohne meine Frau geht gar nichts”, betont er.
Geöffnet ist der Sozialmarkt in Dornbirn dienstags, donnerstags und samstags von 8.30 bis 11.30 Uhr sowie mittwochs und freitags von 13.30 bis 16.30 Uhr. LCF












