Kontroverse um TBC: Hegegemeinschaft kritisiert falsche Angaben der Grünen

Wildbestand und Wildfütterungen im Schönenbacher Tal: Jägerschaft fordert faktenbasierte Diskussion.
Egg, Bregenz Beim Thema TBC kochen die Emotionen derzeit wieder hoch. Auch im Landtag war die Tierseuche vor einigen Tagen Thema. Die Hegegemeinschaft 1.5b geht deswegen nun in die Offensive. Stein des Anstoßes ist eine Wortmeldung von Christine Bösch-Vetter, Landwirtschaftssprecherin der Grünen.

Bösch-Vetter präsentierte in der Landtagssitzung Zahlen, die ihr nach eigenen Angaben aus der Bevölkerung zugetragen wurden. Die Hegegemeinschaft kritisiert: „Wesentliche Abläufe und Zahlen zur Thematik wurden unrichtig zitiert“, verweist auf dokumentierte Zahlen und merkt an: „Sollten formale Informationswege als zu aufwendig empfunden werden, steht auch der direkte Austausch mit den zuständigen Hegeobleuten offen.”
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Laut den Einkaufszahlen der Hegegemeinschaft für das Jagdjahr 2025/26 (1. April bis 30. März) wurden 128 Tonnen Heu, 257 Tonnen Mais-/Grassilage und kein Kraftfutter für Rotwild beschafft. Die grüne Landtagsabgeordnete sprach hingegen von 200 Tonnen Heu, 420 Tonnen Mais-/Grassilage und 230 Tonnen Kraftfutter. „Darauf basierende Hochrechnungen zum Wildbestand sind daher nicht belastbar. Auch der wiederkehrende Vorwurf eines Kraftfuttereinsatzes ,wegen Trophäen‘ ist nach den vorliegenden Daten für diese Region nicht belegt“, merkt die Jägerschaft an.

Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch die geografische Einordnung. Es handle sich nämlich nicht um ein einzelnes Jagdgebiet „Bezau-Schönenbach“, sondern um die Wildregion beziehungsweise Hegegemeinschaft 1.5b, die derzeit 20 Jagdgebiete mit einer Gesamtfläche von 9053 Hektar und zehn Fütterungen umfasse. „Bezau und Schönenbach sind Teil dieser Region.“

Zuletzt waren in Vorarlberg vier Höfe in Alberschwende, ein Hof in Großdorf und ein Hof in Dornbirn wegen TBC gesperrt. Die Grünen forderten wiederholt „eine deutliche Reduktion des Wildbestands im Seuchengebiet Schönenbacher Tal“. Eine behördliche Einstufung als Seuchengebiet liege derzeit nicht vor, sagt die Hegegemeinschaft. Im laufenden Jagdjahr wurden demnach rund 500 Stück Schalenwild erlegt, 187 Tiere beprobt und vier positive TBC-Fälle festgestellt. „Dies entspricht einer Prävalenz von rund 2,14 Prozent im untersuchten Probenumfang. Aktuelle behördlich bestätigte Wildzählungen sind gegenwärtig nicht verfügbar. Auf Wunsch der Landesverwaltung wurde die Beprobung durch die Jägerschaft inzwischen eingestellt“, betonen die Verantwortlichen.
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Die maßgeblichen Daten würden jährlich im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Hegegemeinschaft den Jagdpächtern präsentiert und in Kopie an die Bezirkshauptmannschaft als Aufsichtsbehörde übermittelt. „Es ist unverständlich, dass offenbar auf andere Informationsquellen zurückgegriffen wurde“, unterstreicht die Hegegemeinschaft. “Das Ziel muss sein, die TBC-Problematik sachlich, faktenbasiert und im Zusammenwirken von Jägerschaft, Landwirtschaft und Politik zu bearbeiten.“