TBC in Vorarlberg: Nicht nur die Testergebnisse bringen Lichtblicke für das Montafon

Politik / 13.02.2026 • 14:18 Uhr
TBC in Vorarlberg: Nicht nur die Testergebnisse bringen Lichtblicke für das Montafon
Die Ergebnisse der TBC-Testungen des Vorarlberger Alpviehs sind abgeschlossen.VN/Lerch

Nach einer erschreckenden Testsaison im vergangenen Winter liefern die Testergebnisse im Februar 2026 auch positive Anzeichen.

Bregenz Sechs Bauernhöfe wurden diesen Winter wegen TBC-Ansteckungen gesperrt, fünf im Bregenzerwald und einen im Bezirk Dornbirn. Insgesamt wurden 22 Rinder als Verdachtsfälle getötet. In einem der fünf Bregenzerwälder Höfen wurden aufgrund der vielen Infektionen alle 55 Tiere getötet. Zum Vergleich: Vor einem Jahr wurden zwei Menschen mit TBC infiziert. Zehn Höfe waren gesperrt, allein in einem Betrieb wurden 107 Tiere gekeult.

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Die Ergebnisse

Landesweit wurden seit Beginn des Winters insgesamt rund 12.500 Rinder auf TBC getestet, davon wiesen 12 einen positiven bzw. fraglichen PCR-Test auf und wurden diagnostisch getötet. Hinzu kommen besagte 55 Tiere in dem Hof, davon waren 11 diagnostische Tötungen zum Nachweis des Erregers.

Der betroffene Betrieb im Bezirk Dornbirn steht im Zusammenhang mit einer Alpung außerhalb Vorarlbergs. Bei den übrigen gesperrten Betrieben im Bregenzerwald wird erst die genomische Sequenzierung des Erregers mehr Klarheit über die Infektionswege bringen.

Positives im Montafon

Jeder gekeulte Betrieb ist einer zuviel, betont Landesrat Christian Gantner sein Mitgefühl mit jedem Landwirt, der mit TBC konfrontiert wird. Insgesamt sind die Vorzeichen für 2026 jedoch positiv. Schließlich ist es der erste Winter seit einem Jahrzehnt ohne einen geschlossenen Betrieb im Montafon – trotz des Risikogebiets nahe dem Silbertal. Hier ist die Prävalenz unter dem Rotwild seit Jahren weit über dem Durchschnitt.

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Abschlusspläne werden im März verhandelt

Anfang März werden zwischen dem Land und der Jägerschaft die neuen Abschusspläne ausgehandelt. Dabei werden die Ergebnisse der Rindertestungen berücksichtigt, versichert Gantner. Landesweit wurden im noch laufenden Jagdjahr 2025/26 bislang 921 ein- und mehrjährige Stück Rotwild untersucht, davon waren 52 positiv. Die Prävalenz liegt im Bekämpfungsgebiet im Bezirk Bludenz bei 8,2 Prozent und im Bezirk Bregenz bei 2,7 Prozent; sie hat sich damit in beiden Gebieten im Vergleich zum Vorjahr in etwa halbiert.

“Die TBC-Bekämpfung im Rotwildbestand erfordert nicht bloß übliche Jagdmaßnahmen, sondern eine konsequente Seuchenbekämpfung”, betont Gantner und verweist auf die verschärften Maßnahmen in den vergangenen Monaten. “Ich danke all jenen Jagdverantwortlichen und Jägern, die in den vergangenen Wochen und Monaten große Anstrengungen unternommen haben und ihrer Verantwortung in der Seuchenbekämpfung konsequent nachkommen. Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass uns die TBC-Situation über Jahre hinweg begleitet.”

Ein Thema wird dabei Schönenbach bei Bezau sein: Hier ist die Prävalenz unterm Rotwild zwar weit niedriger als im Silbertal, die Ansteckungsgefahr des Alpviehs durch die Topografie jedoch höher. Es sei jedoch weit überzogen, einen Totalabschuss des Rotwilds zu fordern, ließ Landesveterinär Nobert Greber bereits gegenüber dem ORF durchblicken.