Ehrenbürgerschaft und Skipiste für “Gold-Ari”

Beim Jahrhundertfest ließen Hunderte Gratulanten den Saal aus allen Nähten platzen.
Möggers “So viele Gäste hat unser Saal noch nie erlebt”, freute sich Bürgermeister Lukas Greussing darüber, “dass heute mehr Ari-Fans zum Gratulieren gekommen sind, als Möggers Einwohner hat.” So viele, dass nicht nur im Saal und auf der Galerie ein heilloses Gedränge herrschte, sondern immer wieder Gäste des Empfangs kurz ins Foyer oder gar den Vorplatz auswichen, um Luft zu schnappen. Freilich nur kurz, denn man wollte dabei sein, wenn die Olympiasiegerin gefeiert – und besonders ausgezeichnet wird: Die Gemeinde verlieh ihr die Ehrenbürgerschaft, der Skiklub taufte den Hang am Luggi-Leitner-Lift in Ariane-Rädler-Olympiapiste um.

Emotionale Momente
Und gefeiert wurde Ari – so wird sie in Möggers genannt – ausgiebig und herzlich. Es gab an diesem Tag viele emotionale Momente und manchmal waren auch Freudentränen dabei, wenn sie Freundinnen und Freunde seit Kindertagen umarmte. Der Olympiasieg hat sie diesbezüglich nicht verändert – sie ist, wie es Greussing beim berührenden Talk auf der Bühne formulierte, “Olympiasiegerin, Weltklasse-Athletin – blieb aber vor allem Möggerserin!”

Im Gespräch mit dem Gemeindechef gab sie tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt, schilderte ihren Weg auf den Olymp, der unter anderem von vier Kreuzbandrissen “gepflastert” war, ließ ihre vielen Fans im Saal teilhaben an den Gedanken, die ihr vor, während und unmittelbar nach dem Goldrennen durch den Kopf gingen. Sie sprach darüber, wo sie so richtig abschalten kann, wie wichtig für sie der Rückhalt von Familie, Freunden, Heimat und Umfeld ist, blickte auch in die Zukunft und verriet, was sie jetzt noch motiviert, neue Ziele ins Visier zu nehmen. Was sie den vielen Kids, für die sie nicht erst seit dem Olympiasieg Vorbild ist, rät. Greussing wollte auch wissen, was ihr der Empfang bedeutet, das Feiern mit Menschen, die sie seit klein auf kennt. Was war der schwierigste Moment auf dem Weg zum Olympiasieg? Gab es Momente des Selbstzweifels und was brachte sie dazu, bei allen Rückschlägen weiterzumachen?

Professionell und herzlich
Viele spannende Fragen und interessante Antworten – kein Wunder: Greussing hat sein Handwerk als Moderator von der Pike auf gelernt und stellt dies seit vielen Jahren bei Events – unter anderem beim Motocross in Möggers – unter Beweis. Und weil er Ariane von klein auf kennt, fielen ihm auch nach dem olympischen Interview-Marathon noch Fragen ein, die in Cortina nicht gestellt wurden. Und Ariane? Sie antwortete herzerfrischend und gab tiefe Einblicke in ihr Seelenleben, das sich im Umgang mit ihrem engen privaten Umfeld nicht geändert hat. Wie man sich als Olympiasiegerin fühlt, wie man damit umgeht, darauf bekam sie auch noch von kompetenter Seite Antworten: Hubert und Johannes Strolz waren von Warth nach Möggers zum Gratulieren gekommen und gaben ihr Tipps, wie sie mit der Situation umgingen – vor vier bzw. 38 Jahren.

Ari “gehörte” ihren Fans
Professionell wie das Gespräch hatte Lukas Greussing den ganzen Empfang konzipiert: Ein straffer offizieller Teil, bei dem sich LH Markus Wallner, LR Martina Rüscher, ÖSV-Vizepräsident Stefan Jochum und VSV-Präsident Peter Scrivener auf kurze Statements beschränkten, damit sich die Olympiasiegerin ausgiebig ihren Fans widmen konnte und geduldig massenhaft Autogrammkarten signierte und sich auch auf T-Shirts, Mützen, Fähnchen, Kappen, Ski, Helmen und vielem mehr verewigte. Und während die Jugend fleißig Autogramme sammelte, geleitete Alleinunterhalter Edoardo Figoni aus dem benachbarten Scheidegg die “Großen” in die längste Feiernacht, die Möggers je erlebt hat. STP




























