Meisterwerk der “Schrunser Funkabauer”

Heimat / 24.02.2026 • 15:19 Uhr
Meisterwerk der "Schrunser Funkabauer"
“Der Schrunser Funken bringt die Menschen zusammen”, sagt der Schrunser Funkenmeister Martin Prautsch. Gerhard Scopoli

Unter den Klängen der Harmoniemusik Schruns wurde der “Schrunser Funka im Feld” abgebrannt.

Schruns Ein Verein mit langer Tradition, das sind die “Schrunser Funkabauer”, deren Funken alljährlich vier Tage nach dem Aschermittwoch angezündet wird. Damit verbunden ist das Fackelschwingen, das im Dunkel der Nacht nicht weniger atemberaubend wirkt als das Funkenabbrennen selbst. Doch bevor es so weit ist, gilt es, viel Vorarbeit zu leisten. Zu Baubeginn positionieren die Funkner rings um die Funkentanne die “Zwölf Apostel”. Die erste Lage der Holzscheite wird darauf genagelt. “Die darauffolgenden Lagen werden allerdings nicht mehr genagelt, sondern alle eineinhalb Meter abgespannt. So erreichen wir eine Höhe von bis zu 20 Metern”, informieren “D’ Schrunser Funkabauer” auf ihrer Homepage. In der langen Tradition des Schrunser Funkens sei besonders wichtig, dass es sich um einen Bau handle, für den keine Nägel verwendet werden. Am Vormittag des Funkensonntags befüllen die Funkner ihr Meisterwerk mit Holzwolle. Dem Verein ist es ein Herzensanliegen, “diesen wunderschönen Brauch in seiner ursprünglichen Form beizubehalten”.

Der
Der “Schrunser Funka” brannte herrlich.

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Schrunser Funkenchronik

Vor einigen Jahren hat Anton Rohrer, Schwiegervater eines Funkners, eine Schrunser Funkenchronik herausgegeben. Darin heißt es, die Frage “Sit wenn wörd z’ Schru ägatle an Funka baut?” hätten auch die älteren Funkner nicht genau beantworten können, sondern sie hätten nur Vermutungen geäußert. Die meisten hätten die Anfänge auf die 1940er-Jahre geschätzt. Bei den Recherchen zur Chronik habe sich herausgestellt, die Schrunser hätten eine viel ältere Funkentradition vorzuweisen.

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Der “Schrunser Funka” erreicht alljährlich eine Höhe von bis zu 20 Metern.

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“Rohrer’s Toni” habe sich, wie Funkenmeister Martin Prautsch in der Schrunser Funkenchronik schreibt, “in Eigeninitiative und aus persönlichem Interesse” mit der Geschichte der Schrunser Funkner auseinandergesetzt. Für seine Recherchen habe er etwa das digitale Archiv des “Bludenzer Anzeiger” durchforstet; darin habe er schriftliche Aufzeichnungen über den Schrunser Funken bis zurück ins 19. Jahrhundert ausfindig machen können. “Das Funkenbrauchtum wird in Schruns sehr geschätzt und hat auch noch heutzutage, in unserer oftmals sehr digitalen Zeit, einen hohen Stellenwert”, betont der Funkenmeister. Abgebrannt wurde der Funken unter den Klängen der Harmoniemusik Schruns. Dirigiert hat Stefan Ruprecht. SCO

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Der “Schrunser Funka” brannte herrlich.