Bregenz geht bei Torspektakel leer aus

SW Bregenz kassiert vier Tore gegen Liefering – aber verpasst mit Pech einen Punktgewinn.
Wals-Siezenheim Es war ein wahres Torspektakel, dass Liefering und SW Bregenz am Rande Salzburgs lieferten. Leider, muss aus schwarz-weißer Sicht dazugesagt werden. Bei den Gegentoren stellte man sich nämlich teils wieder einmal nicht gut an – da half es auch nicht, selber drei Treffer zu erzielen. Das Team vom Bodensee verlor 3:4.
Probleme bei Vertikalpässen
Im Vergleich zum enttäuschenden 1:1 gegen Fixabsteiger Austria Klagenfurt in der Vorwoche stellte Trainer Andreas Heraf auf drei Positionen um. Isak Vojic und Florian Prirsch (in der Vorwoche krank) rückten in die Abwehr, hinter ihnen besetzte Kilian Kretschmer den Platz zwischen den Pfosten. Er spielte statt Felix Gschossman, der die letzten fünf Partien machte.
Heraf kündigte im Vorfeld ein “hektisches Spiel” an, ganz so kam es anfangs nicht. Die Gastgeber dominierten klar, allzu viel konnte Bregenz nicht entgegensetzen, war offensiv lange abgemeldet. Liefering hingegen probierte wiederholt mit hohen Bällen in die Vertikale für Gefahr zu sorgen, einen ersten Abschluss hob Phillip Verhounig in Minute sieben so über das Tor. Nur kurz darauf landete der Ball aber im Tor – und das durchaus sehenswert. Ilia Ivanschitz – Sohn von Ex-ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz – zog aus der Distanz ab, abgefälscht fand der Schuss den Weg ins Kreuzeck (11.). Dass Bregenz insbesondere mit Lieferings Spiel in die Tiefe Probleme hatte, blieb ein Faktor. Im Eins-gegen-Eins war Kretschmer gegen Verhounig zwar Sieger (22.), musste kurz darauf aber ein zweites Mal hinter sich greifen. Über rechts setzte sich Enrique Aguilar durch, seinen Pass in den Rückraum verwertete Marc Striednig zum 2:0 (26.).

Heraf reagierte in Minute 34 mit einem Doppeltausch. Prirsch und Damian Maksimovic – der kurz davor noch einen Abschluss über das Tor zu verzeichnen hatte – wurden rausgenommen, für sie kamen die beiden Stürmer Bonaventure Lendambi und Atsushi Zaizen in die Partie. Sie taten dem Spiel gut, wie auch die Viererkette, auf die umgestellt wurde.
In der 43. Minute verwertete Lendambi nämlich eine Ecke von Nicolas Rossi per Kopf zum Anschlusstreffer, Zaizen wurde in der Nachspielzeit von Jakob Brandtner im Strafraum gefoult – den fälligen Elfmeter verwertete Johannes Tartarotti souverän (45./+3). Das Problem: Zwischen beiden Treffern leistete sich die Bregenzer Abwehr wieder einmal einen Fauxpaus – dieses Mal durch einen Fehler von Vincent Gembalies beim Herausrücken – und Verhounig machte den dritten Lieferinger Treffer. Mit dem 3:2 ging es in die Pause. Es wurde also doch noch hektisch.
Pfostentreffer auf beiden Seiten
Die zweite Hälfte startete mit einem Aufreger: Im Zweikampf ging Tartarotti im Strafraum zu Boden – der Kontakt war von ihm gesucht, über einen Elfmeterpfiff hätte sich Liefering aber nicht beschweren dürfen (53.). Quasi im Gegenzug machten die Gastgeber das vierte Tor nach einem Standard aus dem Halbfeld: Beim Kopfball von Verhounig leistete Vojic auch unter Berücksichtigung des Größennachteils wenig Gegenwehr (54.).

Liefering war es zu verdanken, dass Bregenz trotzdem noch im Spiel blieb. Torhüter Christian Zawieschitzky patzte beim Herausspielen, erneut wurde Zaizen im Strafraum gelegt – und wiederum verwandelte Tartarotti vom Punkt zum 4:3 (60.).
Zaizen versuchte es in Minute 75 per Kopfball, beide Teams fokussierten sich zu dem Zeitpunkt darauf, die Bälle weit zu schlagen. Auch der eingewechselte U17-WM-Held Johannes Moser versuchte es mit Gewalt – scheiterte in Minute 78 aber aus kurzer Distanz an der Querlatte. Das Aluminium wurde auch aus Bregenzer Sicht zum Spielverderber: Ein schöner Dropkick von Zaizen klatschte an den Pfosten (86.). Zwei Minuten später wurde dann Saidu Bangura im Lieferinger Strafraum zu Boden gebracht – der Schiedsrichter sah zuvor aber ein Handspiel von Dragan Marceta.
Es blieb beim 4:3 für Liefering, SW Bregenz muss weiter auf den ersten Sieg in 2026 warten und bleibt Tabellenschlusslicht.
ADMirAL 2. Liga, 20. Spieltag
FC Liefering – SW Bregenz 4:3 (3:2)
Wals-Siezenheim, Red Bull Arena; 200 Zuschauer; SR Sebastian Gishamer
Torfolge: 11. 1:0 Ilia Ivanschitz, 26. 2:0 Marc Striednig, 43. 2:1 Bonaventure Lendambi, 44. 3:1 Phillip Verhounig, 45./+3 3:2 Johannes Tartarotti (Foulelfmeter), 54. 4:2 Phillip Verhounig, 60. 4:3 Johannes Tartarotti (Foulelfmeter)
Gelbe Karten: 58. Moswitzer bzw. 45./+3 Lendambi, 57. Heraf (Trainer)
SW Bregenz (5-3-2): Kretschmer – Vojic, Bangura, Gembalies, Prirsch (34. Zaizen), Marte – Maksimovic (34. Lendambi), Marceta, Stefanon (74. Schriebl) – Rossi (61. Crnkic), Tartarotti