“Für die Zuschauer ist es geil, aber ich möchte das nicht sehen”

Sport / 06.03.2026 • 21:45 Uhr
GEPA-20260306-101-159-0069
Schiedsrichter Gishamer hatte es mit mehreren brenzligen Strafraumszenen zu tun. GEPA

Bregenz-Trainer Heraf hadert mit alten Mustern, Strafraumszenen – und falschem Schuhwerk.

Wals-Siezenheim „Wir haben ein geiles Spiel gesehen – aber stehen mit leeren Händen da.“ SW-Bregenz-Trainer Andreas Heraf konnte sich mit dem Spielverlauf bei der 3:4-Niederlage beim FC Liefering nicht so wirklich arrangieren. 

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Schon nach 26 Minuten lag das Team vom Bodensee 0:2 zurück. „Wir sind maximal schlecht reingestartet“, wusste Kapitän Johannes Tartarotti. Heraf stellte deshalb nach etwas mehr als einer halben Stunde um, wechselte auf die Viererkette und brachte mit Atsushi Zaizen und Bonaventure Lendambi zwei Stürmer – die in weiterer Folge noch für Gefahr sorgen sollten. Dabei war die Umstellung eigentlich nicht nach dem Geschmack von Heraf.

GEPA-20260306-101-159-0066
Tartarotti war zweimal vom Punkt erfolgreich, beide Elfmeter holte Zaizen heraus. GEPA

“Das war Plan B, wir hätten auch so starten können. Aber ich glaube nicht, dass das gutgegangen wäre.” Was er damit meinte: Mit der defensiven Ausrichtung der ersten Minuten spielte man strukturierter, danach musste Risiko gegangen werden, der Zufall werde da zum Faktor. “Dann wird es ein offenes Match – was für die Zuschauer geil ist, es geht hin und her. Ich will das nicht sehen, weil es ein Spiel ist, wo keine Kontrolle da war”, so Heraf. “Es erinnert mich frappant an das ganze Jahr, als ich noch nicht da war und am Ende hat man 25 Spiele nicht gewonnen. So werden wir auch nicht viel gewinnen.”

Riskanter Plan B

Als Tabellenletzter komme man bei einem 0:2 normal eben nicht mehr zurück, meinte der Trainer. Normal war wenig an der Partie, deshalb erzielte Lendambi noch vor der Pause das 1:2 per Kopf (43.) und Tartarotti verwertete einen Elfmeter (45.+3), den Zaizen herausgeholt hatte. Dazwischen traf aber Phillip Verhounig, mit dem 3:2 für Liefering ging es in die Pause. Spätestens mit dem 4:2 nach der Pause schien die Partie gelaufen. Trotzdem konnte Tartarotti nach der Partie sagen: „Kompliment an die Mannschaft, wir haben uns zurückgekämpft, waren am Drücker.“

Nachdem wie schon vor dem ersten Strafstoß Joker Atsushi Zaizen gefoult wurde, verwandelte Tartarotti nämlich auch den zweiten Versuch (60.) – und die Partie blieb bis zum Ende offen. Es war dann auch Pech dabei, weil Zaizen per Dropkick etwa nur den Pfosten traf (86.) und Schiedsrichter Sebastian Gishamer zwei weitere strittige Strafraumsituationen nicht als Elfmeter interpretierte. „Wir haben diese Saison noch keinen Elfer gekriegt, heute hätten es vier sein können”, sagte Tartarotti. Wenn man vier Tore kriege und trotzdem noch die Chance auf Punkte habe, sei das nicht schlecht, fügte er an. Aber eben auch: „Wenn du drei Tore auswärts machst, musst du normal mindestens einen Punkt mitnehmen.“ Ähnlich sah es Heraf. Er sei zwar stolz auf die Mannschaft, aber mitgenommen habe man trotzdem nichts.

Folgenschwere Ausrutscher

Die Gründe dafür waren für Heraf schnell gefunden. Zum einen war er mit der Leistung des Schiedsrichters wenig zufrieden. „Es ist einfach bitter, dass du nach so einem Spiel enttäuscht sein musst, weil der Schiedsrichter den einen oder anderen Elfmeter noch geben muss.“ 

Zum anderen rutschte man auch selbst bei den Gegentoren wieder aus – im wahrsten Sinne des Wortes.  So sei zwar jeder Spieler selbst verantwortlich, dass sein Material passe – in Zukunft wird das aber Chefsache werden, meinte Heraf. „Wir haben zwei Spieler, die auf nassem Terrain mit nicht geeignetem Schuhwerk spielen und kriegen zwei Tore aus Situationen, wo wir ausrutschten.“ Darauf hätte Heraf verzichten können, auf das Spektakel genauso. “Mir wäre lieber gewesen, wir wären nicht ausgerutscht – dann wäre das Spiel vielleicht 0:0 ausgegangen, aber wir nehmen einen Punkt mit.”