Gerhard Smeritschnig: Von der Kommodenschublade ins gastfreundliche Eigenheim

VN / 13.03.2026 • 10:03 Uhr
Gerhard Smeritschnig war für seinen Humor und seine Gastfreundschaft bekannt. Gern bewirtete er seine Gäste mit selbst gekochter Hausmannskost.
Gerhard Smeritschnig war für seinen Humor und seine Gastfreundschaft bekannt. Gern bewirtete er seine Gäste mit selbst gekochter Hausmannskost.privat

Am 21. Jänner verstarb der aus Kärnten stammende und in Götzis heimische Gerhard Smeritschnig – ein Familienmensch mit Humor, Mut und Herzenswärme.

Von Alexandra Pinter

Götzis Gerhard Smeritschnig hat durch seine Art zu leben viele Spuren hinterlassen. Einige davon durch seine große Hilfsbereitschaft. Die meisten jedoch in den Herzen seiner Mitmenschen und ganz besonders im Familienverbund.

Familienmensch Gerhard beim Faschings-Stelldichein.
Familienmensch Gerhard beim Faschings-Stelldichein.

Gerhard Smeritschnig kam am 18. Juni 1941 in Klagenfurt auf die Welt – mitten in den Kriegswirren. Dementsprechend war seine Kindheit geprägt von Verlusten. Mit nur drei Jahren verlor er seine Mutter und kurz darauf geriet sein Vater in Kriegsgefangenschaft. Zurück blieben drei Kinder, die sich auf diese Situation einstellen mussten: Meli, die bei ihrem Onkel arbeiten musste, und Elfi, die schon früh die Verantwortung für ihren jüngeren Bruder Gerhard übernahm, obwohl sie selbst noch ein Volksschulkind war. Schließlich holte der Großvater die Kinder zu sich und aus der Platznot heraus bekam Gerhard dort einen Schlafplatz in einer Kommodenschublade. Diese frühen Kindheitserlebnisse prägten ihn und ließen ein lebenslanges Gefühl für Dankbarkeit entstehen.

Wohlfühlzeit mit den Enkelkindern auf dem Sofa.
Wohlfühlzeit mit den Enkelkindern auf dem Sofa.

Gerhards Verantwortungsbewusstsein wurde schon sehr früh auf die Probe gestellt. Nach seiner Schuhmacherlehre, die er für Kost und Logis in der Werkstatt absolvierte, verließ er mit 17 Jahren seine Kärntner Heimat, um hier in Vorarlberg sein Glück zu finden. Die Wahl fiel auf Götzis, wo er auch eine passende Arbeit fand. In den Mittagspausen half er im Götzner Kolpinghaus beim Mittagstisch aus und wurde dafür mit Essen versorgt. Eine mehrfach glückliche Fügung des Himmels, wie sich bald herausstellte. So lernte er – bei einem Kolpingausflug – seine spätere Frau Maria kennen.

Gerhard Smeritschnig als aktiver Bauhelfer auf den Baustellen seiner Kinder.
Gerhard Smeritschnig als aktiver Bauhelfer auf den Baustellen seiner Kinder.

Im Juni 1968 heirateten die beiden und gründeten eine Familie. Mit viel Eigenregie und handwerklichem Geschick schufen sie sich kurz darauf ihr Eigenheim im Vibrütteweg. Ein Zuhause, das getragen war von Zusammenhalt, Arbeit und vor allem Liebe. Auch Marias Mama Stefanie leistete durch ihren Einzug einen wesentlichen Beitrag zu diesem harmonischen Familienleben, was auch den vier Kindern zugutekam. Hugo, Anke, Ingo und Mario durften so in ihrem Elternhaus ein ausgeglichenes Miteinander erleben – als wertvolle Mitgift für ihr späteres Leben.

Mit Sohn Hugo in der Hansestadt Lübeck.
Mit Sohn Hugo in der Hansestadt Lübeck.

Gerhard war aber nicht nur ein verantwortungsvoller und hilfsbereiter Vater, er packte auch bei den Gartenarbeiten rund ums eigene Haus oder auf den Baustellen seiner Kinder kräftig zu. Durch sein handwerkliches Geschick und seine aktive Mithilfe sind weitere Eigenheime und schöne Familiendomizile entstanden. Auch für seine Nachbarn und Bekannten war er jederzeit gerne für jegliche Hilfestellungen parat.

Ihr gemeinsames Zuhause gestalteten Gerhard und seine Frau Maria zu einem Ort der Begegnung mit offenen Türen und Herzen. Kinder, Enkelkinder, aber auch Nachbarn und Freunde fühlten sich stets herzlich willkommen. Gerhards Gastfreundschaft zeichnete sich nicht nur durch seinen guten Humor aus, sondern auch durch sein köstliches Essen. Als leidenschaftlicher Koch zauberte er so manche gute Hausmannskost auf die Teller seiner Gäste und man erinnert sich noch gerne an das „beste Geschnetzelte“ mit Reis.

Gerhard Smeritschnig, geboren in Klagenfurt, fand in Vorarlberg Arbeit, Liebe und Familienglück.
Gerhard Smeritschnig, geboren in Klagenfurt, fand in Vorarlberg Arbeit, Liebe und Familienglück.

Gerhard liebte die Geselligkeit und das Beisammensein mit Familie und Freunden. Dabei entstanden für ihn besondere Momente, die ihm viel bedeuteten – nicht zuletzt durch das gemeinsame Lachen. Darum war er auch ein allseits gern gesehener Gast, sei es beim Jassen in der Siedler-Runde oder als Sänger beim Kirchenchor oder der Liedertafel. Musik, Natur und Lebensfreude waren seine lebenslangen Begleiter. Gerhard verstarb am 26. Jänner, hinterlässt aber viele Spuren der Freude in den Herzen seiner Mitmenschen.

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