Mit 24 Jahren Auditorin für CO₂-negative Technologien

Köpfe von morgen 2026: Julia Ilg ist 24 Jahre alt, Unternehmerin, Auditorin und Masterstudentin. Die Dornbirnerin berät Gemeinden und Unternehmen bei der Umsetzung und Zertifizierung CO₂-negativer Technologien.
Dornbirn Mit ihren 24 Jahren könnte man meinen, dass Julia Ilg noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Doch die gelernte Umwelt- und Energietechnikerin hat sich bereits spezialisiert, führt ihr eigenes Unternehmen und arbeitet parallel im Familienbetrieb mit. Als wäre das nicht schon genug, befindet sie sich derzeit mitten im Masterstudium.


Dabei wollte Julia Ilg ursprünglich etwas ganz anderes machen. Sie besuchte die Tourismusschule und wollte in der Gastronomie und Hotellerie arbeiten. Doch 2020, mitten in der Coronazeit, gab es in dieser Branche keinen Personalbedarf. Sie entschied sich, vorübergehend im elterlichen Betrieb, dem Energiewerk Ilg in Dornbirn, anzufangen – und blieb. An der Fachhochschule Dornbirn vertieft sie nun im Masterstudium ihr Wissen zu Energieoptimierung, Energiekreisläufen und erneuerbaren Techniken, um CO₂ zu reduzieren.


Vor zwei Jahren machte sie sich mit einem Themenfeld selbstständig, das noch in den Kinderschuhen steckt: CO₂-negative Technologien. Als Unternehmensberaterin und Auditorin berät und kontrolliert sie Betriebe und begleitet sie bei der Umsetzung sowie Zertifizierung CO₂-negativer Technologien. Ihre Kunden sind Gemeinden, kleine Privatunternehmen und internationale Großkonzerne. Haben die Betriebe die Maßnahmen umgesetzt, überprüft Julia Ilg diese genau. “Das muss Hand und Fuß haben.” In Österreich gibt es auf diesem Gebiet bislang nur eine Handvoll Auditoren.


Eine CO₂-negative Technologie ist die Carbon-Capture-Anlage beim Holzkraftwerk des Energiewerks Ilg. Sie filtert biogenes CO₂ aus den Abgasen und macht es nutzbar. Gleichzeitig entsteht im Holzkraftwerk Pflanzenkohle, die Kohlenstoff langfristig bindet und in der Landwirtschaft sowie als klimafreundliche Alternative zu Zement im Beton verwendet wird.


Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger sei zwar zwingend notwendig, verläuft jedoch nur sehr langsam. Viel wichtiger sei es, den CO₂-Gehalt in der Luft zu verringern.


Zusätzlich ist Julia Ilg politisch aktiv. Als ÖVP-Mitglied und Ausschussmitglied ist sie für die Themen Klima und Energie zuständig. Die 24-Jährige möchte ihr Fachwissen politisch einbringen und weitervermitteln.

