Lustenau erstmals Tabellenführer: “Überragend, das habe ich mir gewünscht”

Die Austria übernimmt die Tabellenspitze in der 2. Liga. Schierl ist beim Jubiläum euphorisch, Mader lobt alle Mannschaftsteile.
Wien-Floridsdorf Um kurz vor halb elf bewegten sich die Spieler von Austria Lustenau zum gut gefüllten Gästesektor, manche hüpften, andere tanzten, allesamt waren sie gut drauf. Gerade war das Spitzenspiel gegen den direkten Konkurrenten FAC Wien abgepfiffen worden, Lustenau hatte 2:0 gewonnen. Erstmals in dieser Saison schob sich die Austria dadurch an die Tabellenspitze. “Überragend, genau das habe ich mir gewünscht”, meinte Torhüter Domenik Schierl. Für sein Jubiläum hätte er sich im 200. Pflichtspiel für die Austria kein besseres Szenario ausmalen können.
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Die vorangegangenen 90 Minuten waren von der Austria stark gespielt. Und das trotz – wie bereits in der Vorwoche in Gleisdorf – prekärer Rasenverhältnisse. Dafür habe man es überragend gespielt, befand Schierl. “Heute ist es uns eher entgegengekommen”, sagte Mader. Er ließ seine Offensiven hoch anlaufen, der FAC musste die Bälle lange schlagen. “Da haben wir einfach starke Verteidiger, die die Bälle auffangen.”

Von einem hochverdienten Sieg sprach Schierl, und strich nochmal hervor: Gegner FAC hat eine richtig gute Mannschaft. Die Floridsdorfer stellen noch vor der Austria die beste Abwehr der Liga. “Dass es kein Chancenfeuerwerk gibt, war klar, wenn die zwei besten Defensiven aufeinandertreffen”, meinte Mader nach dem Spiel. Und trotzdem: Die Partie war keineswegs eine Abwehrschlacht, bot Unterhaltungswert, war temporeich und umkämpft geführt. Lustenau wirkte dabei schon von Minute eins an fokussiert. “Du hast schon im Hotel gemerkt, was für eine Energie da war. Wir waren die ganze Vorbereitung am Punkt da, es hat richtig Spaß gemacht. Weil du gemerkt hat: Die Mannschaft will nur eines – das Spiel gewinnen”, sagte Mader. “Wir waren geil auf das Spiel, waren super in den Zweikämpfen drinnen, von der ersten bis zur letzten Minute. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass wir das so umgesetzt haben”, lobte auch Schierl.
Standardstärke ausgenutzt
Er musste in der elften Spielminute gleich doppelt eingreifen, als der FAC nach einer Ecke zu einer Doppelchance kam. Ansonsten war er gar nicht so oft gefordert, vieles verteidigten die Teamkollegen schon weiter vorne weg, eine Druckphase des FAC wurde vom Halbzeitpfiff gestoppt. “In der Halbzeit habe ich nur Lob aussprechen können”, sagte Mader nach dem Spiel. Er habe seinen Spielern aber auch gesagt, dass man sich dafür belohnen müsse. “Wir müssen einfach schauen, dass wir mehr Bälle aufs Tor bekommen – egal wie”, lautete die Devise. Die Spieler setzten sie um, wieder einmal verhalf die Stärke bei Standards Lustenau zum Torerfolg. Robin Voisine legte einen Freistoß von Sacha Delaye per Kopf zurück, Jack Lahne staubte ab (52.). Er musste kurz darauf runter, für ihn kam Mohamed-Amine Bouchenna – der zum 0:2 traf (76.). Ein Großteil des Tors gehörte da aber Asumah Abubakar-Ankrah, der mit einer starken Einzelaktion auf der Grundlinie mehrere Gegenspieler aussteigen ließ.

Im Anschluss an das Spiel war Mader voll des Lobes – für alle Mannschaftsteile. “Was heute überragend war, war, dass wir im Mittelfeld die ganzen Zweikämpfe und zweiten Bälle gehabt haben. Hinten sind wir bombensicher gestanden – und vorne haben sie sich in die Duelle geworfen und sie für sich entschieden.” Dementsprechend verdient sei der Sieg – der auch die Tabellenführung bringt, mit zwei Punkten Vorsprung geht es in die Länderspielpause. “Wir sehen, wie eng alles beisammen ist. Ich habe immer von zwölf Endspielen geredet – jetzt haben wir noch acht”, so Mader. Acht Stunden dauerte die Rückfahrt nach Lustenau, mit den drei Punkten gefühlt etwas kürzer. “Es freut mich für die Burschen, dass sie sich belohnt haben”, so Mader. “Wir sind einfach happy.”