Museum Bezau würdigt Franz Beer von Bleichten

Am 28. März wird die Ausstellung zum 300. Todestag des Wälder Barockbaumeisters eröffnet
Bezau Mit der Eröffnung der Ausstellung “300 Jahre Franz Beer von Bleichten” startet das Bezauer Museum nach der Wintersaison mit reduzierten Öffnungszeiten wieder mit dem Ausstellungsprogramm durch. Im Mittelpunkt steht dabei der Barockbaumeister Franz Beer von Bleichten, dessen Todestag sich heuer zum 300. Mal jährt.

Zwischen Au und Bezau
Die Ausstellung wird am 28. März um 17 Uhr eröffnet und zeichnet ein Bild von einer schillernden Persönlichkeit in der langen Liste der Wälder Barockbaumeister. Die Zuordnung “Wälder” ist bewusst gewählt, denn neben Bezau “reklamiert” ihn u. a. auch Au als einen der ihren. Fakt ist: Franz Beer II. wurde am 1. April 1660 in Au geboren und war in seiner späteren beruflichen Karriere eng mit der Auer Zunft vernetzt. Viele Jahre hat er mit seiner Familie aber auch in Bezau gelebt, starb am 21. Jänner 1726 in Bizau und wurde – so wie 1703 seine erste Frau Katharina, die ihm elf Kinder schenkte – in Bezau beerdigt.

Spezieller Bezug zu Bezau
Über seine Tätigkeit als genialer Baumeister (sein Werk gilt als das umfangreichste aller Vorarlberger Baumeister) hinaus hat er sich auch anderweitig engagiert und gehörte u. a. zu den Stiftern der ersten öffentlichen Schule in Bezau – Jahrzehnte vor der Einführung der allgemeinen Schulpflicht, die erst 1774, 48 Jahre nach seinem Tod, eingeführt wurde.

Schillernde Persönlichkeit
Nicht nur als Schulgründer hat er sich einen Namen gemacht, er hat auch der Entwicklung des Baustils seinen Stempel aufgedrückt. Sein Ruf als begnadeter Baumeister öffnete ihm auch Türen zum sozialen Aufstieg. Nach dem Tod seiner Frau Katharina verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt mehr und mehr nach Konstanz, heiratete erneut und etablierte sich Schritt für Schritt in den städtischen Eliten. 1717 wird er Mitglied des Großen Rates, fünf Jahre später des inneren Rates und im gleichen Jahr erreicht er den Höhepunkt seines gesellschaftlichen Strebens: Kaiser Karl VI. erhebt ihn als “Edler von Blaichten” in den Adelsstand. Der Name verweist auf eine Alpe im Mellental, die Franz Beer 1717 erworben hatte.

Eröffnung als Auftakt
Die Eröffnung der Ausstellung am 28. März ist zugleich Auftakt für Veranstaltungen mit Bezug auf Franz Beer. Ernst Steininger und Peter Fink, die an der Gestaltung der Ausstellung maßgeblich mitgewirkt haben, und Museumsleiterin Theresia Fröwis werden dabei auch einen Überblick über die Highlights geben. Am 10. Mai findet in der Pfarrkirche Bezau eine Festmesse statt, anschließend gibt es einen Vortrag und eine Sonderführung im Museum, Sonderführungen gibt es auch beim Wälder Museumstag am 17. Mai. Am 13. Juni referieren Meinrad Pichler, Peter Fink und Elisabeth Wicke über “Arbeitsmigration und Wissenstransfer – Franz Beer von Bleichten als Fallbeispiel”. Am 27. Juni steht ein Vortrag mit Podiumsdiskussion auf dem Programm. Hermann Kaufmann und Markus Innauer referieren und diskutieren zum Thema “Altbestand als Aufgabe. Franz Beer und die Architektur von heute.” Am 3. Oktober geht es bei der Langen Nacht der Museen in Bezau u. a. um Einflüsse auf die Mode durch die Migrationsbewegung der Barockbaumeister. Jeden letzten Samstag im Monat finden Sonderführungen zu Foto Hiller und Franz Beer statt.

Ab Mai ist Barock auch kulinarisch ein Thema: “Barock gespeist” wird in ausgewählten Gasthäusern. Dabei werden Speisen aus dieser Zeit neu interpretiert. Kunsthistorikerin Renate Breuß hat dafür in Archiven umfangreiches Rezeptmaterial gesammelt, um daraus eine spezielle Speisekarte zu entwickeln. STP