Bei dieser Diplomarbeit steht Modequalität im Fokus

Eine Diplomarbeit an der HTL soll Praxis im Handel stärken.
Dornbirn Eine besondere Kooperation zwischen der HTL Dornbirn und der Landesberufsschule Dornbirn 2 stand im Zentrum einer Diplomarbeit von drei Schülerinnen der Abschlussklasse 5a MD. Pelin Boran (20), Suden Akarsu (21) und Hilal Alici (20) setzten sich dabei intensiv mit dem Thema Qualitätsbewusstsein im Textilhandel auseinander und entwickelten einen praxisorientierten Leitfaden für Lehrlinge.

Qualität sichtbar gemacht
Im Fokus der Arbeit stand ein Vergleich zwischen minderwertig verarbeiteten Kleidungsstücken aus dem Bereich Fast Fashion und eigens angefertigten Modellen in hochwertiger Ausführung. Die Schülerinnen analysierten dabei Aspekte wie Stoffqualität, Verarbeitung und Musterverlauf. Besonders anschaulich wurde dies etwa bei Karostoffen, bei denen ungenaue Nähte sofort ins Auge fallen. Den mangelhaften Ausgangsmodellen stellten sie präzise gefertigte Stücke gegenüber, bei denen auf jedes Detail geachtet wurde.

“Wir haben uns intensiv mit dem Berufsbild beschäftigt. Ziel ist es, dass Lehrlinge Qualität erkennen und im Verkauf besser argumentieren können”, erklärt Suden Akarsu. Ergänzend zur praktischen Arbeit entstanden umfangreiche Unterrichtsmaterialien für die Berufsschule. Dazu zählen unter anderem Anschauungsmodelle, Materialproben, eine Checkliste zur Beurteilung von Verarbeitung sowie ein eigens entwickeltes Memory-Spiel, das den Zugang zum Thema spielerisch erleichtert.

Betreut wurde die Diplomarbeit von Annemarie Prirsch und Alexandra Kegele. Den Anstoß für die Zusammenarbeit gab ein Vortrag von Prirsch an der Berufsschule, bei dem die Idee für ein gemeinsames Projekt entstand. “Die Berufsschülerinnen sollen Unterschiede in der Qualität leichter erkennen und im Kundengespräch besser argumentieren können”, betont Prirsch.

Gemeinsam für bessere Beratung
Auch an der Landesberufsschule Dornbirn 2 wird die Kooperation positiv aufgenommen. “Aus meiner Sicht ist diese Diplomarbeit und die Kooperation zwischen unseren Schulen eine große Bereicherung”, erklärte Eva Benzer, Lehrerin an der LBS 2. “Ich sehe diese Zusammenarbeit klar als Win-win-Situation: Die Schülerinnen entwickeln und produzieren Lehrmittel, die einen echten Mehrwert schaffen, weil sie künftig im Unterricht eingesetzt werden können. Die Sinnhaftigkeit dieses Projekts ist für mich sehr klar erkennbar – und genau diese Verbindung von Schule und Praxis motiviert meiner Meinung nach junge Menschen, ihre Ideen weiterzuentwickeln und ihre Ziele zu verfolgen”, so Benzer weiter.

Für die drei Schülerinnen selbst brachte die Arbeit wertvolle Erkenntnisse. “Es war gar nicht so einfach, die Qualität bei Stoffen auseinanderzuhalten, aber wir haben sehr viel gelernt”, sagt Pelin Boran. Die intensive Auseinandersetzung mit Materialien und Verarbeitung habe auch ihre eigene Sicht auf Mode nachhaltig verändert. So verbindet die Diplomarbeit Theorie und Praxis auf anschauliche Weise. cth


