Wenn Sprache wie Musik klingt

VN / 26.03.2026 • 16:58 Uhr
Pfarrer Inosens brachte gleich viel Stimmung mit indonesischen Klängen ins Klassenzimmer und sorgte für Begeisterung.
Pfarrer Inosens brachte gleich viel Stimmung mit indonesischen Klängen ins Klassenzimmer und sorgte für Begeisterung. Carmen Thurnher

Lesetag an der VS Leopold feierte Herkunft, Neugier und Geschichten aus aller Welt.

Dornbirn “Bungiorno”, “Merhaba”, “Goededag” – schon am Eingang der Volksschule Leopold im Hatlerdorf wurde an diesem Vormittag klar, es wird international. Beim diesjährigen Lesetag, der unter dem Motto “Tag der Sprachen” stand, ging es aber nicht nur ums Vorlesen, sondern um Wertschätzung. “Wir wollen Raum geben, andere Kulturen und Sprachen feiern und zeigen, dass sie eine Bereicherung sind”, sagte Direktorin Beate Ludescher-Kohler. Und vor allem: “Die Kinder sollen stolz darauf sein, wenn sie mehrere Sprachen sprechen”, betonte sie und lud ein auf eine kleine Weltreise durch die Schule.

Stefano Lumaca hatte eine Geschichte aus seiner Heimat Italien dabei.
Stefano Lumaca hatte eine Geschichte aus seiner Heimat Italien dabei.

In drei Runden wechselten die Gastleserinnen und -leser durch die Klassen, brachten ihre Sprachen, Geschichten und ein Stück Heimat mit. Viele von ihnen waren Eltern – eingeladen, weil an der Schule zahlreiche Kinder mehrsprachig aufwuchsen. Und sie waren gern gekommen.

Nataliia Kochnieva wurde von der Schule eingeladen, um über die Ukraine, die Sprache und Traditionen zu sprechen.
Nataliia Kochnieva wurde von der Schule eingeladen, um über die Ukraine, die Sprache und Traditionen zu sprechen.

Gemeinsam verschieden

Wie auch Pater Inosens Reldilnos, dem Pfarrer aus dem Hatlerdorf, der aus Indonesien stammt. Er sorgte in der 3c für Begeisterung. In farbenfroher Tracht begrüßte er die Kinder mit einem fröhlichen “Samapogi” und animierte sie kurzerhand zum Mitsingen. Seine temperamentvolle Art steckte an und sorgte für herzhaftes Lachen in der Klasse. Nebenan las Martina Amann in der 3b Englisch aus “Something Else”, während in der 2a Stefano Lumaca mit der Geschichte vom “Goldlöckchen – Riccioli d’oro e i tre orsi” italienischen Klang ins Klassenzimmer brachte. Tochter Josefine strahlte – ihr Papa war heute der Star. Für viele Kinder – und auch die Direktorin, wie sie verriet, klang die Sprache wie Musik.

Martina Amann lebte lange in einem englischsprachigen Land und hatte deshalb englische Literatur dabei.
Martina Amann lebte lange in einem englischsprachigen Land und hatte deshalb englische Literatur dabei.

Auch Schülermama Nilgün Özdemir nahm einen Stock höher die Schüler mit auf eine Reise: “Elmar, der bunte Elefant” las sie zuerst auf Türkisch, dann auf Deutsch. So wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten hörbar. Die Direktorin hatte den Gästen im Vorfeld Anregungen gegeben – von Begrüßungen über Geschichten bis zu kleinen Einblicken in Land und Kultur.

Direktorin Beate Ludescher-Kohler freute sich über einen gelungenen Lesetag und hatte für alle Gäste ein kleines Geschenk parat.
Direktorin Beate Ludescher-Kohler freute sich über einen gelungenen Lesetag und hatte für alle Gäste ein kleines Geschenk parat.

Dass die Kinder neugierig waren, zeigte sich bei Yvonne Diem, die aus Kenia stammt. “Laufen bei euch auch Löwen frei herum?” oder “Wie sehen die Geschäfte aus?” – geduldig beantwortete sie jede Frage. Die Islamlehrerin an der Schule, Agnes Prepojac, brachte bosnische Geschichten mit, während Papa Egmont Hartwig aus den Niederlanden die 1a-Klasse staunen ließ. Viele niederländische Wörter klangen erstaunlich vertraut.

Josefine (li.) freute sich mit ihrer Freundin Philipa sehr über den Besuch ihres Papas Stefano beim Lesetag.
Josefine (li.) freute sich mit ihrer Freundin Philipa sehr über den Besuch ihres Papas Stefano beim Lesetag.

In der 4b wurde es schließlich besonders lebendig. Nataliia Kochnieva vermittelte mit spürbarer Begeisterung ihre Muttersprache Ukrainisch. Die ehemalige Lehrerin lebt seit drei Jahren in Österreich, spricht fließend Deutsch – und trug stolz die traditionelle Bluse “Wyschywanka” ihrer Region. Sie erzählte von Märchen, Grammatik und ihrer Heimat. Zum Abschluss gab es auch noch eine kulinarische Kostprobe – Pasca, ein ukrainisches Osterbrot, das die Kinder probieren durften.

Nataliia Kochnieva aus der Ukraine hatte viele spannende Geschichten parat.
Nataliia Kochnieva aus der Ukraine hatte viele spannende Geschichten parat.

Nach den Lesungen trafen sich alle im Foyer. Für die Gäste gab es als Dankeschön kleine Geschenke, dazu zur Feier des Tages ein besonders reichhaltiges “Gesunde Jause-Buffet” des Elternvereins. Es wurde geplaudert und gelacht – und Vielfalt wird somit an der VS Leopold nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt. cth

Schon am Eingangstor wurde klar, was beim Lesetag dieses Jahr im Mittelpunkt steht: Die Vielfalt der Sprachen.
Schon am Eingangstor wurde klar, was beim Lesetag dieses Jahr im Mittelpunkt steht: die Vielfalt der Sprachen.
Zum Auftakt gab es gleich einmal ein paar Begrüßungsworte von Pfarrer Insosens auf Indonesisch.
Zum Auftakt gab es gleich einmal ein paar Begrüßungsworte von Pfarrer Inosens auf Indonesisch.
Die Kinder waren mit großem Interesse beim Tag der Sprachen dabei.
Die Kinder waren mit großem Interesse beim Tag der Sprachen dabei.
Anschaulich wurde den Kindern die Sprache vermittelt.
Anschaulich wurde den Kindern die Sprache vermittelt.
In jeder Klasse gab es drei Sprachen-Durchgänge.
In jeder Klasse gab es drei Sprachen-Durchgänge.
Papa Stefano Lumaca war gerne bereit, seine Sprache und Heimat beim Lesetag vorzustellen.
Papa Stefano Lumaca war gerne bereit, seine Sprache und Heimat beim Lesetag vorzustellen.
Die Kinder hörten aufmerksam zu und tauchten in Geschichten aus verschiedenen Ländern ein.
Die Kinder hörten aufmerksam zu und tauchten in Geschichten aus verschiedenen Ländern ein.
Egmont Hartwig erzählte aus seiner Heimat, den Niederlanden.
Egmont Hartwig erzählte aus seiner Heimat, den Niederlanden.
Die Kinder staunten, wie ähnlich die Worte von Egmont Hartwig aus den Niederlanden der deutschen Sprache ähnelten.
Die Kinder staunten, wie ähnlich die Worte von Egmont Hartwig aus den Niederlanden der deutschen Sprache ähnelten.
Eltern engagierten sich und gestalteten den Unterricht mit ihren eigenen Erfahrungen mit.
Eltern engagierten sich und gestalteten den Unterricht mit ihren eigenen Erfahrungen mit.
Traditionelle Kleidung und persönliche Geschichten machten die Herkunft der Gäste greifbar.
Traditionelle Kleidung und persönliche Geschichten machten die Herkunft der Gäste greifbar.
Als Geschenk gab es für die Kinder ein Pasca, ein ukrainisches Osterbrot.
Als Geschenk gab es für die Kinder ein Pascha, ein ukrainisches Osterbrot.
Der Elternverein lud im Anschluss bei einem reichhaltigen und gesunden Buffet zum gemeinsamen Plausch.
Der Elternverein lud im Anschluss bei einem reichhaltigen und gesunden Buffet zum gemeinsamen Plausch.