Bei dieser Vorarlberger Feuerwehr packen 31 Frauen an

VN / 31.03.2026 • 16:22 Uhr
Frauenpower bei der Feuerwehr in Lustenau: Die Feuerwehrfrauen zeigen, dass die Feuerwehr längst nicht mehr eine reine Männerdomäne ist.
Frauenpower bei der Feuerwehr in Lustenau: Die Feuerwehrfrauen zeigen, dass die Feuerwehr längst nicht mehr eine reine Männerdomäne ist.Bernadette von Sontagh

In Lustenau zeigen engagierte Damen, dass Feuerwehr längst keine Männerdomäne mehr ist.

Lustenau Frauen bei der Feuerwehr? In Lustenau ist das längst gelebte Realität. Insgesamt engagieren sich derzeit 31 Frauen aktiv bei der Feuerwehr und der Jugendgruppe. Für die Feuerwehrfrauen selbst ist ihr Engagement selbstverständlich. Viele wussten schon als Kinder, dass sie einmal zur Feuerwehr gehen möchten, wie sie berichten.

Die Feuerwehrjugend wird bestens vorbereitet auf ihren Aktivstand, der mit 16 Jahren angetreten werden kann.
Die Feuerwehrjugend wird bestens vorbereitet auf ihren Aktivstand, der mit 16 Jahren angetreten werden kann.

Kindheitsträume werden wahr

“Wenn am Pager eine F4-Meldung erscheint, also ein großer Gebäudebrand, dann steigt das Adrenalin”, erzählt Jessica Schmitzer (25) im Feuerwehrhaus. Das Löschen von Bränden, das Retten von Menschen und die Teilnahme an Wettkämpfen erfüllen sie mit Stolz. “Ich wusste schon immer, dass ich zur Feuerwehr möchte.” Seit dreieinhalb Jahren ist sie Mitglied der Feuerwehr Lustenau und hat inzwischen sogar eine reine Frauen-Wettkampfgruppe gegründet. Auch ihre Kameradin Katrin Segschneider (36) wusste schon als Kind, dass sie zur Feuerwehr will: “Mein Opa, Papa und meine Brüder sind alle bei der Feuerwehr. Ich durfte dann mit zwölf zur Jugend und bin mittlerweile seit zwanzig Jahren bei den Aktiven”, erzählt sie.

Die Feuerwehrfrauen sind auch Atemschutzträger und gehen geschickt mit den Geräten der Feuerwehr um.
Die Feuerwehrfrauen sind auch Atemschutzträgerinnen und gehen geschickt mit den Geräten der Feuerwehr um.

Gleichberechtigung im Einsatz

Im Alltag der Feuerwehr gibt es keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. “Wir machen alles, was die Männer auch machen”, betont Katrin Segschneider. “Manchmal sind die männlichen Kollegen etwas stärker, dann bin ich froh, wenn sie kurz helfen.” Anna Vonbank (30) hebt besonders den großen Zusammenhalt innerhalb der Truppe hervor. Sie ist seit 13 Jahren dabei und kam damals durch eine Freundin zur Wehr.

Für viele stand schon als Kind fest, dass sie zur Feuerwehr wollen.
Für viele stand schon als Kind fest, dass sie zur Feuerwehr wollen.

Feuerwehr als Familiensache

Dass sich ganze Familien bei der Feuerwehr engagieren, ist in Lustenau keine Seltenheit. Andrea Tesfay-Hämmerle (44) ist Quereinsteigerin, doch auch ihr Opa, ihr Vater und ihr Bruder sind oder waren bei der Feuerwehr. Bei den Zwillingen Nathalie und Katharina Maier (25) sowie ihrer Schwester Felicitas (16) ist die Begeisterung für Blaulichtorganisationen fest in der Familie verankert. “Unsere Eltern waren bei der Rettung, die Oma ist beim Kriseninterventionsteam, auch die Verwandtschaft ist bei der Feuerwehr. Ich habe mich für den Einsatz bei den Floriani-Jüngern entschieden”, erzählt Nathalie. Besonders gerne hilft sie bei technischen Einsätzen, etwa bei Verkehrsunfällen. Sie ist Jugendbetreuerin und verbringt drei bis vier Abende pro Woche in der Zentrale. “Meine ganzen Freunde sind hier”, sagt sie. Auch Schwester Katharina bestätigt: “Die Feuerwehr ist ein wichtiger Teil meines Lebens.” Obwohl sie mittlerweile in Wien studiert, schaltet sie bei jedem Heimatbesuch als Erstes ihren Pager ein. Die jüngste Schwester Felicitas (16) teilt die Leidenschaft ihrer Schwestern. “Gleich 30 Minuten, nachdem ich den Pager zum 16. Geburtstag erhalten habe, hatte ich meinen ersten Einsatz”, erzählt sie mit einem Schmunzeln.

Die Sauerstoffflaschen werden nach den Einsätzen wieder aufgefüllt.
Die Sauerstoffflaschen werden nach den Einsätzen wieder aufgefüllt.

Begeisterter Nachwuchs

Für weiblichen Nachwuchs ist in Lustenau bestens gesorgt. Jasmina Gmeiner (13), Pia Fetty (14), Kimberly Ewinger (14), Thora Otto (13), Ramona Grabher (13), Isabella Rack (12), Mia Scheffknecht (12) und Leya Grabher (13) stehen bereits in den Startlöchern, um in die Fußstapfen ihrer Kameradinnen zu treten. Bis zum Übertritt in den Aktivstand lernen sie bei Übungen, am Action Day und bei zahlreichen Veranstaltungen alles, was im Ernstfall zählt: schnell helfen und die richtigen Entscheidungen treffen. BVS

Bereits bei der Feuerwehrjugend wird Zusammenhalt groß geschrieben.
Bereits bei der Feuerwehrjugend wird Zusammenhalt großgeschrieben.
Andrea und Katrin koordinieren oft auch die Einsätze in der Zentrale.
Andrea und Katrin koordinieren oft auch die Einsätze in der Zentrale.
Frauen machen dieselben Aufgaben, wie die männlichen Kollegen.
Frauen machen dieselben Aufgaben wie die männlichen Kollegen.
Sie alle haben einen großen Zusammenhalt in der Truppe.
Sie alle haben einen großen Zusammenhalt in der Truppe.
Jessica und Katharina befüllen die Sauerstoffflaschen.
Jessica und Katharina befüllen die Sauerstoffflaschen.
Pia und Jasmina verbringen gerne Zeit im Feuerwehrhaus.
Pia und Jasmina verbringen gerne Zeit im Feuerwehrhaus.
Im eigenen Fitnessraum vom Feuerwehrhaus hält sich Katharina für die Einsätze fit.
Im eigenen Fitnessraum des Feuerwehrhauses hält sich Katharina für die Einsätze fit.