Ein Zuhause auf Zeit

VN / 31.03.2026 • 16:00 Uhr
Ein Zuhause auf Zeit
Cida sorgt vor der ersten Benutzung noch dafür, dass alles sauber ist. VN/Paulitsch

Neues Ronald McDonalds Kinderhilfe Haus in Feldkirch. Am 1. April ziehen bereits vier Familien ein.

Feldkirch Die Zimmer könnten einem „Schöner Wohnen“-Journal entsprungen sein: gediegene Ausstattung, edle Materialien, lichtdurchflutet. Wer hier sein Gepäck abstellt, tut dies allerdings nicht freiwillig. Es sind Angehörige von kranken Kindern, die im neuen Ronald McDonald Kinderhilfe Haus in Feldkirch unterkommen, damit sie während der Spitalsbehandlung ihrer Kleinen in deren Nähe sein können. Am 1. April ziehen vier Familien, davon eine aus Großbritannien, ein. „Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie sich trotz des ernsten Hintergrunds wohlfühlen“, unterstreicht Hausleiter Kurt Fercher.

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Kurt Fercher zeigt, was alles da ist. Fürs Waschen und Reinigen sind die Familien zuständig.

Hohe Auslastung

In Österreich wurde mit der Einrichtung von Ronald McDonald Kinderhilfe Häusern 1987 begonnen. Über die Jahre entstanden Unterkünfte in Wien, Graz, Salzburg, Wiener Neustadt und Feldkirch. Sie liegen alle in der unmittelbaren Umgebung von Spezial- und Kinderkliniken sowie Therapiezentren. Auch das Landeskrankenhaus Feldkirch ist fußläufig in nur wenigen Minuten erreichbar. Rund 1700 Familien finden jedes Jahr für die Behandlungsdauer ihrer Kinder in den Appartements der Ronald McDonald Kinderhilfe ein Zuhause auf Zeit. Die Aufenthaltsdauer beträgt im Durchschnitt 21 Tage. Mitunter führt die hohe Auslastung zu Wartezeiten. „Wir sind jedoch bemüht, jeder Familie schnellstmöglich einen Platz zu verschaffen“, sagt Melinda Amling, die für den operativen Betrieb aller Häuser zuständig ist.

Ein Zuhause auf Zeit
Der Wohnbereich im Appartement zeugt von Behaglichkeit.

Im Ronald McDonald Kinderhilfe Haus in der Carinagasse in Feldkirch stehen auf gut 600 Quadratmetern sechs Appartements zur Verfügung. In jedem Appartement ist Platz für fünf Personen. Es gibt eine Waschküche und einen großzügigen Gemeinschaftsraum mit einer vollausgestatteten Küche. Jede Familie hat zudem einen eigenen Kühlschrank. Es sind auch Lebensmittel vorrätig, zumeist Sachspenden. Was zusätzlich benötigt wird, besorgen sich die Familien selbst. Pro Nacht wird ein Unkostenbeitrag von 15 Euro eingehoben. „Kann das eine Familie nicht stemmen, finden wir eine andere Lösung“, beruhigt Amling. Kurt Fercher ist dankbar für die nach wie vor hohe Spendenbereitschaft, die dies ermöglicht.

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Kurt Fercher bespricht mit Assistentin Kathrin Groß letzte Details.

Zimmerpatenschaften

Die kam ebenso bei der Ausgestaltung der Appartements zum Ausdruck. „An diesem Boden“, sagt Fercher und zeigt auf den eleganten Holzbelag, „hat das Unternehmen nichts verdient.“ Es sind Firmen, welche die Idee häufig mit sogenannten Zimmerpatenschaften unterstützen. Für 3950 Euro im Jahr prangt ihr Name dann an der Eingangstür. Familien zeigen ihre Dankbarkeit zuweilen ebenfalls mit der Übernahme einer solchen Patenschaft. Auch das Ehrenamt hält Einzug im neuen Ronald McDonald Kinderhilfe Haus. Zehn Freiwillige greifen Kurt Fercher und seinem Team tatkräftig unter die Arme.

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Kurt Fercher ist Sozialarbeiter und freut sich auf seine neue Aufgabe.

Die Information an die Familien über die Wohnmöglichkeit in der Nachbarschaft läuft über das Landeskrankenhaus. „Die Mitarbeitenden dort wissen am besten, welche Familie akuten Bedarf hat“, erklärt Fercher. Kommende Woche wird das Haus offiziell seiner Bestimmung übergeben und von Bischof Benno Elbs geweiht. Ein Tag der offenen Tür ist auch geplant. „Wann genau, wissen wir noch nicht“, bemerkt Kurt Fercher lächelnd. Jetzt heißt es erst einmal beginnen.

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Auch der Notwendigkeit,eventuell im Homeoffice arbeiten zu müssen, wurde Rechnung getragen.
Ein Zuhause auf Zeit
Die Einrichtung wurde mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail ausgewählt.
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Der Gemeinschaftsraum lässt viel Platz für Kochen, Austausch und andere Aktivitäten.
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Ein Blick ins Badezimmer: Es ist alles da, was benötigt wird.