Streiflicht: Was uns alles zufällt

Auf dem Handy verdüstern Gewitterwolken das Regenradar, am Himmel scheint die Sonne. Die Prüfung hätte schief gehen müssen, doch der Student trägt verdutzt ein „Sehr gut“ nachhause. Gleich wird das Schiff auf Grund laufen! Plötzlich schiebt eine unsichtbare Hand eine Handbreit Wasser unter den Kiel. Der Wind dreht. Selbst im Sturmgetöse atmet die Crew hörbar auf.
Naturgesetze lenken unser Leben in Bahnen. Und doch fällt uns oft Erlösung zu. Einfach so, unverdient. Der Zufall führt Regie. Religiöse Menschen danken dann ihren Schutzengeln und deren Hang zu Überstunden. Denn Menschen kommen bedürftiger und schutzloser als jedes andere Tier zur Welt. Viele bleiben es ein Leben lang.
Am Gründonnerstag betreten wir das Zentrum der Karwoche. Sie erzählt vom denkbar größtmöglichen Zufall der Weltgeschichte: Gottes Liebe fällt den Menschen zu. Er wird sogar selbst ein Mensch. Dabei weiß er, dass sie ihn töten werden. Sonst wäre er nicht Gott. Und doch rächt er sich nicht. Ausgerechnet dem mörderischen Menschengeschlecht bleibt er liebend verbunden. Das meint die Bibel wohl, wenn sie schreibt: Bei Gott ist nichts unmöglich.