Wie ein Biber in Hohenems Hausbesitzer zur Verzweiflung bringt

VN / 01.04.2026 • 15:45 Uhr
Wie ein Biber in Hohenems Hausbesitzer zur Verzweiflung bringt
VN/SteurerDer Biber hat im Garten von Barbara Jäger-Schäfer ganze Arbeit geleistet. Diesen Kirschlorbeerbaum hat er durchgebissen.

Weidenkätzchen verstümmelt, Lorbeerstrauch gefällt, alten Apfelbaum bearbeitet. Der Nager leistet ganze Arbeit.

Hohenems Barbara Jäger-Schäfer ist ratlos. Ihr Blick schweift vom außer Betrieb befindlichen Hütebub am Ufer des kleinen Baches über das, was einmal Weidenkätzchen waren, bis hin zum gefällten Lorbeerstrauch und dem angenagten Apfelbaum, an dessen Stamm eine dunkelgrüne Schutzschicht ins Auge sticht. “Was soll ich sagen. Ich hab’ nichts gegen Biber. Aber so kann das nicht weitergehen”, seufzt die 53-Jährige.

Viele Jahre störte nichts die Idylle im Garten der Jägers in der Hohenemser Kaiser-Franz-Josef-Straße. Doch als das Ehepaar Jäger-Schäfer im Sommer 2024 aus seinem Urlaub zurückkehrte, traute es ihren Augen nicht. “Wir mussten sehen, dass der Ast einer Zierpflanze weggefressen war. Auch unser alter Apfelbaum war stark angenagt.”

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VNStatt dieser Holzstümpfe waren da noch vor Kurzem Weidenkätzchen. Wenn Biber einmal zu arbeiten beginnen …

Böse Überraschung

Unverzüglich informierten die Jägers die Stadt. Diese verwies auf die Biberverantwortliche des Landes, Agnes Steininger. Die Expertin kam und empfahl die Anbringung eines Hütebubs am Ufer des kleinen Baches an der Gartengrenze. Das tat Barbara Jäger-Schäfer auch. “Wir hatten dann eine Zeit lang eine Ruhe.” Doch vor knapp zwei Wochen folgte die nächste böse Überraschung. “Wir sahen in der Früh unseren Kirschlorbeerbaum durchgebissen am Boden liegen. Und auch die Weidenkätzchen ganz am Ufer waren fast bis zur Gänze weggefressen. Wir wussten: Der Biber ist zurück.”

Bangen um den Apfelbaum

Offensichtlich, so musste die Hausbewohnerin zur Kenntnis nehmen, hatte der Hütebub nicht funktioniert. Der Biber konnte ungestört aus dem kleinen Bach heraussteigen und im Garten der Familie sein Unwesen treiben. Vor allem der drohende Verlust des Apfelbaumes schmerzt die Frau. “Er stirbt ab, ein großer Ast ist schon so gut wie tot. Er wird wohl kaum noch zu retten sein. Da kletterten früher unsere Kinder herum. Davon abgesehen trug er köstliche Früchte und war ein guter Schattenspender”, wird Jäger-Schäfer sentimental.

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VNEine Schutzschicht soll diesen vom Biber ramponierten Apfelbaum doch noch retten. Die Chancen dafür stehen schlecht.

“Muss was passieren”

Die Frau fühlt sich gespalten. “Wissen Sie, ich habe nichts gegen die Biber. Mir ist klar, dass der Mensch viele Tiere in ihren Lebensräumen total eingeengt hat. Aber das nützt uns hier jetzt halt nichts. Es muss etwas passieren, damit wir uns von diesem Problem befreien können.”

Das Wort Biberjagd nimmt Jäger-Schäfer dabei nicht in den Mund. Erst mal werden sie am Bachufer einen Zaun anbringen und hoffen, dass der Nager dadurch abgeschreckt wird. So wie er das auch beim Hütebub war, sofern dieser sich im aufgeladenen Zustand befand.

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Die Biber gelten als “Baumeister” unter den Tieren. Doch je näher sie menschlichen Siedlungen kommen, desto mehr stoßen sie auf Widerstand. APA

Die Jägers sind mit ihrem Problem nicht alleine. Die Biberpopulation im Land hat stark zugenommen, immer häufiger klagen auch private Hausbesitzer, die in der Nähe eines Gewässers wohnen, über Schäden in ihren Gärten durch den auch als “Baumeister” verzeichneten tierischen Nager.

Beim Land ist die Bejagung des Bibers schon längst kein Tabu mehr.