Marienkapelle im Nüziger Weiler Laz

Die kleine Kapelle auf Laz wurde in den letzten Jahren mit neuem Leben erweckt.
nüziders Der oberhalb von Nüziders gelegene Weiler Laz ist eine alte Walsersiedlung, wo die Bürger der Gemeinde das Recht der Besetzung mit Weidevieh und der Bannlegung des Waldes hatten. Die kleine Siedlung erhielt spätestens im 17. Jahrhundert ein eigenes Kirchlein und im 19. Jahrhundert sogar ein eigenes Schulhäuschen.

Die Flurkapelle “Unsere Liebe Frau Mariä Heimsuchung” wurde um 1672 errichtet, und Pfarrer Mauritius Wolf erwarb sich mit der 1682 erfolgten Stiftung eines Dreifaltigkeitsbenefiziums große Verdienste um das kleine Gotteshaus. Nach der Aufhebung des Benefiziums während der bayerischen Fremdherrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel das Vermögen der Pfarre Bludenz zu. Die Stiftungsverbindlichkeiten wurden später zwischen den Pfarren Bludenz und Nüziders aufgeteilt.
Die Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss, ist zur Gänze gemauert und wird nach oben von einem Kreuzgewölbe abgeschlossen. An der Südseite ist eine kleine Sakristei angebaut. Das Kirchlein ist mit einem steilen, geschindelten Dach gedeckt, auf dem sich über der westseitigen Eingangsfassade ein Dachreiter mit einem metallenen Helm befindet, unter dem zwei Glöcklein angebracht sind.

Der Innenraum, in dem auf beiden Seiten sieben Bankreihen stehen, ist durch einen Rundbogen von der Apsis getrennt und wird durch fünf Fenster erhellt. Dazwischen befindet sich ein Kreuzweg aus dem späten 18. Jahrhundert.
Prunkstück der Kapelle ist der barocke Altar, der von zwei gedrehten Holzsäulen flankiert ist, an denen Blumengirlanden emporranken. Im Zentrum des Altars befindet sich eine Darstellung der Muttergottes mit dem berühmten Motiv “Maria Hilf” von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1537. Maria ist dabei von 15 Rosen umrahmt, und ein Engel reicht ihr eine Schale mit Rosenkränzen – auch das ein Hinweis darauf, wie wichtig dem Stifter, der in der linken unteren Ecke des Bildes abgebildet ist, der Rosenkranz gewesen sein dürfte. Ihm gegenüber bittet eine im Fegefeuer leidende Personengruppe die Muttergottes um Hilfe, was wohl in einem Schriftzug mit eigenartigen, schwer zu entschlüsselnden Buchstaben zum Ausdruck gebracht wird.
Zu beiden Seiten des Altars, der nach oben von einem angedeuteten Baldachin mit einem hl. Geist in einem Strahlenkranz abgeschlossen wird, befinden sich auf kleinen Podesten zwei Reliquiare und darüber zwei Figuren: links der hl. Nepomuk und rechts der hl. Josef. Eine Besonderheit ist an der linken Wand der Apsis ein Votivbild aus dem Jahr 1715, das die schwangere Maria mit ausgebreiteten Händen zeigt. Die Bildunterschrift gibt den Stifter an: Johannes Schrody, Maur Maister in Brünn in Mähren.
Nach einer letzten größeren Renovierung Mitte der 1980er-Jahre erschien die Kapelle in neuem Glanz, und es ist vor allem das Verdienst von Pfarrer Karl Bleiberschnig, dass die Kapelle heute regelmäßig für liturgische Zwecke genutzt wird und damit viel stärker im Bewusstsein der Menschen der Umgebung verankert ist, als das in früheren Jahrzehnten der Fall war. OS