So lässt eine Welt in Aufruhr die Reiseveranstalter stöhnen

VN / 15.04.2026 • 15:41 Uhr
So lässt eine Welt in Aufruhr die Reiseveranstalter stöhnen
Armin.Malojer@vn.vol.atTraumstrände auf den Malediven. So verlockend diese sind, so kompliziert und teuer können Flugreisen dorthin sein.

Unsicherheit und Teuerungen lassen auch vielen Vorarlbergern die Reiselust vergehen.

Dornbirn, Götzis, Feldkirch. “Es wird uns leider nie langweilig”, meint Ralph Loacker, Geschäftsführer des gleichnamigen Reiseunternehmens, mit einem launigen Seufzer. Kein Wunder. Ukraine-Krieg, Nahost und jetzt die Golfregion: Eine Welt in Unruhe vergällt vielen Menschen die Sehnsucht nach der Ferne. Gecancelte Flüge, Verspätungen, Stornierungen, Umbuchungen und frustrierte Kunden sind die Folgen der Krisen, die einfach nicht enden wollen und sich derzeit nahtlos ablösen bzw. parallel verlaufen.

Mehr Arbeit, weniger Einnahmen

“Es ist schon ganz schön herausfordernd”, sagt Loacker ehrlich. Besonders die Krisenregion am Golf mit den Flug-Drehkreuzen Dubai, Doha und Abu Dhabi macht dem Reiseunternehmer zu schaffen. “Wir sitzen jeden Tag auf Nadeln. Die derzeitige Situation bedeutet Umsatzverlust bei gleichzeitig mehr Arbeit.” Alternative Strategien zu suchen, sei schwierig. “Wer nach Thailand will, dem kann man als Ersatz nicht einfach einen Urlaub am Gardasee schmackhaft machen”, erklärt Loacker. Bei internationalen Krisenentwicklungen sei man einfach ohnmächtig. Ganz die Zuversicht nehmen lassen will sich Ralph Loacker dennoch nicht.

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VNFlughafen Dubai heuer Anfang März. Durch den Iran-Krieg und die Sperre des Reiseknotenpunkts brach dort Chaos aus. Kremmel

“Trump, Trump, Trump”

Das will auch Christian Urban von Nachbaur-Reisen in Feldkirch nicht. “Für das, was derzeit auf der Welt los ist, halten wir einen hohen Level an Buchungen”, berichtet der erfahrene Reiseberater. Als Profi weiß er, wie wichtig gerade in seiner Branche Zuversicht ist. Dass Dinge derzeit jedoch nicht so sind, wie sie schon einmal waren, nimmt allerdings auch Urban wahr. “Ich höre immer nur Trump, Trump, Trump. Du weißt nie, was dem morgen wieder einfällt. Natürlich hat das Auswirkungen auf unsere Branche.” Und schon ist Urban wieder bei der Zuversicht angelangt. “Ich bin überzeugt, es gibt bei uns einen großen Schub, wenn endlich wieder einmal Normalität einkehrt.”

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Christian Urban von Nachbaur-Reisen in Feldkirch glaubt an einen Reiseboom nach Ende der derzeitigen Krise. VMH

Mehr Busreisen

Die Verzweiflung nicht Überhand gewinnen lässt auch Klaus Herburger, langjähriger Obmann der Fachgruppe der Reisebüros in der Wirtschaftskammer und Geschäftsführer von Herburger Reisen. “Derzeit gehen noch überraschend viele Buchungen. Vor allem bei Gruppenreisen.” Gefragt seien derzeit speziell auch Busreisen.

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Klaus Herburger von Herburger Reisen versucht in seinem Unternehmen, alternative Destinationen zu forcieren. VN/Serra

“Völlig spurlos gehen diese Krisen aber natürlich nicht an uns vorbei. Besonders bei Familien merken wir derzeit eine gewisse Zurückhaltung.” Bei Herburger Reisen würde man sich Gedanken über Alternativen zu riskant scheinenden Fernreisen machen. Viel schlimmer als die durch politische Krisen verursachte Verunsicherung seien jedoch Streiks bei Fluglinien. “Die machen uns viel mehr zu schaffen”, betont Herburger.