Wertschätzung für unverzichtbare Arbeit

Heimat / 21.04.2026 • 10:03 Uhr
Christine Jutz, Olivia Mair und Priska Hartmann sorgten für die gute Atmosphäre.
Christine Jutz, Olivia Mair und Priska Hartmann sorgten für die gute Atmosphäre.Andrea Fritz-Pinggera

Im Begegnungscafé Nenzing stehen Austausch, Information und Dank im Mittelpunkt.

Nenzing Einmal im Monat laden die Marktgemeinde Nenzing und Caritas & Du Personenbetreuer ins Café “mittadinna” am Ramschwagplatz zu einem offenen Treff ein. Auch diesmal nutzten viele der in Nenzing tätigen Betreuer die Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Informationen mitzunehmen, Fragen zu klären und für zwei Stunden etwas Abstand vom fordernden Alltag zu gewinnen. Das Begegnungscafé ist bewusst unkompliziert angelegt: ohne Anmeldung, ohne Verpflichtung, aber mit spürbarer Aufmerksamkeit für jene Menschen, die in vielen Familien eine tragende Rolle übernehmen. Dass der Treff so gut angenommen wird, liegt auch an seiner freundlichen Atmosphäre. Der Tisch ist liebevoll gedeckt, Blumendeko sorgt für ein herzliches Willkommen, dazu kommen selbst gebackene Kuchen, frische Früchte, Buttermilchcreme, Knabbereien und Getränke. Vor allem aber ist es die offene, herzliche Stimmung, die den Nachmittag prägt. Dafür sorgt das sympathische Team mit Christine Jutz, Priska Hartmann (ehemalige Sonnen-Wirtin) und Olivia Mair (Soziales, Gemeinde Nenzing), die als Gastgeberinnen einen Rahmen schufen, in dem Begegnung leicht wurde.

Ein reich gedeckter Tisch und viele Informationen erwartete die Gäste.
Ein reich gedeckter Tisch und viele Informationen erwarteten die Gäste.

Informationen aus erster Hand

Neben dem persönlichen Miteinander hat das Treffen auch einen ganz praktischen Nutzen. Daniela Novak von der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen stand für Fragen zu Versicherung, Pension und verwandten Themen zur Verfügung. Nicole Albrecht-Kirchler von der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung informierte über Musterverträge, einen neuen WhatsApp-Infokanal und weitere Unterstützungsangebote. So wird das Begegnungscafé auch zu einem Ort, an dem Wissen niederschwellig weitergegeben werden kann. In Nenzing sind 55 Personenbetreuer:innen tätig. Viele von ihnen kommen aus südosteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien und leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass betreuungsbedürftige Menschen in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Damit entlasten sie nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige. “Ihr Einsatz ist für viele Haushalte selbstverständlich geworden, verdient aber gerade deshalb Sichtbarkeit und Wertschätzung”, sagt Nicole Albrecht-Kirchler.

Die Betreuerinnen freuten sich über die Wertschätzung.
Die Betreuerinnen freuten sich über die Wertschätzung.

Eine Biografie stellvertretend für viele

Unter den Gästen ist auch Remetan Sanda aus Rumänien, Mutter von drei Kindern und Großmutter von drei Enkeln. In ihrer Heimat arbeitete sie 27 Jahre lang als Laborantin, danach lebte sie drei Jahre in New York. Nach ihrer Rückkehr pflegte sie daheim zunächst die eigene Mutter, bevor sie vor 15 Jahren nach Österreich kam. Zuerst lebte sie vier Jahre in Tirol, danach in Vorarlberg. “Ich habe immer gute Familien als Arbeitgeber gehabt”, sagt sie. Viele dieser Beziehungen seien über lange Zeit gewachsen. Sechseinhalb Jahre war sie in Frastanz tätig, inzwischen arbeitet sie in Röns. Deutsch lernte sie bereits in der Schule und hat ihre Deutschkenntnisse seither noch intensiver verfeinert. Solche Lebenswege machen sichtbar, wie viel Erfahrung, Verlässlichkeit und persönliche Kraft in dieser Tätigkeit steckt. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 18. Mai sind die Personenbetreuer in Nenzing erneut eingeladen. AFP

Nicole Albrecht-Kirchler (wko) und Daniela Novak (SVS) informierten.
Nicole Albrecht-Kirchler (WKO) und Daniela Novak (SVS) informierten.

Remetan Sanda ist seit 15 Jahren in Österreich tätig.
Remetan Sanda ist seit 15 Jahren in Österreich tätig.
Auch die beiden Gäste freuen sich auf das nächste Begegnungscafé im Mail
Auch die beiden Gäste freuen sich auf das nächste Begegnungscafé im Mai.