Wald des Friedens feierlich eröffnet

VN / 23.04.2026 • 14:45 Uhr
Am Donnerstag wurde der langersehnte Wald des Friedens am Gebhardsberg eröffnet. Erika und Peter Grabher kamen zur Eröffnung.
Am Donnerstag wurde der langersehnte Wald des Friedens am Gebhardsberg eröffnet. Erika und Peter Grabher kamen zur Eröffnung.Bernadette von Sontagh

Großer Andrang bei Eröffnung der Naturruhestätte “Wald des Friedens” am Gebhardsberg.

Bregenz Die Eröffnung der neuen Naturruhestätte “Wald des Friedens” am Gebhardsberg stieß am Donnerstagvormittag auf reges Interesse. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von dem besonderen Bestattungsangebot zu machen. Auch Vertreter der Bestatter waren anwesend und zeigten sich dankbar, dass die Politik den Weg für diese alternative Ruhestätte geebnet hat. “In den vergangenen Jahren haben uns immer wieder Anfragen nach dieser Bestattungsform erreicht”, erklärte Patrick Nuck, Vizeinnungsmeister der Vorarlberger Bestatter. Der neue Waldfriedhof entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Bregenz, dem Ethik & Umwelt Krematorium Hohenems sowie den Vorarlberger Bestattern. Es handelt sich bereits um den zweiten “Wald des Friedens” in der Region.

Claus Kergel, Geschäftsführer vom Ethik & Umwelt Krematorium und Betreiber des Wald des Friedens, eröffnete feierlich den Wald am Gebhardsberg.
Claus Kergel, Geschäftsführer des Ethik & Umwelt Krematoriums und Betreiber des Wald des Friedens, eröffnete feierlich den Wald am Gebhardsberg.

Wunsch nach alternativer Bestattungsform

Claus Kergel, Geschäftsführer des Ethik & Umwelt Krematoriums und Betreiber des “Wald des Friedens”, betonte bei der Eröffnung, dass die Naturbestattung im Wald keine Konkurrenz zum klassischen Friedhof darstelle. “Die Gesellschaft verändert sich, und wer hier seine letzte Ruhestätte finden möchte, kann dies nun tun. Der Wald des Friedens ist ein Zusatzangebot für die Menschen”, so Kergel. Auch Pfarrer Manfred Fink war zur Eröffnung gekommen und dankte den Initiatoren für ihr Engagement: “Auch hier sollen Menschen ihre letzte irdische Ruhestätte finden können”, sagte er.

Christa Drabosenik hat ihren Traumplatz gefunden.
Christa Drabosenik hat ihren Traumplatz gefunden. “Am liebsten ganz oben, da ist die Aussicht so schön.”

Persönliche Beweggründe für den Wald

Christa Drabosenik (67) hat sich bereits einen Baum im neuen Wald des Friedens reservieren lassen. “Da ich alleinstehend bin und sehr naturverbunden, möchte ich hier bestattet werden”, sagt sie. Auch Erika und Peter Grabher aus Bregenz können sich eine Bestattung im Wald gut vorstellen: “Wir möchten niemanden mit der Grabpflege belasten und fühlen uns der Natur verbunden.” Rudolf Greussing (83) aus Bregenz sieht das ähnlich: “Ich bin hier geboren und möchte hier meine letzte Ruhe finden. Für mich kommt nur eine Bestattung im Wald infrage, denn ein Kind lebt in Hongkong, das andere in Düsseldorf.” Im Anschluss an die feierliche Eröffnung nutzten viele Besucher die Gelegenheit, durch den Mischwald zu spazieren und die besondere Atmosphäre zu erleben. Für Menschen, denen der Weg zu den einzelnen Bäumen zu steil ist, steht künftig ein Waldgleiter – ein Golfwagen – zur Verfügung, der Trauernde direkt zum gewünschten Baum bringt.

Rudolf Greussing und Peter Grabher kamen, um sich zu informieren.
Rudolf Greussing und Peter Grabher kamen, um sich zu informieren.

So funktioniert eine Naturbestattung

Verstorbene werden nach der Kremation in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt. Die Urne wird an den Wurzeln eines ausgewählten Baumes in die Erde eingebracht. Der Baum übernimmt dabei die Funktion von Grab und Gedenkstätte. Nach der Beisetzung wird ein kleines Namensschild am Baum angebracht. Auf klassischen Grabschmuck, Kerzen oder individuelle Grabgestaltung wird bewusst verzichtet, die Natur übernimmt die Grabpflege. Auf dem Gedenkplatz können Abschiedsfeiern individuell – weltlich oder religiös – gestaltet werden.

Ein Angebot, das den Bedürfnissen der Menschen entspricht

“Wir als Bestatter stehen hinter dem Wald des Friedens und schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Krematorium”, betonte Patrick Nuck. Auch Claus Kergel unterstrich: “Der Mensch kehrt im Wald zu den Wurzeln eines Baums zurück, als Teil des Kreislaufs des Lebens, der mit dem Tod nicht endet.” Mit dem neuen “Wald des Friedens” wird den Wünschen vieler Menschen nach einer naturnahen und würdevollen Bestattungsform entsprochen. BVS

Auch die Bestatter kamen zur Eröffnung und freuten sich, dass den Menschen nun auch diese Form der Beisetzung zur Verfügung steht.
Auch die Bestatter kamen zur Eröffnung und freuten sich, dass den Menschen nun auch diese Form der Beisetzung zur Verfügung steht.

 

Menschen spazierten an den Bäumen entlang auf der Suche nach einem würdevollen Platz.
Menschen spazierten an den Bäumen entlang auf der Suche nach einem würdevollen Platz.
Menschen spazierten an den Bäumen entlang auf der Suche nach einem würdevollen Platz.
Menschen spazierten an den Bäumen entlang auf der Suche nach einem würdevollen Platz.
Der Mischwald hat verschiedene Plätze vorgesehen und erstreckt sich auf drei Hektar.
Der Mischwald hat verschiedene Plätze vorgesehen und erstreckt sich auf drei Hektar.
Mit dabei: die Bestatter aus dem Land.
Mit dabei: die Bestatter aus dem Land.
Claus Kergel (Ethik & Umwelt Krematorium und Betreiber vom Wald des Friedens), Patrick Nuck (Bestatter und Vizeinnungsmeister), Pfarrer Manfred Fink, Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück eröffneten am Donnerstagvormittag den Wald des Friedens.
Claus Kergel (Ethik & Umwelt Krematorium und Betreiber des Wald des Friedens), Patrick Nuck (Bestatter und Vizeinnungsmeister), Pfarrer Manfred Fink, Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück eröffneten am Donnerstagvormittag den Wald des Friedens.
Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück freuten sich, den Waldfriedhof eröffnen zu können.
Bürgermeister Michael Ritsch und Vizebürgermeister Roland Frühstück freuten sich, den Waldfriedhof eröffnen zu können.
Interessierte erkundigten sich bei den Bestattern, wie eine Besetzung im Wald des Frieden stattfindet.
Interessierte erkundigten sich bei den Bestattern, wie eine Beisetzung im Wald des Friedens stattfindet.
Ein
Ein “Waldgleiter” bringt die Trauergäste, denen der Weg zu steil ist, zum Baum.
Interessierte kamen, um das neue Angebot kennenzulernen.
Interessierte kamen, um das neue Angebot kennenzulernen.
Auf dem Gedenkplatz sprachen die Vertreter aus Politik, Kirche und Bestatter über das neue Zusatzangebot der Beisetzung.
Auf dem Gedenkplatz sprachen die Vertreter aus Politik, Kirche und Bestattern über das neue Zusatzangebot der Beisetzung.
Der Mischwald am Gebhardsberg ist für viele der ideale Ort, um hier die letzte Ruhe zu finden.
Der Mischwald am Gebhardsberg ist für viele der ideale Ort, um hier die letzte Ruhe zu finden.