Dieser Flohmarkt stärkt Nachbarschaftssinn

VN / 30.04.2026 • 12:44 Uhr
Sandra Wohlgenannt mit Bewohner Sven Wiedenbauer. Er hatte die Idee, einen Flohmarkt in der HG-Siedlung zu veranstalten.
Sandra Wohlgenannt mit Bewohner Sven Wiedenbauer. Er hatte die Idee, einen Flohmarkt in der HG-Siedlung zu veranstalten. Bernadette von Sontagh

Ein Flohmarkt bringt frischen Wind und neues Miteinander in die Hannes-Grabher-Siedlung in Lustenau.

Lustenau “So etwas hat es bei uns noch nie gegeben”, berichtete Elisabeth, die seit zehn Jahren in der Hannes-Grabher-Siedlung in Lustenau wohnt. Früher gab es kaum Kontakt zu den Nachbarn, doch das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. “Hier tut sich was. Genauer gesagt, seit Sandra bei uns in der Siedlung ist”, sagte sie stolz. Sandra Wohlgenannt ist Sozialarbeiterin bei der Fachstelle “Zusammen.Leben” der Marktgemeinde Lustenau. Sie hat ihr Büro in der Siedlung und ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Mit verschiedenen Projekten bringt sie die Bewohner der Siedlung zusammen und fördert so ein Miteinander, das von allen sehr geschätzt wird. Am Sonntag fand der erste Flohmarkt in der Siedlung statt, organisiert von der Aktivgruppe, einer Gruppe von Menschen, die sich für ein gutes Zusammenleben in der Hannes-Grabher-Siedlung einsetzen.

Von neun bis 15 Uhr dauerte der Flohmarkt.
Von neun bis 15 Uhr dauerte der Flohmarkt.

Gemeinsam aktiv werden

Die Aktivgruppe zählt rund zehn Mitglieder. Einer von ihnen ist Sven Wiedenbauer (25), der seit drei Jahren in der Siedlung lebt und Sandra Wohlgenannt bei der Organisation des ersten Flohmarktes unterstützte. “Wir haben herumgefragt, wer Interesse an einem Stand hat, und das dann gemeinsam mit der Gemeinde organisiert”, erklärte er. Die Idee zum Flohmarkt kam von ihm selbst. Als leidenschaftlicher Flohmarktbesucher und beruflicher Haushaltsauflöser hatte er schon länger den Wunsch, einen Flohmarkt im Innenhof zu veranstalten. Insgesamt wurden 15 Tische aufgebaut, an denen die Bewohnerinnen und Bewohner ihre nicht mehr benötigten Gegenstände zum Verkauf anboten. Einige backten Kuchen oder steuerten Kaffee und Snacks bei. Die Einnahmen dieser Snacks kommen der Aktivgruppe zugute, um auch in Zukunft weitere Veranstaltungen für die Siedlung zu ermöglichen.

Selime (rechts) mit ihren Enkeln Mohamed und Sara.
Selime (rechts) mit ihren Enkeln Mohamed und Sara.

Ein neues Miteinander

“Ich wohne schon seit 18 Jahren hier. Einen Flohmarkt gab es noch nie”, freute sich Elisabeth. Sie nutzte die Gelegenheit, um Dinge aus dem Keller zu verkaufen. In unmittelbarer Nähe bot Aynur Kinderspielzeug an, einen festen Preis gab es bei ihr nicht. “Man darf geben, was man kann. Ich lege das Geld dann für die Kinder ins Kässile”, sagte sie. Am Stand von Selime verkaufte Enkelin Sara Kleidung, während Selime für ihren Enkel Mohamed kulinarische Köstlichkeiten vorbereitet hatte.

Anni und Heidi sind auch in der Aktivgruppe der HG-Siedlung. Sie waren mit einem eigenen Stand am Flohmarkt vertreten.
Anni und Heidi sind auch in der Aktivgruppe der HG-Siedlung. Sie waren mit einem eigenen Stand am Flohmarkt vertreten.

Der Erlös fließt in ein Schulprojekt, das Mohamed am Gymnasium in Lustenau umsetzt. Die Stimmung unter den Besucherinnen und Besuchern, Ausstellern und Organisatoren war ausgezeichnet. “Jedes Mal, wenn wir eine Veranstaltung haben, scheint die Sonne”, freute sich Sandra Wohlgenannt. Auch Sven ist überzeugt: “Es muss auf jeden Fall wieder einen Flohmarkt geben.” Nebenan spielten die Kinder an verschiedenen Stationen, die von der Offenen Kinder- und Jugendarbeit vorbereitet wurden. “Gerade solche Aktionen sind wichtig, denn sie schweißen auch die Aktivgruppe zusammen. Wenn man gemeinsam etwas erlebt, stärkt das den Zusammenhalt”, sagte Sandra zufrieden. Sie weiß: Mit jeder neuen Aktion werden weitere Bewohnerinnen und Bewohner erreicht und so rückt die Siedlung immer näher zusammen. BVS

Christine, Rüya und Dilara nutzten dieses Angebot und verkauften nicht mehr gebrauchte Sachen beim Flohmarkt.
Christine, Rüya und Dilara nutzten dieses Angebot und verkauften nicht mehr gebrauchte Sachen beim Flohmarkt.
Elisabeth wohnt seit 18 Jahren in der Siedlung:
Elisabeth wohnt seit 18 Jahren in der Siedlung: “So etwas Tolles gab es noch nie.”
Nach und nach füllte sich der Innenhof.
Nach und nach füllte sich der Innenhof.
An der verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
An den verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
An der verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
An den verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
Sven verkaufte Kuchen und Kaffee.
Sven verkaufte Kuchen und Kaffee.
An der verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
An den verschiedenen Ständen gab es einiges zu entdecken.
Maria und Elisabeth schätzen die Arbeit von Sozialarbeiterin Sandra Wohlgenannt und freuten sich über ihren ersten Flohmarkt in der Siedlung.
Maria und Elisabeth schätzen die Arbeit von Sozialarbeiterin Sandra Wohlgenannt und freuten sich über ihren ersten Flohmarkt in der Siedlung.
Ömer erfreute sich an einem Ratespiel der OK-JA!
Ömer erfreute sich an einem Ratespiel der OK-JA!