März war Rückschlag für Wälder Tourismus

VN / 30.04.2026 • 16:24 Uhr
Seit den 1970-er Jahren diskutiert und plant Schröcken eine Dorfbahn, jetzt hat das Projekt einen Schritt zur Realisierung gemacht: Ein positiver Bescheid nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung ist erteilt, das Vorhaben mit Talstation auf dem Kirchenbühel (Bildmitte) und Bergstation am Falkenkopf liegt vor.   
Seit den 1970er-Jahren diskutiert und plant Schröcken eine Dorfbahn, jetzt hat das Projekt einen Schritt zur Realisierung gemacht: Ein positiver Bescheid nach dem Gesetz über Naturschutz und Landschaftsentwicklung ist erteilt, das Vorhaben mit Talstation auf dem Kirchenbühel (Bildmitte) und Bergstation am Falkenkopf liegt vor. peter strauss

Im Vergleich mit dem Vorjahrsmonat fehlen heuer rund 36.000 Nächtigungen (17 Prozent).

Egg Die gute Nachricht: Gegenüber der Wintersaison 2024/25 weist die Nächtigungsstatistik für die 22 Gemeinden des Bregenzerwaldes nach fünf von sechs Monaten noch immer ein Plus von knapp 11.000 Übernachtungen aus. Die schlechte: Im März war zwar mit Einbußen gerechnet worden, dass diese mit einem Minus von mehr als 36.000 Nächtigungen oder mehr als 17 Prozent heftig ausfielen, hat dann doch überrascht.

Schneemangel bis hinauf in mittlere Lagen, Hochfasnat im Februar – das konnten auch traumhafte Bedingungen in den hochalpinen Zentren der Region – Hochtannberg (Bild), Diedamskopf oder Damüls nicht kompensieren, der März brachte gegenüber dem Vorjahr einen empfindlichen Nächtigungsrückgang.  
Schneemangel bis hinauf in mittlere Lagen, Hochfasnat im Februar – das konnten auch traumhafte Bedingungen in den hochalpinen Zentren der Region – Hochtannberg (Bild), Diedamskopf oder Damüls – nicht kompensieren, der März brachte gegenüber dem Vorjahr einen empfindlichen Nächtigungsrückgang.

Altbekanntes Problem

Der Grund für die Verschiebungen in der Nächtigungsstatistik ist hinlänglich bekannt: Wegen Ostern und den von diesem Termin bedingten Ferien und vor allem der Hochfasnat verlagern sich die Urlauberspitzen von Jahr zu Jahr. So war 2025 die Hochfasnat im März (Aschermittwoch 5. März), heuer jedoch schon im Februar (Aschermittwoch 18. Februar). Das führte – wie berichtet – zu einem Rekord-Februar und eben empfindlichen Einbußen im März.

Nach längerem Stillstand geht es beim Mega-Projekt auf Neßlegg jetzt offenbar weiter. Die neuformierte Investorengruppe hat die Fertigstellung des Hotelbereichs bis spätestens 2028 avisiert, Anfang April zwischen Schneeresten aufgestellt Abfallcontainer vor der Baustelle künden an, dass es ernst wird. PETER STRAUSS   
Nach längerem Stillstand geht es beim Mega-Projekt auf Neßlegg jetzt offenbar weiter. Die neu formierte Investorengruppe hat die Fertigstellung des Hotelbereichs bis spätestens 2028 avisiert, Anfang April zwischen Schneeresten aufgestellte Abfallcontainer vor der Baustelle künden an, dass es ernst wird. PETER STRAUSS

“Winter-Million” noch möglich

Per Ende März stehen somit für den Zeitraum November 2025 bis März 2026 rund 936.000 Nächtigungen zu Buche und die magische Zahl von einer Million Winter-Nächtigungen ist durchaus im Bereich der Möglichkeiten. Rund 63.600 Nächtigungen im April wären dazu erforderlich. Zum Vergleich: 2025 wurden im April mehr als 71.000 Übernachtungen gebucht – allerdings bei einer deutlich längeren Saison.

In Schröcken-Heimboden wird an einem Mega-Vorhaben geplant und gerechnet, auf Neßlegg soll es nach langer Pause endlich weitergehen und in Warth ist das Appartementhotel als Ersatz für die 2020 geschlossene Pension Bickel weit fortgeschritten.
In Schröcken-Heimboden wird an einem Mega-Vorhaben geplant und gerechnet, auf Neßlegg soll es nach langer Pause endlich weitergehen und in Warth ist das Appartementhotel als Ersatz für die 2020 geschlossene Pension Bickel weit fortgeschritten.

Alle Gemeinden im Minus

Beim Nächtigungsrückgang waren sich die 22 Gemeinden der Talschaft “einig”: Es gab Einbußen in allen Kommunen. Am massivsten waren diese in Damüls (minus fast 6900), Mellau (minus 5800) und Schoppernau (minus 5400).

Auf die ganze bisherige Saison gerechnet legte Au fast 6200 Nächtigungen zu, mit knapp 5400 waren es in Mellau kaum weniger und Schröcken lag mit 3400 zusätzlichen Übernachtungen ebenfalls deutlich im Plus. Zu berücksichtigen ist freilich der Umstand, dass 2025 in Au gleich drei große Hotels wegen umfassender Modernisierungsmaßnahmen die Saison frühzeitig geschlossen hatten. Größte Verlierer waren heuer Schoppernau (minus 4600) und Damüls (minus 4200).

Leises Aufatmen in Schröcken

Auch abseits der Nächtigungsstatistik kommen Neuigkeiten aus der Region: Das seit Jahrzehnten diskutierte Dorfbahn-Projekt hat eine Hürde genommen, es liegt ein positiver Naturschutzbescheid vor. Nächster Schritt wird ein baureifes Projekt für das Mohnenfluh-Areal sein, an dem aktuell gearbeitet wird. Wie berichtet, haben Gemeinde und Betreibergesellschaft im vergangenen Herbst einen Grundsatzbeschluss formuliert. Dieses Projekt ist mit den zusätzlichen Betten eine Grundvoraussetzung für die Wirtschaftlichkeit der Dorfbahn.

Fortschritte gibt es auch auf Neßlegg, wo nach jahrelangem Stillstand des Vorhabens The Heimat, das erst zum Teil fertiggestellt ist, die Handwerker wieder bei der Arbeit sind. Ursprünglich hätte das Projekt mit einer 2018 geschätzten Investitionssumme von 57 Millionen Euro (inzwischen dürften es deutlich mehr sein) Ende 2021 eröffnet werden sollen. Dazu ist es nicht gekommen, denn vom Gesamtprojekt ist lediglich der Teil mit den Appartements fertiggestellt, Hotel und Infrastruktur wie Wellness harren hingegen noch der Fertigstellung, die jetzt für 2028 avisiert wurde. Einschließlich einer Neukonzeption des ehemaligen Hotels Widderstein, das Teil des Gesamtprojektes ist.

Die Investorengesellschaft hat sich in der “Baupause” neu formiert und ist nach eigener Aussage auch auf der Suche nach einem neuen Hotelbetreiber, nachdem sich die Kooperation mit Hilton zerschlagen hat. Für die Gemeinde ist es wichtig, dass vor allem die Hotelinfrastruktur – auch für Tagesgäste – realisiert wird. STP