“Wie ein Fiebertraum”: Dieser Vorarlberger gestaltet den ESC mit

VN / 01.05.2026 • 11:00 Uhr
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Im ESC-Team ist der Dornbirner Markus Tschapeller für das Maskottchen “Auri” zuständig.privat

Früher saß er als Fan vor dem Fernseher, heute ist Markus Tschapeller aus Dornbirn Teil des ESC-Teams und organisiert das größte Musik-TV-Event mit.

Vom musischen Zweig im BORG Schoren auf die große Bühne des Eurovision Song Contest: Markus Tschapeller (36) ist mittendrin, wenn eines der größten TV-Events der Welt nach Österreich kommt. Als Teil des Marketingteams sorgt er dafür, dass aus einer Fernsehshow ein Erlebnis für eine ganze Stadt wird.

Die Begeisterung für den Song Contest begann früh. Jahr für Jahr verfolgte Tschapeller die Show gemeinsam mit seiner Familie. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm “Everyway That I Can” von Sertab Erener, mit dem die Türkei 2003 gewann. “Ich wollte unbedingt die CD haben”, erzählt er. Doch in Vorarlberg wurde er nicht fündig: “Ich bin extra in mehrere Läden gefahren, aber ich habe sie nirgends bekommen.”

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Sein Weg führte ihn in den musischen Zweig des BORG Dornbirn, wo er Gesang als Schwerpunkt wählte. Nach der Matura zog es ihn – wie viele Gleichaltrige – nach Wien. Er entschied sich für ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, mit klarem Fokus: Marketing. “Ich wollte das schon als Kind machen, ohne genau zu wissen, was das ist”, sagt er.

"Wie ein Fiebertraum": Dieser Vorarlberger gestaltet den ESC mit
Markus Tschapeller wollte schon als Kind im Marketing arbeiten – heute ist er beim Song Contest mitten drin.privat

Noch während des Studiums fand er den Einstieg beim ORF: zunächst über ein Praktikum, später fix im Marketing. Große TV-Produktionen wie “Dancing Stars” oder “Starmania” wurden rasch Teil seines Arbeitsalltags – und der Eurovision Song Contest.

Zu seinen Aufgaben zählte es, die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu begleiten und deren Auftritte medial zu positionieren. 2014 war er Teil des Teams rund um den Sieg von Conchita Wurst, der bis heute nachwirkt: “Das war pure Euphorie. Wir haben alle gewusst: Das ist nicht nur ein Sieg, das ist ein Moment, der bleibt.”

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Beim Sieg von Conchita Wurst in Kopenhagen 2014 war Tschapeller bereits an Bord.APA-FOTO: ORF/MILENKO BADZIC

Trotz dieser Erfolge entschied sich Tschapeller später für einen Einschnitt. Aus einer geplanten Weltreise wurden schließlich vier Jahre unterwegs. “Ich bin sehr schwer vom ORF weggegangen”, sagt er. “Aber ich wollte nicht irgendwann sagen, ich habe nur gearbeitet und mein Leben nicht gelebt.”

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“Aber ich wollte nicht irgendwann sagen, ich habe nur gearbeitet und mein Leben nicht gelebt.”privat

Nach seiner Rückkehr schloss sich für ihn ein Kreis: Seine frühere Stelle beim ORF wurde frei, er bewarb sich – und kam zurück. Beim diesjährigen Song Contest ist er allerdings nicht mehr für die Betreuung des österreichischen Acts zuständig, sondern Teil der rund 60-köpfigen Organisationsdelegation.

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Nach vier Jahren Reisepause kehrte Tschapeller wieder in seinen Job zurück.privat

Im Marketing koordiniert Tschapeller unter anderem rund um das Maskottchen “Auri”, organisiert Auftritte, entwickelt Merchandising und bringt unterschiedliche Bereiche zusammen. “Ich bin so etwas wie der Tourmanager von Auri”, sagt er.

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Letzte Schliffe an “Auri” vor einem Auftritt.privat

Und wenn er in der Wiener Stadthalle steht und die Proben verfolgt, wird ihm immer wieder bewusst, wie besonders seine Arbeit ist: “Es fühlt sich manchmal wie ein Fiebertraum an.” LEN

ZUR PErson

NAME Markus Tschapeller
GEBURTSORT Dornbirn
ALTER 36
FAMILIE ledig
BERUF Marketing Project Manager
HOBBYS Reisen, Fotografie, Musik
LIEBLINGS-ESC-SONGS “Everyway That I Can” (Sertab Erener), “Euphoria” und “Tattoo” (Loreen), “Rise Like a Phoenix” (Conchita Wurst), “Hold Me Closer” (Cornelia Jakobs)