“Wir waren immer zu Streichen aufgelegt”

VN / 17.04.2026 • 14:00 Uhr
Franz (Jonny) Winder erinnert sich gern an seine Schulzeit in der damaligen Realschule.
Franz (Jonny) Winder erinnert sich gern an seine Schulzeit in der damaligen Realschule.privat

Franz Winder (91) freut sich auf das Alumnifest des Bundesgymnasiums Dornbirn und schwelgt in Erinnerungen.

Darum geht’s:

  • Franz Winder freut sich auf das Alumnifest 2026.
  • Winder erinnert sich an seine Schulzeit in der Nachkriegszeit.
  • Das Alumnifest bietet ein abwechslungsreiches Programm und Networking.

Dornbirn Den 30. Mai 2026 hat sich Franz Winder fett im Kalender angestrichen – dann feiert das Bundesgymnasium Dornbirn sein großes Alumnifest. Er wird vermutlich einer der Ältesten sein, die an ihre frühere Schule zurückkehren. “Ich bin neugierig, ob noch jemand von meinem Jahrgang dabei sein wird. Es sind schon einige gestorben, und beim letzten Maturatreffen waren wir nur noch zu viert”, meint der rüstige Pensionist.

“Ich glaube, dass damals vieles noch persönlicher war.”

sagt Franz Winder über seine Schulzeit an der damaligen Realschule.

Schulzeit in der Nachkriegszeit

Nach der Volksschule Dornbirn Oberdorf besuchte Winder acht Jahre lang die damalige Realschule. Voraussetzung dafür war – wie damals üblich – eine bestandene Aufnahmeprüfung. “Es war die Nachkriegszeit, daher waren wir verschiedene Jahrgänge, als wir in die Realschule eingetreten sind. In unserer Klasse waren 20 Burschen der Jahrgänge 1934 bis 1937 – kein einziges Mädchen”, erinnert sich Franz Winder, der von seinen Klassenkameraden stets “Jonny” gerufen wurde. Überhaupt gab es zu dieser Zeit kaum Mädchen an der Realschule, auch nicht im Lehrkörper.

Die Klasse von Franz Winder nimmt Aufstellung vor der Eingangstür der damaligen Realschule.
Die Klasse von Franz Winder nimmt Aufstellung vor der Eingangstür der damaligen Realschule.

“Ich glaube, dass damals vieles noch persönlicher war. Wir hatten zu den Professoren einen engen Kontakt.” Diese begleiteten die Schüler auch auf Skiwochen – wenn auch unter deutlich einfacheren Bedingungen als heute. “Einmal waren wir im Fuchswaldhaus am Körbersee. Wir sind mit dem Omnibus bis Schoppernau gefahren und dann zu Fuß nach Schröcken gewandert. Danach musste erst die Piste getreten werden – da würden sich heute viele anschauen”, erzählt Winder schmunzelnd.

Ein Foto aus dem Unterricht – so sahen die Klassenräume vor 70 Jahren aus.
Ein Foto aus dem Unterricht – so sahen die Klassenräume vor 70 Jahren aus.

Schöne Erinnerungen

Besonders lebendig ist auch die Erinnerung an die 75-Jahr-Feier der Bundesrealschule im Jahr 1953. Damals durfte Winder als Sechstklässler den Prolog beim offiziellen Festakt vortragen. Eine Strophe ist ihm bis heute präsent: “Ihr aber Lehrer, Bildner, Pädagogen, um unser Antlitz stets bemüht, verzeiht uns, wenn wir manchmal ungezogen, zu sehr von Überheblichkeit gesprüht.” Überhaupt sei es meist recht lustig zugegangen – und man sei wohl immer zu Streichen aufgelegt gewesen. Den schulischen Leistungen tat das keinen Abbruch: 1955 maturierte Franz “Jonny” Winder erfolgreich mit seinen zuletzt 14 Klassenkameraden. Einen Maturaball gab es damals noch nicht, auch das Valet wurde nur im kleinen Rahmen – gemeinsam mit Mitschülern und Lehrern im Weißen Kreuz – gefeiert. Anschließend ging es auf Maturareise nach München und Innsbruck.

Der Maturajahrgang 1955: Franz Winder (2. v. r.) mit Klassenkameraden und Klassenvorstand Otto Rümmele (3. v. l.).
Der Maturajahrgang 1955: Franz Winder (2. v. r.) mit Klassenkameraden und Klassenvorstand Otto Rümmele (3. v. l.).

Wiedersehen nach Jahren

Wie sehr sich seine frühere Schule im Laufe der Zeit verändert hat, davon wird sich Franz Winder, der nach der Matura Jus in Innsbruck studierte, beim Alumnifest am Samstag, 30. Mai, selbst ein Bild machen. “Das Alumnifest ist die perfekte Gelegenheit, alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen und in vertrauter Runde zusammenzukommen”, sagt Initiator Markus Schelling, langjähriger Lehrer am BGD und frisch pensioniert. Die Karten sind limitiert und unter tickets.bgdornbirn.at erhältlich.

Erinnerungen werden wach: Franz Winder mit der Jubiläumsausgabe des Jahresberichts zum 75. Schuljubiläum.
Erinnerungen werden wach: Franz Winder mit der Jubiläumsausgabe des Jahresberichts zum 75. Schuljubiläum.

Das Fest beginnt um 15 Uhr. Nach einem gemütlichen Ankommen können in der Schule verschiedene Themenräume erkundet werden – mit Ausstellungen, Fotos, Audio- und Videobeiträgen sowie Erinnerungen an Projekte, Skiwochen und Kulturreisen. Ehemalige Klassenzimmer laden zum Plaudern und Wiedersehen ein, zudem werden Schulführungen angeboten. Ein Highlight ist das Alumnibuch mit Geschichten, Anekdoten und Wissenswertem rund um das BGD. Für Verpflegung ist gesorgt.

Der Jahresbericht erinnert auch an den Festakt 1953, bei dem Franz Winder den Prolog vortrug.
Der Jahresbericht erinnert auch an den Festakt 1953, bei dem Franz Winder den Prolog vortrug.

Um 18.30 Uhr folgt ein Kurzprogramm. Danach klingt der Abend bei Musik und DJ stimmungsvoll aus. LCF

Zur Person

Franz (Jonny) Winder
Geboren 15. März 1935
Wohnort Dornbirn
Familie Gattin Leopoldina, Söhne Christoph und Thomas, Tochter Elisabeth, acht Enkel
Beruf Jurist in Pension (Prokurist bei J. M. Fussenegger)
Hobbys Bergsteigen, Obstveredelung
Lebensmotto eine positive Lebensweise, Bewegung und Geselligkeit

Franz Winder (91) blickt dem Alumnifest mit Vorfreude entgegen.
Franz Winder (91) blickt dem Alumnifest mit Vorfreude entgegen.
Franz Winder (91) lebt mit seiner Familie im Steinat in Dornbirn.
Franz Winder (91) lebt mit seiner Familie im Steinat in Dornbirn.
Franz Winder in seinem Garten in Dornbirn, im Hintergrund der Staufen – die Berge sind bis heute ein wichtiger Teil seines Lebens.
Franz Winder in seinem Garten in Dornbirn, im Hintergrund der Staufen – die Berge sind bis heute ein wichtiger Teil seines Lebens.