Das Abstiegsgespenst ist zurück

Altach verspielt vorzeitigen Klassenerhalt leichtfertig und muss nach 1:4 gegen WAC um Ligaverbleib fürchten.
Altach Das Abstiegsgespenst kreist wieder über dem Schnabelholz. Der so sehr erhoffte vorzeitige Klassenerhalt ist nach der bitteren 1:4-Heimschlappe vor mehr als 5000 Fans gegen Wolfsberg dem Nervenflattern gewichen. Zusammen mit dem GAK, Tirol, BW Linz und eben dem WAC befindet sich der SCR Altach nun in akuter Abstiegsgefahr. Zwei Spieltage vor Schluss sind die fünf Clubs gerade einmal durch drei Punkte getrennt. Für die Zaric-Schützlinge endete damit das so Cupfinal-Wochenende in einem Alptraum.
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Einem Traumtor folgten zwei folgenschwere Aussetzer von Torhüter Dejan Stojanovic. Und so drehte sich eine stark verlaufende Anfangsphase der Altacher wieder einmal in nur wenigen Minuten. Die Rheindörfler, bei denen Trainer Ognjen Zaric auf einen Einsatz von Patrick Greil verzichtete, fanden gut ins Spiel und erwischten einen perfekten Start. Dank Mike Bähre, der nach einem Ballgewinn am Mittelkreis einen Traumpass folgen ließ, und dank Srdjan Hrstic, der die Vorlage mit einem perfekten Schlenzer ins lange Eck zur Führung umsetzte (10.). Ein Treffer, der nicht nur dem Stürmer Sicherheit geben sollte. Denn zu diesem Zeitpunkt war der Klassenerhalt gesichert.

Doch nach einer halben Stunde stellte sich die Lage im Schnabelholz völlig anders dar. Plötzlich führte Wolfsberg mit 2:1. Nicht, weil die Wölfe ihre Zähne zeigten, sondern vielmehr, weil ausgerechnet die ansonsten so sichere Bank im Tor, Dejan Stojanovic, zweimal patzte. Beim Ausgleich bugsierte er einen nicht allzu platzierten Kopfball von Dominik Baumgartner ins eigene Tor (28.) und nach 32 Minuten sorgte ein Abschlag von ihm direkt in die Füße eines Kärntners für den nächsten Nackenschlag. Beim daraus entwickelten WAC-Angriff sah nur SR Safak Barmaksiz ein Foulspiel von Filip Milojevic. Den daraus resultierenden Freistoß setzte Rene Renner ins kurze Eck und ließ dabei Stojanovic erneut nicht gut aussehen.
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Nicht zum ersten Mal sahen sich die Altacher damit konfrontiert, einen Vorsprung leichtfertig verspielt zu haben. So in Ried (2:0), dann bei der WSG Tirol (2:0) und nun auch im 38. Bundesligaduell mit dem Team aus dem Lavanttal. Und nicht zum ersten Mal kassierte man innert weniger Minuten zwei Gegentreffer. Ein Muster, das darauf schließen lässt, dass die Anfälligkeit nach einem Gegentor besonders hoch ist.
Admiral Bundesliga
30. Spieltag
Qualifikationsgruppe
SCR Altach – Wolfsberger AC 1:4(1:2)
Altach, Stadion Schnabelholz, 5029 Zuschauer, SR Safak Barmaksiz (W)
Bisherige Saisonergebnisse: 2:0 (a), 3:1 (h), 1:1 (a)
Torfolge: 10. 1:0 Hrstic, 28. 1:1 Baumgartner (Kopfball), 32. 1:2 Renner, 70. 1:3 Gattermayer, 77. 1:4 Piesinger (Kopfball)
Gelbe Karten: 15. Baumgartner, 36. Pink, 56. Sulzner, 67. Avdijaj (alle WAC/alle Foulspiel)
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic (46. Antosch) – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch (84. Oswald), Demaku, Bähre (78. Benjamin), Ouédraogo – Massombo (84. Gorgon), Hrstic, Diawara (68. Greil)
Wolfsberger AC (3–4-2-1) Polster – Baumgartner (46. Diabate), Piesinger, Nicolas Wimmer – Wohlmuth, Sulzner (85. Gruber), Schöpf (85. Kujovic), Renner – Gattermayer, Ngankam (23. Pink), Agyemang (65. Avdijaj)

Stojanovic blieb wegen Übelkeit in der Kabine
Zur Pause blieb Torhüter Stojanovic in der Kabine. Der 32-Jährige berichtete über Übelkeit. Die nächste personelle Schwächung in der entscheidenden Meisterschaftsphase. Schon vor Spielbeginn war nämlich die Zwei-Spiele-Sperre für den Cup-Rotsünder Marlon Mustapha bekannt geworden. Für Altachs Nummer eins kam Daniel Antosch in die Partie und zu seinem Ligadebüt im SCRA-Dress.

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Das Geschehen auf dem Feld war nun fest in Altacher Händen, besser gesagt in deren Füßen. Die Heimischen übten Druck aus, ohne vorerst torgefährlich zu werden. Die 120 Cupminuten hatten doch viel an Substanz und vor allem Spritzigkeit gekostet. Doch die Moral stimmte: Bähre und Co. trieben den Ball immer wieder nach vorne, vor allem über die linke Seite, wo Ouédraogo mit seinen tiefen Läufen der WAC-Defensive einige Probleme bereitete. So auch bei einem schnellen Vorstoß, als er in den Lauf von Hrstic spielte und dieser einen Heber über Goalie Polster versuchte. Der Ball jedoch war zu hoch angetragen (64.).
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Im Gegensatz dazu zeigte sich Wolfsberg eiskalt. Die Kärntner konterten und jagten den Ball zweimal in die Maschen, wobei Antosch beim 1:4 nach einem Eckball nicht frei von Schuld war (78.).

Damit war der Stecker aus dem Altacher Spiel endgültig gezogen. Daran änderte auch die späte Einwechslung von Greil nichts mehr. Die Müdigkeit behielt die Oberhand und bescherte den Rheindörflern eine bittere Heimniederlage.