Warum der Wintereinbruch für die Vegetation eher gut ist

VN / 26.03.2026 • 13:31 Uhr
Warum der Wintereinbruch für die Vegetation eher gut ist
Apfelbauer Jens Blum kennt Schnee auf seinen Apfelblüten. Solange die Knospen jedoch noch zu sind, ist das nicht so schlimm. VN/Steurer

Wachstum gebremst. Kaum Schäden. Für den Wasserhaushalt ist der Schnee das Beste.

Schwarzach Als vom 20. bis 22. April 2017 ein grimmiger Frost über Vorarlberg hereinbrach, hatte das fatale Folgen. Praktisch alle bereits in Blüte befindlichen Obstpflanzen erfroren, was gleichbedeutend mit einem Totalausfall der Obsternte war. Der aktuelle Wintereinbruch hingegen wird wohl schadlos bleiben für Natur, Vegetation und Landwirtschaft.

“Da ist nichts passiert für Bäume und Pflanzen”, sagt Gärtnermeister Reinhard Brunner. “Es hat noch nichts geblüht. Nur die aus den Häusern nach draußen verfrachteten Pflanzen sollten natürlich geschützt werden.” Brunner sieht den Kälteeinbruch sogar eher positiv. “Weil es die Entwicklung der Vegetation vorübergehend gestoppt hat. Und das ist gut so.”

Warum der Wintereinbruch für die Vegetation eher gut ist
VN/PaulitschGärtnermeister Reinhard Brunner sieht den Wintereinbruch positiv. “Es verlangsamt die Entwicklung der Vegetation. Und das ist gut.”

Schnee besser als Regen

Ähnlich sieht es Christian Meusburger, bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg für Pflanzenbau zuständig. “Es war lange Zeit viel zu trocken. Und der Schnee ist von daher noch besser. Weil er langsamer in die Erde einsickert und sie mit Flüssigkeit versorgt.”

Etwas angespannt ist hingegen Jens Blum aus Höchst, der größte Apfelproduzent im Land. “Das, was bisher passiert ist, schadet keineswegs. Doch mir ist etwas bang vor der Nacht von Freitag auf Samstag. Da wurden Temperaturen von minus fünf Grad vorhergesagt. Das wäre dann schon grenzwertig. Kälter dürfte es nicht werden. Ich plane keinen Einsatz der Frostberegnungsanlage. Sie würde auch wenig nützen, wenn es windig ist. Und auch das kann passieren.”

Knospen noch zu

Ulrich Höfert, bei der Landwirtschaftskammer für Obstbau zuständig, meint: “Noch sind die Knospen der allermeisten Obstpflanzen nicht aufgebrochen. Doch in der Winterruhe befinden sie sich auch nicht mehr. Eisige Kälte über einen längeren Zeitraum könnte Schäden verursachen.”

Warum der Wintereinbruch für die Vegetation eher gut ist
Ulrich Höfert, Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer: “Die Nacht von Freitag auf Samstag wird doch recht frostig.”VN/Steurer

Tatsächlich kündigen die Wetterprognosen eine Fortsetzung der winterlichen Verhältnisse an, mit Minusgraden in der Nacht. Kälter als minus fünf Grad sollte es jedoch nicht werden.