Gefahr auf sechs Beinen: So viele Japankäfer wurden in Vorarlberg bereits entdeckt

Nach den Funden wurde das Monitoring intensiviert. Die Insekten sollen in Pheromon-Fallen gelockt werden.
Bregenz, Hörbranz Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein: Im Mai beginnt die Flugzeit des Japankäfers. Die Mitarbeiter der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum sind gewappnet.
Ende Juli 2025 hat eine Hörbranzerin in ihrem Garten den ersten Japankäfer in Österreich entdeckt. Bei den Fallenkontrollen wurden seither vier weitere Exemplare an drei Standorten gefunden. „Alle Funde liegen im Umkreis von weniger als einem Kilometer um den ersten Fundort. Die amtliche Untersuchung hat ergeben, dass es sich bei allen Funden um Männchen handelt“, berichtet die Landespressestelle auf Anfrage. Immerhin: Bei den Bodenuntersuchungen, die im vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr durchgeführt wurden, konnten keine Larven des gefräßigen Einwanderers nachgewiesen werden.

Für Landwirte, Gärtner, Weinbauern und Förster kann der knapp ein Zentimeter große Japankäfer zu einem wahren Alptraum werden: Er bzw. seine Larven fressen alles, was sie finden, von der Frucht über das Blatt bis zur Wurzel. Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) berichtet von mehr als 400 Pflanzenarten, die auf dem Speiseplan der Insekten stehen.

Nach den Funden im Vorjahr wurde die Erhebung intensiviert. Auch dieses Jahr werden laut Land 20 Fallen mit einem blumig riechenden Lockstoff aufgestellt. Die Kontrollen finden in einem festgelegten Rhythmus statt. Da die Tiere sogenannte Hitchhiker (dt. Tramper) sind und in der Regel als „blinde Passagiere“ mit Fahrzeugen eingeschleppt werden, befinden sich die meisten davon an Transitrouten in der Nähe von Grünland, Sportplätzen, Golfplätzen, Maisfeldern oder Apfelanlagen. Auch die Bevölkerung ist zur Mithilfe aufgerufen.

Wer glaubt, einen Japankäfer entdeckt zu haben, wird gebeten, diesen dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst in Vorarlberg (landwirtschaft@vorarlberg.at, Tel. 05574/511-25105) oder der AGES zu melden. „Ziel ist es, eine potenzielle Ansiedlung frühzeitig zu erkennen, um rasch geeignete Gegenmaßnahmen auf Grundlage des österreichischen Notfallplans ergreifen zu können“, betonen die Experten beim Land. Neben den Funden in Hörbranz konnte auch im Tiroler Bezirk Kufstein ein Japankäfer nachgewiesen werden.


