Ein neuer Treffpunkt in Levis

Mit der Eröffnung des “Hostel” geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.
Feldkirch “Hereinspaziert” hieß es samstags in der ehemaligen “Jugendherberge Feldkirch” im Ortsteil Levis. Seit Juli 2025 stand das Haus ohne Pächter da. Nach Monaten der Vorbereitung eröffnen Andrea Petermann und Matthias Lins das altehrwürdige “Gemäuer” als “Hostel Feldkirch”.

Zeitgemäße Rolle
War die Jugendherberge früher vor allem eine günstige Übernachtungsmöglichkeit für Reisende, so soll das Haus nun auch bewusst für alle Menschen aus Nah und Fern offenstehen. Der historische Bau soll ein Treffpunkt werden. “So viele Möglichkeiten gibt es ja in Levis nicht”, ergänzt Andrea Petermann, die selbst in der Nähe wohnt.

Gemeinsame Sache
Dass die beiden gemeinsame Sache machen, hat eine kuriose Vorgeschichte. Beide hatten sich – unabhängig voneinander – bei der Stadt Feldkirch für die Pacht beworben. Matthias Lins bekam den Zuschlag. Da sich Andrea Petermann ebenfalls sehr bemüht hatte, den Zuschlag zu erhalten, rief sie ihn kurzerhand an. Die beiden trafen sich, tauschten sich aus und waren sich noch am selben Tag einig: “Dieses Projekt machen wir gemeinsam – zumal Andrea schon viele Ideen präsentieren konnte”, erklärte Matthias Lins. Eine gute Entscheidung, denn der Wirt des “Löwen” in Nofels bringt langjährige Praxis aus der Hotellerie mit. Für ihn bedeutet das Projekt eine Rückkehr zu den Wurzeln – “weg von standardisierten Konzepten, hin zu persönlicher Gastfreundschaft”. Werbefachfrau Andrea Petermann denkt das Hostel breiter: Neben Nächtigungen plant sie Veranstaltungen, kulturelle Formate und sogar einen Flohmarkt, welcher bereits am Sonntag, 17. Mai über die Bühne gehen wird und schon ausverkauft ist. “Nur viel Publikum hat noch Zugang”, erklärt sie gut gelaunt.

“Bei manchen Themen mussten wir uns schon ein bisschen zusammenraufen”, berichten die beiden Gastgeber beim Interview mit Heike Montiperle, “aber wir lernen auch viel voneinander.” Im Organisationsteam ist auch Leon Ess, der Sohn von Andrea Petermann, der von Beginn an von dem Projekt begeistert war.

Bauliche Veränderungen
Die Modernisierung erfolgt in kleinen Schritten. Das Gebäude bleibt in seinem Charakter erhalten, neue Schlafräume – sogenannte Kojen – und Gemeinschaftsbereiche entstehen, ebenso ein Veranstaltungsraum. Alle Zimmer wurden nach Vorarlberger und Feldkircher Persönlichkeiten benannt. Diese können via Webseite gebucht werden, der Zugang erfolgt über “Self Check-in”. Täglich bietet das Haus zu Mittag vier fixe Mahlzeiten zur Auswahl, preiswert um etwa elf Euro. Auch auf eine barrierefreie Nutzung wird Wert gelegt.

Einig sind sich die beiden, dass ihr Hostel ein offenes Haus für alle ist. Ob Alleinreisende, Gruppen, Familien oder Nachbarn aus der Umgebung – im Hostel Feldkirch sollen sich alle willkommen fühlen. Davon konnten sich in den letzten Tagen schon die ersten Gäste aus Australien, China, aber auch Österreich und Deutschland überzeugen.

Tag der offenen Tür
Zahlreiche Besucher aus der Landes- und Stadtpolitik, dem Tourismus sowie die Anwesenheit von Geschäftspartnern, Familien und Freunden zeigten den Pächtern, dass man ihre Arbeit sehr wertschätzt. Pater Dietmar (Kloster Mehrerau) – selbst gebürtiger Feldkircher – freute sich, die Einweihung vornehmen zu dürfen. Beim ersten Fassanstich bewies Andrea Petermann Talent. Auf ihrem Rundgang durch das Hostel trafen die interessierten Besucher auf Fanny Amann, James Joyce, einen Hofnarren und die Ahnfrau des Leprosenhauses. Musik mit “Common Ground”, gutes Essen und die Kuchen von “Ahna & Ähne” rundeten den gelungenen Tag ab.
































