So feierte die Austria ihren großen Triumph

Nach dem fixierten Bundesliga-Aufstieg machten die Grünweißen die Nacht zum Tag.
Lustenau Die Stunden des Triumphs in der Sun Minimeal-Arena lebten Fans auf ihre Weise aus. Die meisten, vor allem junge Anhänger, brachten ihre Freude lautstark zum Ausdruck. Sie jubelten, tanzten, schrien mit Inbrunst die Austria-Schlachtgesänge in den trüben Nachthimmel.

Laute und Stille
Doch da gab es auch die stillen Genießer. Wie etwa Harald Lampert, 88 Jahre alt, Austrianer vom Scheitel bis zur Sohle. Der langjährige Kassier des Vereins wurde an einem Stehtisch außerhalb des Glashauses wehmütig und dachte an früher. “Ich muss jetzt einfach noch an jene Zeiten denken, als wir Meisterschaften gegen Hörbranz und andere Dorfvereine spielten. Als ich als Kassier aus den Spieltagseinnahmen nicht einmal die Schiedsrichter bezahlen konnte. So klein war der Klub damals. Und jetzt das.”

Natürlich erlebte Lampert alle drei Aufstiege seines Herzensvereins hautnah mit. “Der schönste war für mich der erste. Damals war das für uns ja völliges Neuland. Beim zweiten, den wir in Horn fixierten, war ich nicht dabei. Aber heute ist es natürlich auch wunderschön.”
Von Omen und Zeichen
Dass der Aberglaube “an Tagen wie diesen” fröhliche Urständ feiert und bestimmte Umstände als schicksalshafte Zeichen gedeutet werden, bewies Lisa Drexel, Mama von Sportvorstand Valentin Drexel, glaubte schon an ein schlechtes Omen, als sie just beim 1:1 ins Stadion kam. “Ich war zuvor mit meinem Frauen-Chörle bei einem Singen in der Kapelle von Oberbildstein. Ich dachte schon, ich bringe der Austria kein Glück.” Sprach’s und wurde vom gerade vorbeikommenden Sohnemann herzlich umarmt. Zeichen können sich ändern …
In der Sun Minimeal-Arena wurden bis spät in die Nacht hinein viele freudige Geschichten geschrieben. Da durfte auch ein spektakuläres Feuerwerk nicht fehlen.

Wiedl und Alge
Zu den Feiernden zählte auch Bürgermeister Patrick Wiedl (42), der mit dem Austria-Meister-T-Shirt unentwegt von Austria-Dorf bis Glashaus unterwegs war und die dortige Party gemeinsam mit Gattin Bettina aus vollen Zügen genoss. Die Freude hat beim Gemeindechef zwei Facetten. “Ich freu’ mich riesig über diesen Aufstieg der Austria. Jetzt ist unser neues Bundesligastadion ja tatsächlich eins. Ich hätte nicht geglaubt, dass es so schnell geht. Als Budget-Verantwortlicher darf ich zudem festhalten: Wir kriegen jetzt eine höhere Pacht und auch mehr Geld für die Vermarktung des Stadionnamens.”

Eine innige Begegnung zelebrierte Wiedl mit Austrias Sportdirektor Dieter Alge (60). “Als ich noch selbst aktiver Fußballer war, wollte mich Dieter einmal zum FC Koblach holen.

Wir haben dann auch bei Hobby-Turnieren gemeinsam in einem Team gespielt. Ich gönn’ ihm den Erfolg von Herzen.” Auf die Austria und die Gemeinde warten in der Bundesliga neue Herausforderungen. “Wir werden mit starken Fangruppen der großen Klubs in Österreich zu tun haben. Da müssen wir schauen, dass wir das gut hinkriegen”, wagt der Bürgermeister bereits einen ersten Blick in die Zukunft. Nichts ändern wird sich im Austria-Areal. Im Dorf darf weiterhin bis 22 Uhr Betrieb herrschen, für das Glashaus und die Taverne gilt eine Öffnungszeit bis 2 Uhr.
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Gratulanten
Mit der Austria freuten sich auch viele aus anderen Lagern. Unter anderem kamen Glückwünsche vom SCR Altach, dem Ortsrivalen FC Lustenau und dem Partnerklub FC Augsburg. Zu den Gratulanten zählten auch fast alle Klubs der zweiten Liga. Zeugen des Austria-Freudentages vor Ort waren Diözesanbischof Benno Elbs mit seinem engsten Mitarbeiter Thomas Erlacher.