In Schlins wächst ein Fußballmärchen

Der Aufsteiger gewann das Derby in Frastanz mit 2:1 und ist Zweiter.
Schlins Zum zweiten Mal in dieser Saison liegt Aufsteiger Schliser Ofen Manufaktur FC Schlins auf dem zweiten Tabellenplatz der Vorarlbergliga. Hinter dem schon feststehenden Meister Riefensberg haben sich die Walgauer endgültig zum Überraschungsteam der Liga entwickelt. Vor 700 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern – darunter zahlreiche Fans aus Schlins – gewann die Mannschaft des Trainerduos Thomas Vonbrül und Marcel Längle das Nachbarschaftsduell beim SV Keckeis Installationen Frastanz mit 2:1. Matchwinner war Stürmer Simon Maier, der mit seinen Saisontoren fünf und sechs den Derbyerfolg perfekt machte.

Die beeindruckende Bilanz der Schlinser spricht für sich: In den vergangenen zehn Partien gab es acht Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage. Zudem ist der Aufsteiger das zweitbeste Frühjahrsteam und auswärts die Nummer zwei der Liga. Der Erfolg in Frastanz war daher keine Überraschung mehr, sondern die nächste Bestätigung einer außergewöhnlichen Saison als Neuling in der Fünftklassigkeit.

Kurz vor der Pause brachte Simon Maier die Gäste in Führung. Nach einer herrlichen Vorlage von Elias Lampacher musste der Angreifer aus kurzer Distanz nur noch einschieben. Frastanz geriet zusätzlich unter Druck, weil David Stigger in der 55. Minute nach einem Foulspiel vom Unparteiischen die Gelb-Rote Karte sah. Die Hausherren mussten damit mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl agieren.

Schlins nutzte die numerische Überlegenheit zunächst eiskalt aus. Wieder war es Simon Maier, der nach einem schweren Abwehrfehler der Frastanzer zuschlug und seinen Doppelpack schnürte. Zwar gelang dem Einwechselspieler Simon Pfeffer nur zwei Minuten später der Anschlusstreffer zum 1:2, doch am Ende brachte Schlins den knappen Vorsprung mit Mühe über die Zeit. Trotz Überzahl mussten die Gäste bis in die Schlussphase zittern. Zudem haderten die Hausherren mit dem Schiri, weil ihrer Ansicht nach ein Elferpfiff nicht geahndet wurde.
Pech hatte Schlins-Akteur Elias Dobler, der in der 59. Minute nur die Torumrandung traf. Große Sorgen gab es dagegen bei Frastanz um Legionär Pablo Nascimento, der wegen einer schlimmen Knöchelverletzung mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Zudem fehlte mit Damjan Cergic der elfache Torschütze der Frastanzer verletzungsbedingt. Trotz der Derby-Niederlage beträgt der Vorsprung des Tabellen-Vorletzten auf einen Abstiegsplatz weiterhin beruhigende zwölf Punkte.
In Schlins wächst derweil die Hoffnung auf ein Fußballmärchen. 2027 feiert der Verein sein 50-jähriges Bestehen – und ausgerechnet zum Jubiläum könnte dem FC Schlins der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte gelingen. Noch nie spielte der Klub in seiner fast fünf Jahrzehnte langen Geschichte in Vorarlbergs höchster Spielklasse. Der Traum von der VOL.AT-Eliteliga lebt aber mehr denn je. Mit möglichen Derbys gegen Nenzing, Ludesch, Feldkirch oder vielleicht auch Göfis würde dem Jubiläumsjahr ein ganz besonderes Kapitel geschrieben werden. VN-TK