Dieb machte auf Casinoparkplatz reiche Beute

VN / 18.05.2026 • 17:28 Uhr
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eckertDer von Rechtsanwalt Stephan Wirth verteidigte Angeklagte bei der Verhandlung.

30.800 Euro muss er nun dem Stammgast des Bregenzer Spielbetriebes zurückzahlen.

Feldkirch Es ist abenteuerlich, was der 27-jährige angeklagte Deutsche vor Gericht erzählt. Er habe versehentlich bei der Garderobe des Bregenzer Spielcasinos eine falsche Jacke genommen. Draußen habe er gemerkt, dass es eine fremde Jacke war und dass sich ein Autoschlüssel in der Jackentasche befand. Weil er neugierig sei, so seine Angabe, habe er die Fernbedienung betätigt und sei anschließend zu jenem VW-Kompaktwagen hingegangen, der auf das Signal reagierte. „Vielleicht hatte ich die Intention nachzusehen, ob man etwas mitnehmen könnte, es war aber nichts drin“, so sein einziges Zugeständnis. Ganz anders sieht es der bestohlwene Schweizer Stammgast, der regelmäßig in Bregenz spielt. Bei ihm scheint das Geld locker zu sitzen und die Nachfrage seitens es Gerichtes, warum er so viel Geld in Wagen hatte, nervt ihn sichtlich.

Gut betucht

Der 41-jährige Schweizer erzählt ganz offen, dass er viel Geld habe und dass er es sich deshalb auch leisten könne, viel zu spielen. Er habe drei Geschäfte, reise viel und habe deshalb immer viel Bares dabei. Ja – Casino – das gefalle ihm, da vergesse er die Zeit – er spielt laut eigenen Angaben auch viel in Monaco, aber auch sonst „auf der ganzen Welt“, wie der Mann in Cordhose, Trainingsjacke und Turnschuhen angibt. An jenem Abend Mitte März habe er bereits 50.000 Euro verspielt, weshalb er zum Auto wollte, wo er weiteres Geld in Reserve mit hatte. Er habe fünf verschiedene Verstecke. „Der hat ja nicht mal alles gefunden, vermutlich musste er sich beeilen“, sagt der Wohlhabende in Schweizer Dialekt. Jedenfalls fehlten ihm aus zwei Fächern in dem Wagen, der nicht gerade unbedingt für Luxus und Reichtum steht, 10.000 Schweizer Franken und 20.000 Euro. Weitere 800 Franken waren in seiner Jacke, auch die waren schlussendlich weg.

Verteidigung zweifelt

„Es gibt keine objektiven Anhaltspunkte, dass wirklich so viel Geld im Wagen war. Da lacht ja die Kuh im Stall“, so Verteidiger Stefan Wirth. Dass die Version seines Mandanten auch nicht gerade sehr glaubwürdig ist, muss der Verfahrenshelfer allerdings einräumen. Warum der Angeklagte noch eine zweite Damenjacke mitgehen ließ, auch dafür hat er keine plausible Erklärung. Der Deutsche hat rund 20.000 Euro Schulden, ist in Ausbildung, lebt vom Bruder und ist vorbestraft. Richterin Franziska Klammer glaubt jedenfalls dem Zeugen, dem 30.800 Euro Schadenersatz zugesprochen werden. Das Urteil für den Beschuldigten: sechs Monate auf Bewährung, 960 Euro Geldstrafe und Schadenersatz an das Diebstahlsopfer.