Anklage wegen Drogengeschäften im großen Stil

VN / 13.05.2026 • 13:49 Uhr
Koks Prozess.jpg
VeckertDer Angeklagte vor dem Schöffensenat am Landesgericht Feldkirch.

Drogenboss oder Unschuldslamm? Bislang ist diese Frage beim Beschuldigten nicht geklärt.

Feldkirch “Ich habe eine Vorstrafe, daraus habe ich gelernt”, so der 38-jährige Angeklagte beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Mit den nun erhobenen Vorwürfen im Zusammenhang mit sechs Kilogramm Kokain habe er nichts zu tun. Das Einzige, was er gemacht habe, sei “Interessenten” einem Bekannten vorgestellt. Dieser, so wusste der Beschuldigte, hatte immer “etwas”, sprich Drogen.

Belastende Aussagen

Mit Schmuggel, Weitergabe, Abwiegen und Abpacken, Organisieren oder sonstigen Drogengeschäften habe er selbst nichts zu tun. Egal, was irgendwelche Zeugen sagen würden. Das Motiv für ihn belastende Aussagen sieht er zum einen darin, dass die Zeugen entweder von sich selbst ablenken wollen oder jemand anderen schützen möchten. Zudem habe er mit einem Belastungszeugen zuvor gestritten. Das sei auch ein möglicher Hintergrund. Bei den Geschäften, die im Zeitraum von vier Monaten im vergangenen Jahr abgewickelt wurden, geht es um große Mengen von diversen Substanzen: sechs Kilo Kokain, 9,3 Kilo Cannabiskraut und ein Kilo MDMA. Geschmuggelt wurde der Stoff aus der Schweiz. Verteilt wurde er hier im Land. Nur, in wessen Auftrag, das ist noch die Frage.

Zahlreiche Widersprüche

In einem weiteren Vorwurf geht es darum, dass der Angeklagte versucht haben soll, Zeugen unter Druck zu setzen. Dafür soll er sogar Drohbriefe ins Gefängnis geschmuggelt haben. Ein 26-jähriger Häftling sagt aus, dass er diese Briefe gelesen habe, darin seien sehr wohl Morddrohungen enthalten gewesen, so der Mann, der nur in Abwesenheit des Angeklagten aussagen will.

“Ich habe nie irgendwelche Drohbriefe geschrieben”, sagt der Angeklagte. Ein anderer Häftling, der angeblich zum “Rückzieher” bewegt werden sollte, gibt an, dass der 38-Jährige sehr wohl eine “Chefposition” gehabt habe. Auch eine weitere Zeugin sagte bei ihren Einvernahmen aus, dass der 38-Jährige Organisation und sonstige wichtige Belange innehatte. Doch es gibt ein Problem, nämlich dass sich die Zeugen untereinander zum Teil auch widersprechen.

Weitere Zeugen geladen

Verteidiger Nicolas Stieger beantragt etliche weitere Zeugen, zwei davon scheinen auch Richterin Franziska Klammer und den Schöffen wichtig zu sein. Deshalb wird ein neuer Verhandlungstermin festgelegt. Der ist allerdings voraussichtlich erst im Sommer. Bis dahin bleibt offen, ob der türkischstämmige Mann die Fäden bei dem groß angelegten Drogenhandel in Händen hielt. Bis dahin bleibt er auf alle Fälle in U-Haft.