Zwischen Klangfarben und Konzentration

VN / 19.05.2026 • 16:00 Uhr
Der Musistudentin Lena Pfister liegen Volksmusik und symphonische Blasmusik besonders am Herzen. C: HRJ
Der Musikstudentin Lena Pfitscher liegen Volksmusik und symphonische Blasmusik besonders am Herzen.HRJ

Klarinettistin Lena Pfitscher kombiniert Studium, Unterricht und Orchesterpraxis.

ÜBERSAXEN, WIEN Sieben Jahre alt war Lena Pfitscher, als sie zum ersten Mal eine Klarinette an die Lippen setzte. Anfangs war es die komplexe Mechanik, die ihre Neugier weckte. “Die vielen Tasten und Klappen faszinierten mich.” Entscheidend blieb jedoch der Klang und die vielfältige Einsetzbarkeit ihres Instruments. Heute, 21-jährig, studiert Lena Musik und ist in mehreren Ensembles aktiv.

Aufgewachsen in Übersaxen, träumte sie als Kind “alles Mögliche” zu werden, etwa Lehrerin oder Krankenschwester. “Aber mein Leben war schon damals Musik.” Daher besuchte sie den musikalischen Zweig der Mittelschule des Instituts St. Josef in Feldkirch und anschließend das Musikgymnasium Feldkirch. 2024 maturierte Lena. Seitdem studiert sie das Konzertfach Klarinette an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) sowie Instrumental- und Gesangspädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Kürzlich hat sie zusätzlich ein Psychologiestudium begonnen.

Die Klarinette wird in einem Instrumentenkoffer verstaut und vor jedem Einsatz zusammengebaut. C: HRJ
Die Klarinette wird in einem Instrumentenkoffer verstaut und vor jedem Einsatz zusammengebaut. HRJ

Musikalische Familie

Warum gerade die Klarinette? “Das kam so: Im Kindergarten hatte ich im Rahmen der musikalischen Früherziehung Blockflötenunterricht. Als ich in der ersten Klasse Volksschule war, ging ich zum Tag der offenen Tür der Musikschule. Zuerst gefiel mir die Oboe. Aber als ich die Klarinette ausprobierte, wusste ich, das ist mein Instrument.” Neben der Mechanik begeisterte sie besonders der warme Klang des Holzblasinstruments mit seinem Tonumfang von rund vier Oktaven. “Die Klarinette passt zu jedem Musikgenre. Außerdem holt sie mich runter, wenn ich gestresst bin. Sie passt also auch menschlich gut zu mir”, sagt Lena mit einem Lächeln.

Die Ausstellung „125 Erbstücke“ anlässlich des 125. Jubiläums der Stadterhebung Dornbirns dient als Kulisse für ein Klarinettensolo. C: HRJ
Die Ausstellung “125 Erbstücke” anlässlich des 125. Jubiläums der Stadterhebung Dornbirns dient als Kulisse für ein Klarinettensolo. HRJ

Die musikalische Begabung liegt in der Familie: Beide Eltern beherrschen das Klarinettenspiel. Ihr 19-jähriger Bruder ist Hornist. Lena selbst spielt zudem Klavier und hat sich das Gitarrenspiel autodidaktisch beigebracht.

“Mein Traum ist es, in einem Berufsorchester mitzuwirken”, sagt sie. “Aber ich möchte auch unterrichten – das tue ich jetzt schon.” An einer Wiener Volksschule vermittelt die empathische junge Frau zurzeit Elementare Musikpädagogik.

Auf den Stufen des Dornbirner Stadtmuseums lässt es sich gemütlich verweilen. C: HRJ
Auf den Stufen des Dornbirner Stadtmuseums lässt es sich gemütlich verweilenHRJ.

Ihr Studium ist klassisch ausgerichtet, dennoch liegen Lena Volksmusik und symphonische Blasmusik besonders am Herzen. Sie ist Mitglied des Musikvereins Übersaxen, der Wäldar Buromusig – einer Jugendformation des Vorarlberger VolksLiedWerks – sowie eines Wiener Holzbläseroktetts. Vor fünf Jahren wurde sie Mitglied im Vorarlberger Symphonischen Blasorchester Windwerk, das sich als “professionell agierendes sinfonisches Blasorchester” versteht und von Thomas Ludescher geleitet wird. Lena bekam bereits in der 7. Klasse Musikgymnasium die Einladung, mitzuwirken. Der erste Konzertabend, an dem sie als Klarinettistin auftrat, wurde 2021 in Götzis, in der Kulturbühne Ambach, veranstaltet. “Seitdem bin ich jedes Jahr dabei.”

Windwerk-Konzert am Freitag

Am selben Ort führt Windwerk am kommenden Freitag das Konzert “Wind Perspectives” auf. Die drei Dirigenten Jakob Augschöll, Daniel Muck und Daniel Niederegger gestalten ein vielseitiges musikalisches Panorama und lassen dabei unterschiedliche musikalische Zugänge hörbar werden.

Der Spaß am Musizieren ist bei Lena Pfitscher (r.) und ihrer Studienkollegin Julia Weiß unverkennbar. C: SIMON KUPFERSCHMIED
Der Spaß am Musizieren ist bei Lena Pfitscher (r.) und ihrer Studienkollegin Julia Weiß unverkennbar. SIMON KUPFERSCHMIED

Lena ist zweite Klarinettistin. “Ich freue mich auf Freitag”, sagt sie, gibt aber zu, dass auch Anspannung dabei ist. “Das Konzert ist sehr anspruchsvoll, technisch wie rhythmisch. Es beansprucht jedes Orchestermitglied körperlich und mental.” Besonders das lange, konzentrierte Sitzen auf der Bühne sei herausfordernd. Sicher ist für sie jedoch: “Es wird ein spannender Musikabend mit vielen Klangfarben und starken Emotionen.” HRJ

Symphonisches Blasorchester Windwerk, „Wind Perspectives“ mit drei Dirigenten, Freitag, 22. Mai 2026, 20 Uhr, Kulturbühne Ambach in Götzis, www.windwerk.at

Zur Person

LENA PFITSCHER

GEBOREN 17. Dezember 2004

WOHNORT Übersaxen

FAMILIENSTAND ledig

HOBBYS Treffen mit Freundinnen. Im Winter Skifahren. Auch in der Freizeit dreht sich viel um Musik.

„Als ich die Klarinette ausprobierte, wusste ich, das ist mein Instrument.“ Lena Pfitscher, Klarinettistin, Musikstudentin. C: HRJ
“Als ich die Klarinette ausprobierte, wusste ich, das ist mein Instrument.” Lena Pfitscher, Klarinettistin, Musikstudentin. HRJ