Außergewöhnlich warm: Bodensee knackt Temperaturrekord

VN / 28.05.2026 • 16:40 Uhr
Außergewöhnlich warm: Bodensee knackt Temperaturrekord
Der Bodensee ist derzeit ungewöhnlich warm. Vielen Badegästen gefällt das. VN/Steurer

So warm wie derzeit war der Bodensee Ende Mai noch nie.

Bregenz Über die richtige Badetemperatur lässt sich streiten. Die Daten der Abteilung Wasserwirtschaft sind allerdings eindeutig: So warm wie derzeit war der Bodensee Ende Mai noch nie. Am Mittwoch wurde in 0,5 Metern Tiefe ein Tagesmittel von 21,2 Grad gemessen.

Zum Vergleich: Die Höchsttemperatur an einem 27. Mai lag bisher bei 20,2 Grad, der langjährige Mittelwert bei 15,8 Grad und der Tiefstwert bei 8,8 Grad. Selbst im Vorjahr war der See um diese Zeit um 5,5 Grad kälter als jetzt.

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Worauf das zurückzuführen ist? Das anhaltend schöne und heiße Wetter habe dazu geführt, dass sich der See innerhalb einer Woche um mehr als fünf Grad erwärmt habe, teilt die Abteilung Wasserwirtschaft auf Anfrage mit. „Aufgrund der windarmen Situation kommt es zu keiner Durchmischung des warmen Oberflächenwassers mit dem kühleren Wasser in tieferen Bereichen. Das kann sich durch die angekündigten Gewitter ab Sonntag und in den Folgetagen jedoch rasch wieder ändern“, erläutern die Experten weiter.

Außergewöhnlich warm: Bodensee knackt Temperaturrekord
Die Wasserratten haben die Badesaison bereits eröffnet.

Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) stellte bereits vor einigen Jahren fest, dass der Bodensee durch den Klimawandel immer wärmer wird – und das bleibt nicht ohne Folgen: Je länger und stärker sich der See im Sommer erwärmt, desto schwieriger wird es für ihn, im Winter ausreichend Sauerstoff aufzunehmen. Zum einen ist bei warmem Oberflächenwasser die Schichtung zum kühlen Tiefenwasser hin stabiler, zum anderen wird die Zeitspanne für eine bis in große Tiefen reichende Durchmischung immer kürzer, weil sich der See im Frühjahr früher erwärmt und im Herbst später abkühlt. In den vergangenen Jahren musste der Bodensee deshalb schon häufiger von seinen Sauerstoffreserven zehren. Dass dies bislang vergleichsweise gut funktioniert hat, liegt laut IGKB vor allem an der weiterhin sehr guten Wasserqualität. Das begrenzte Algenwachstum sorgt demnach dafür, dass weniger Sauerstoff für den Abbau abgestorbener Biomasse am Seegrund benötigt wird.