Kapitäne der Landstraße besuchten ihre Kollegen vom See

Ein “echt sensationeller” Oldtimer und ein fabrikneues Zukunftsmodell als Kontrastprogramm.
Hard Wenn die Historische Schifffahrt zum Tag der offenen Tür einlädt, dann hat Markus Flatz, Geschäftsführer der Museumsschiff GesmbH, schon für ein Rahmenprogramm an Land gesorgt, um den Besuchern neben den schwimmenden Prachtstücken Hohentwiel und Oesterreich eine zusätzliche Attraktion zu bieten. Traditionell fährt er seinen eigenen Oldtimer-Werbebus auf und ergänzt dieses Gefährt mit ausgesuchten Fahrzeugen.

Drei Lkw-Generationen
In Partnerschaft mit den “Kapitänen zur See” hatte Flatz diesmal “Kapitäne der Straße”, Fahrer von Vögel Transporte, an den Bodensee eingeladen – und dabei nicht nur Oldtimer, sondern auch einen Lkw der Zukunft nach Hard gebracht: Neben einem Fiat, Baujahr 1970, einem Scania, Baujahr 2002, den brandaktuellen E-Lkw Mercedes-Benz eActros 600, Baujahr 2025.

Gütertransport der Zukunft
Während Seniorchef Stefan Vögel schmunzelnd meint, er sei eher für den Fiat und den Scania zuständig, bittet sein Sohn Herwig ins “Cockpit” und kommt bei der Erläuterung des E-Lkw regelrecht ins Schwärmen. Sein Sohnemann Jonas hat indes am Lenkrad Platz genommen und stellt sich vor, wie er die Familientradition des 1961 gegründeten Unternehmens einmal fortführen könnte: wohl mit einer E-Lkw-Flotte, denn Herwig ist überzeugt, dass dies die Zukunft ist.

Drei Mercedes-Benz eActros 600 sind aktuell im Probebetrieb. So wurde beispielsweise ein Langstreckentest Bludesch–Italien und zurück über rund 600 km mit einer Ladung erfolgreich absolviert.

Faszinierendes Gegenüber
Dem eActros wurde in Hard ein einzigartiges Exemplar gegenübergestellt: Als die Hohentwiel 1913 zur Jungfernfahrt in See stach, leistete der Laffly AR 5 in Paris schon ein Jahr wertvolle Dienste.

Neugierige Betrachter konnten sich keinen echten Reim auf dieses eigenartige Fahrzeug machen – Werner Schennach, Geschäftsführer von schennach energietech, einem kleinen Transport-Familienbetrieb in St. Gallenkirch, liefert die Erklärung: “Mein Bruder Gerhard konnte das einzigartige Gefährt 2012 erwerben und wieder fahrbereit machen. Für den öffentlichen Straßenverkehr ist es nur mit Sondergenehmigung zugelassen, dessen ungeachtet sind wir in ganz Europa auf Oldtimer-Events unterwegs. Dabei wird der Laffly auf einem historischen Lkw-Transporter aus den 1990er-Jahren befördert.”

Das 1858 gegründete französische Unternehmen Laffly produzierte ursprünglich Feuerwehrgeräte und Straßenbaumaschinen, ab 1989 erste Automobile und startete 1912 die Produktion von Nutz- und Militärfahrzeugen. Der Laffly AR 5 wurde dafür gebaut, um in Paris Straßen zu benetzen. Der aufkommende Automobilverkehr hätte sonst zu unerträglicher Staubentwicklung geführt.” STP
