Hickhack um TBC: Jäger gehen in die Offensive

Die Weidmänner wehren sich gegen Schuldzuweisungen und fordern mehr Sachlichkeit in der Debatte.
Bezau, Bregenz Die TBC-Situation in Vorarlberg sorgt weiter für Unruhe. Im Streit um die Ursachen meldet sich nun auch die Jägerschaft zu Wort und warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen.
Auslöser der jüngsten Debatte ist ein Verdachtsfall bei einer Schlachtkuh aus dem Bregenzerwald. Der Hof wurde umgehend gesperrt. Die Tiere, die sich bereits auf einem Vorsäß befanden, wurden isoliert und separat eingezäunt. Nach der diagnostischen Tötung eines Rindes, das bei einem Hauttest eine geringe Reaktion zeigte, konnte inzwischen Entwarnung gegeben werden. Die Krankheit bleibt aber weiterhin ein Streitthema.
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Die Landwirtschaft nimmt vor allem das Rotwild ins Visier. Landwirt Reinhard Bär aus Andelsbuch sprach zuletzt von einer Gefahr, die „hauptsächlich vom Rotwild“ ausgehe, und übte scharfe Kritik an der Fütterungspraxis der Jäger. Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger forderte, die Rotwildbestände punktuell „zu reduzieren, reduzieren, reduzieren“.

Das will die Jägerschaft so nicht stehen lassen. Die Darstellung, wonach die TBC-Problematik ausschließlich auf das Rotwild zurückzuführen sei, greife zu kurz, betont die Bezirksgruppe Bregenz um Bezirksjägermeister Hans Metzler. „Tatsächlich ist seit Jahren bekannt, dass die Übertragungswege komplex sind und neben den Rotwildbeständen auch Tierverkehr und Tierkontakte im Nutztierbereich berücksichtigt werden müssen“, merkt Metzler an. Zudem sei seit Jahren bekannt, dass die verfügbaren Testverfahren bei Nutztieren nicht hundertprozentig zuverlässig sind.
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Scharfe Kritik üben die Jäger auch an Forderungen nach einem Totalabschuss ganzer Bestände oder Reduktionsgattern. Als Beispiel nennt der Bezirksjägermeister das viel zitierte „Vorbild“ Tiroler Lechtal. Dort liege der Anteil TBC-positiver Rotwildstücke trotz der Maßnahmen weiterhin zwischen sieben und zehn Prozent, im TBC-Bekämpfungsgebiet Bezau-Schönenbach (Wildregion 1.5b) hingegen bei rund 2,5 Prozent. Auch den Vorwurf mangelnden Einsatzes lässt Metzler nicht gelten. Allein in Bezau-Schönenbach seien im vergangenen Jagdjahr knapp 500 Stück Rotwild erlegt worden.
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Wie das Land mitteilte, sind in Vorarlberg aktuell fünf Betriebe wegen TBC gesperrt. Eine Sperre bleibt so lange aufrecht, bis zwei Nachuntersuchungen im Abstand von je zwei Monaten negativ ausfallen.