Angeblich Nacktbilder hinter den Scheibenwischer geklemmt

Ex-Freundin zeigte Araber wegen Drohung mit Veröffentlichung von delikaten Fotos an.
Feldkirch Der am Landesgericht Feldkirch angeklagte 27-jährige Mann stammt aus dem arabischen Raum, von wo er vor vielen Jahren fliehen musste. Nun ist der Facharbeiter seit elf Jahren in Österreich, verdient knapp 3000 Euro netto und hat sich strafrechtlich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen. Er spricht sehr gut Deutsch und hat um die österreichische Staatsbürgerschaft angesucht.
Geld verspielt
Doch einer Leidenschaft sollte er künftig besser abschwören: Im September vergangenen Jahres verspielte er im Lindauer Spielcasino auf der Insel 6000 Euro. Er sagt, dass er den Einsatz gemeinsam mit seiner damaligen Freundin “durchgebracht” hat. Sie behauptet als Zeugin, er habe ihr Handy gehabt und ohne Erlaubnis per PIN-Code zumindest 4000 Euro verspielt.
Widersprüchliche Aussagen
Sie habe ihm erlaubt, 2000 Euro zu verspielen, doch selbst da sei sie nicht unmittelbar dabeigestanden. Sie selbst habe lediglich 20 oder 40 Euro verspielt. Außerdem habe sie ihm ihren PIN gegeben, weil sie ihm vertraut habe, so ihre Erklärung. Er hingegen sagt, dass sie ein Limit gehabt habe, weshalb sie nicht mehr bar beheben konnte. Deshalb habe man das Geld von ihrem Konto zunächst auf seines überwiesen und von dort aus dann per PIN bar behoben. Aber das sei mit ihrem Einverständnis in ihrem Beisein passiert, so die Gegenbehauptung. “Für mich ist schwer festzustellen, wer hier die Wahrheit sagt und wer nicht”, so Richterin Franziska Klammer.
Irgendwann trennte sich das Paar. Als er sie mit einem anderen sah, ärgerte sich der Ex-Freund, und er beschimpfte sie wüst. “Das ist aber alles, was ich getan habe”, beteuert er. Er habe nie Nacktbilder von ihr gemacht, so wie sie ihm vorwarf. Zudem behauptete sie, dass er die Fotos auf die Windschutzscheibe geklemmt und gedroht habe, die Bilder zu veröffentlichen.
Doch der Angeklagte bestreitet dies vehement. Er habe sie nie nackt fotografiert, sagt er. Sie hingegen behauptet, er habe die Bilder während eines Videotelefonates gemacht, als sie zufällig nackt war. “Da muss er einen Screenshot gemacht haben”, so die 29-jährige Zeugin. Schwester und Freundin der Frau werden vernommen, doch anhand ewig langer, wirrer Chats, unklarer Absender und unbekannter Accounts lässt sich nichts nachweisen. Es gibt keine Beweise.
Beim Gericht bedankt
Fix ist, dass der Mann der Ex-Freundin 3000 Euro zurücküberwiesen hat. “Die Hälfte, denn wir haben ja zusammengespielt”, erklärt er. Somit endet der Prozess mit Freispruch. Der Arbeiter ist erleichtert: “Ich bedanke mich bei diesem Gericht, ich möchte mir hier in Österreich eine Zukunft aufbauen, und da wäre ein Schuldspruch ein Problem”, so der Freigesprochene. Das Urteil ist rechtskräftig.