Hickhack um Radwegbudget: „Gemeinden zahlen die Zeche”

VN / 18.06.2026 • 15:20 Uhr
Hickhack um Radwegbudget: „Gemeinden zahlen die Zeche"
Die Kürzung der Radwegförderungen schlägt hohe Wellen. VN/Paulitsch

Die neue Förderrichtlinie des Landes sorgt für heftige Diskussionen.

Bregenz Pro Rad Vorarlberg schwant Übles. „Alle unsere Befürchtungen werden bestätigt“, unterstreicht die Initiative. Die SPÖ spricht von Schönfärberei und fordert die Landesregierung auf, ihre Versprechen gegenüber den Gemeinden einzuhalten. Grund für die Kritik sind Antworten von Landeshauptmann Markus Wallner und Verkehrslandesrat Christof Bitschi auf eine Landtagsanfrage der SPÖ.

Hickhack um Radwegbudget: „Gemeinden zahlen die Zeche"
Im Oktober hat die Initiative eine Petition an Landtagspräsident Harald Sonderegger übergeben. Radlobby

Aus der Beantwortung geht hervor, dass der Fördersatz bei Landesradrouten für den Alltagsverkehr von bisher bis zu 70 Prozent auf 50 Prozent gekürzt wurde, bei örtlichen Hauptradrouten von 50 auf 40 Prozent. Für Veronika Rüdisser, Vorstandsmitglied der Radlobby und Mitinitiatorin von Pro Rad Vorarlberg, ist klar: „Damit wird die Finanzierung dieser Leitprojekte infrage gestellt. Fast 15 Jahre lang konnten die Gemeinden mit einem Fördersatz von 70 Prozent kalkulieren und sich auf das Land verlassen. Die neue Landesregierung hat damit Schluss gemacht.“

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Die neue Richtlinie zur Förderung von Radrouten gilt laut Beantwortung seit Mai 2026. Projekte entlang von Landesradrouten, für die zwischen Juli 2025 und April 2026 in Abstimmung mit der Abteilung Straßenbau Förderansuchen an das Land gestellt wurden, werden bereits nach der neuen Richtlinie geprüft. „So zeigen sich die verkehrspolitischen Prioritäten: viel Geld für die AutofahrerInnen, Sparen auf Kosten des Radverkehrs“, stellt der ehemalige Mobilitätslandesrat Johannes Rauch, Mitglied der Initiative Pro Rad Vorarlberg, fest. „Das Land tut so, als ob eh alles weitergeht. Wer genau hinschaut, sieht: Projekte werden um Jahre verschoben, heimlich still und leise redimensioniert, die Budgets gekürzt.“

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Der ehemalige Mobilitätslandesrat Johannes Rauch ist ebenfalls Mitglied der Initiative Pro Rad Vorarlberg (l.). Radlobby

Wallner und Bitschi verteidigen die neue Richtlinie. Sie stärke den Grundsatz, öffentliche Mittel dort einzusetzen, wo ein tatsächlicher Mehrwert für den Radverkehr entstehe. Zudem werde der Fokus bewusst auf Verkehrssicherheit und Lückenschlüsse im Netz gelegt, heißt es in der Anfragebeantwortung.

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Bei der Radschnellverbindung Vorderland / am Kumma werden die Abschnitte eins, zwei und drei laut Anfragebeantwortung bis 2030 umgesetzt. Beim Tunnel sollen die weitere Vorgehensweise und damit zusammenhängende Zeitachsen in den kommenden Wochen mit den Standortgemeinden abgestimmt werden. Land
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SPÖ-Klubobmann und Verkehrssprecher Mario Leiter. VN/Hartinger

SPÖ-Klubobmann und Verkehrssprecher Mario Leiter sieht das anders. „Wallner und Bitschi bremsen Radwege aus, Gemeinden zahlen die Zeche“, kritisiert er. Auch den Verweis auf mögliche Bundesförderungen lässt er nicht gelten. „Das Land kürzt die eigene Förderung und verweist dann auf Mittel, die derzeit gar nicht verlässlich verfügbar sind. Viel unseriöser kann man es eigentlich gar nicht machen“, verdeutlicht der SPÖ-Klubobmann.

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Landeshauptmann Markus Wallner und Verkehrslandesrat Christof Bitschi weisen die Kritik zurück. VN/Stiplovsek

In einem Antrag an den Landtag fordert die SPÖ, dass für alle Radprojekte, die vor Inkrafttreten der neuen Richtlinie eingereicht oder mit dem Land abgestimmt wurden, die bisherigen Förderkriterien gelten. Zudem sollen die Förderkürzungen zurückgenommen und die knapp drei Millionen Euro, die im vergangenen Jahr für Radwege vorgesehen waren, aber nicht ausbezahlt wurden, zweckgebunden für Radwegprojekte verwendet werden.

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