Allgäuer verlässt die Politik – Vorarlberg bekommt einen neuen Landesrat

Politik / 27.05.2026 • 09:21 Uhr
Allgäuer verlässt die Politik – Vorarlberg bekommt einen neuen Landesrat
Die erste Rochade im Landtag steht bevor. VN/Steurer

Personalrochade in der Landesregierung führt auch zu Änderungen im Landtag und in Hohenems.

Schwarzach Seit Herbst 2024 wird Vorarlberg von einer schwarz-blauen Landesregierung regiert. FPÖ-Parteichef Christof Bitschi holte sich Daniel Allgäuer als Landesrat zur Seite. Nach knapp zwei Jahren ist das Duo schon wieder Geschichte. Daniel Allgäuer verlässt aus gesundheitlichen Gründen die Regierung und die Politik. Sein Nachfolger: Klubobmann Markus Klien, der erst 2024 in den Landtag einzog.

Dienstag, 19 Uhr: Die FPÖ lädt kurzfristig zur Pressekonferenz ein. Titel: Personelles. Die Teilnehmer: Christof Bitschi, Daniel Allgäuer und Markus Klien. Die Kurzfristigkeit der Einladung lässt schon erahnen, worum es geht. Am Mittwochmorgen sickert durch: Allgäuer verlässt die Politik. Kurz darauf herrscht Klarheit. Seine Rückenbeschwerden machen es ihm unmöglich, sein Amt weiterzuführen, erzählt er sichtlich geknickt. “Ich hätte gerne die ganze Periode gemacht. Aber es ist so wie es ist.” Nun freue er sich aber auf mehr Zeit für seine Familie. Sie habe ihm zwar stets den Rücken gestärkt, aber viel auf ihn verzichten müssen.

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Klien, Bitschi und Allgäuer auf der Pressekonferenz am Mittwoch.FPÖ Vorarlberg

Christof Bitschi streut Allgäuer Rosen. Er sei nicht unbeteiligt daran gewesen, dass er Parteiobmann geworden ist. “Er war in der ersten Phase meines politischen Wirkens ein väterliches Vorbild, das in nicht einfachen Situationen dafür gesorgt hat, dass der junge Parteiobmann nicht komplett die Nerven weggeworfen hat.” Aus dem väterlichen Vorbild sei ein Freund geworden.

Der Wechsel sei schon länger vorbereitet gewesen, schon vor Monaten habe Allgäuer Bitschi von seinem Wunsch erzählt. “Es ist immer klar gewesen: Sollte ein solcher Fall eintreten, übernimmt Markus Klien”, erläutert Bitschi.

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Markus Klien wird neuer Landesrat. VN/Steurer

Landeshauptmann Markus Wallner habe davon vor wenigen Tagen erfahren, erzählt er den VN. “Daniel Allgäuer kenne ich schon lange. Es gab über die Parteigrenzen hinweg immer eine Vertrauensbasis. Eine gewisse Verbindung ist immer aufrecht geblieben. Das hat dann auch bei der Regierungsbildung geholfen.” Die restliche Regierung wurde offiziell auf der Regierungssitzung am Dienstag informiert.

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Markus Wallner und Daniel Allgäuer kennen sich schon lange. Hier im Landtag im Jahr 2016.VN

Neuer Landesrat für Inneres und Sicherheit, Staatsbürgerschaft, Integration, Energie, Hochbau- und Gebäudewirtschaft sowie Maschinenbau und Elektrotechnik wird also der Hohenemser Vizebürgermeister und FPÖ-Klubobmann im Landtag. Klien ist 48 Jahre alt und studierte Betriebliches Projekt- und Prozessmanagement an der Fachhochschule Vorarlberg. Bis 2024 war er bei ThyssenKrupp beschäftigt. Seit 2010 sitzt er in der Hohenemser Stadtvertretung, seit 2025 ist er zudem Vizebürgermeister. Diese Ämter gibt er nun ab. Wer ihm in Hohenems nachfolgt, stehe noch nicht fest, berichtet Klien.

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Christof Bitschi bekommt einen neuen Sitznachbarn. Daniel Allgäuer geht, Klien kommt. VN/Steurer

Durch den Wechsel Kliens in die Landesregierung ändert sich auch einiges im FPÖ-Landtagsklub. Manfred Vogt, Bürgermeister in Übersaxen, wird neuer FPÖ-Klubobmann. Dem Vernehmen nach, weil der Mittelberger Bürgermeister Joachim Fritz abgesagt hatte. Vogt bleibt Bürgermeister, wird aber seinen Beruf als ITler in der Privatwirtschaft aufgeben. “Mit dem Aufstieg kommt auch immer Verantwortung. Ich hoffe, ich werde der Verantwortung gerecht”, betont er im VN-Gespräch. Er wolle seine Agenden im Bereich Gemeinden und Digitalisierung jedenfalls behalten und freue sich auf die neue Aufgabe.

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Der neue FPÖ-Klubobmann Manfred Vogt.VN/Stiplovsek

Es wird auch ein neues Gesicht im Landtag geben: Der Lustenauer Vizebürgermeister Martin Fitz rückt in den Landtag nach. “Es wird eine tolle Aufgabe”, ist er überzeugt. Er sei am Dienstag von diesem bevorstehenden Wechsel informiert worden, habe aber nicht lange überlegen müssen. “Ich bin damals für ein Landtagsmandat angetreten, weil es im Land einiges umzusetzen gibt.”

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Martin Fitz wird neuer FPÖ-Landtagsabgeordneter.VN/stiplovsek

Auch die Opposition lobt Allgäuer. Die Vorarlberger Grünen bedauern Allgäuers Rücktritt. “Mit Daniel Allgäuer verliert diese Landesregierung jene Person, die am meisten für Offenheit und Mitgestaltung gestanden ist”, sagt Klubobmann Daniel Zadra. Er habe stets die Opposition eingebunden. SPÖ-Klubobmann Mario Leiter bedankt sich: “Daniel Allgäuer hat in seinen Ressorts viel politischen Einsatz an den Tag gelegt. Das ist ihm hoch anzurechnen.” Aber Gesundheit und Familie gingen natürlich vor.

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Mit Allgäuers Nachfolger ist die Opposition weniger zimperlich. “Mit dem Rücktritt verliert die schwarz-blaue Landesregierung ihr energiepolitisches Gewissen, und es ist zu befürchten, dass diese Regierung nun noch mehr von oben herab über die Köpfe hinweg entscheiden wird”, befürchtet Zadra. Und Leiter erhofft sich von Markus Klien mehr Engagement im Landtag. “Gerade in seinem bisherigen Amt als Klubobmann ist Markus Klien nicht unbedingt durch wortstarke oder einprägsame Diskussionsbeiträge aufgefallen. Angesichts der wichtigen Zuständigkeit im Sicherheitsbereich wird es da in Zukunft deutlich mehr Einsatz von ihm brauchen.”