Warum in Ludesch jetzt eine Zelt-Burg wächst

Zum 80. Jubiläum bauen die Pfadfinder Ludesch etwas Besonderes: Zwei Jahre lang wurde geplant, nun entsteht neben dem Feuerwehrhaus eine Jurtenburg. Was die Besucher beim Jubiläumsfest sonst noch erwartet.
Ludesch Die Ludescher Pfadfinder feiern ihr 80-jähriges Vereinsjubiläum am 21. und 22. Juni unter dem Motto “Mir lons röcha” in einem Jurtendorf auf der Wiese neben dem Feuerwehrhaus.
Sechs Arbeitsteams, bestehend aus Funktionären, Jugendleitern und dem Elternrat, organisierten zwei Jahre lang das Jubiläumsfest. Zur Wahl standen damals ein Festwochenende oder ein Schaulager. Man entschied sich für das Festwochenende, auch weil bereits zum 70-jährigen Jubiläum ein Schaulager veranstaltet worden war. Jedes Team übernahm einen eigenen Aufgabenbereich. Insgesamt wirkten 25 Personen an der Organisation des Festes mit, darunter Obmann Elias Raich und der Organisationsleiter des Jubiläumsfestes, Samuel Pircher. Je näher das Fest rückte, desto häufiger traf man sich zu Besprechungen.

Die Jurtenburg ist aufwendig zu errichten. Am Donnerstag begannen die Pfadfinder mit dem Aufbau. Eine Jurte ist ein Zelt in achteckiger Form. Bei der Bühne wurde eine doppelstöckige Jurte errichtet, der sogenannte Dom. Insgesamt wurden sechs Jurten miteinander verknüpft. So entsteht ein großer Raum. In der Mitte halten Stangen die Konstruktion zusammen. Während diese aufgestellt werden, wird gleichzeitig das Dach angehoben. Zum Schluss werden die Seitenwände eingezogen.


Zwei Tage Programm
Am Samstagvormittag werden die letzten Arbeiten erledigt, sodass ab 14 Uhr das Programm starten kann. An verschiedenen Stationen können Vereine und Pfadfinder gegeneinander antreten. Doch auch auswärtige Besucher und Familien sind willkommen, die nach dem offiziellen Wettkampf ebenfalls ihr Geschick an den Stationen unter Beweis stellen können. Unter anderem gilt es, mit einer Wasserspritzpistole kleine Kerzen zu löschen. Der Abend ist den Pfadfindern, ihren Eltern und geladenen Gästen vorbehalten.
Am Sonntag findet ab 10 Uhr ein Frühschoppen mit der Harmoniemusik Ludesch statt. Bei der Tombola zwischen 13 und 14 Uhr winken Hauptpreise wie ein Grill in der Schubkarre und ein Flug mit Wucher Helicopter. Zu den Sponsoren zählen unter anderem die E-Werke Frastanz, Jenewein Mechatronik, Stolz und die Raiffeisenbank. Zu essen gibt es Grillspezialitäten und Pommes.

Samuel Pircher, der als Projektmanager in der IT-Branche arbeitet, schätzt vor allem die Gemeinschaft bei den Pfadfindern. “Und mein Wissen den Kindern weiterzugeben und sie dafür begeistern zu können”, ergänzt er. Gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen und “Sachen zu erleben”, sei im digitalen Zeitalter sehr wichtig. Im Lager herrscht Handyverbot. Lediglich 20 Minuten pro Tag dürfen die Kinder ihr Handy nutzen. “Das Handy wird für die Kinder nicht mehr so wichtig. Sie fragen gar nicht mehr nach dem Handy”, erzählt der 26-Jährige. Übernachtet wird in Zelten, gekocht über offenem Feuer.
Kinderanzahl bleibt konstant
Am 11. Juli 1946 gründeten Christian Vinzenz sowie die Brüder Quido und Egon Ammann die örtliche Pfadfindergruppe. In dieser Gemeinschaft haben seither zahlreiche Kinder und Jugendliche unzählige Stunden mit spannenden Herausforderungen und geselligen Spielen verbracht. Rund 100 Mitglieder gehören den Pfadfindern Ludesch an. Die Gruppe umfasst Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren, wobei die Anzahl der Kinder in den vergangenen Jahren konstant geblieben ist.
Samuel Pircher ist seit 2008 bei den Pfadfindern. Über seinen Cousin trat er dem Verein bei. Pircher stammt aus Bürs und lebt derzeit in Wien. Für die Sommer- und Wochenendlager kommt er jedoch gerne nach Ludesch. “Ich bin gerne draußen”, sagt er.