“Ich wollte nicht sterben – mein Kind brauchte mich noch”

Susanne Prantl (64) überstand im Jahr 2009 eine Brustkrebserkrankung. Zehn Jahre später kam der Krebs zurück.
Dornbirn Das Leben schenkte Susanne Prantl (64) Licht und Schatten. Als junge Frau sehnte sich die Dornbirnerin nach einem Kind. “Aber der Frauenarzt sagte, dass ich keine Kinder bekommen kann.” Um ihren Kinderwunsch zu verwirklichen, unterzog sie sich einer künstlichen Befruchtung. Doch diese scheiterte. Nun dachte die Kindergartenassistentin an Adoption. “Aber bei der Bezirkshauptmannschaft sagte man mir, dass es lange Wartezeiten gebe.” Die Hoffnung auf ein Kind blieb.

Zwei Jahre nach ihrer Anfrage, im August 1995, bekam sie einen Anruf von der BH. “Wir haben ein kleines Mädchen für Sie”, hieß es von dort. Prantl konnte ihr Glück kaum fassen. Der 8. August 1995 war für sie der schönste Tag ihres Lebens. An diesem Tag konnte sie das vier Tage alte Baby in ihre Arme schließen. Teresa, die im Mutterleib fast verhungert wäre, entwickelte sich gut bei Prantl. “Ich habe Teresa verwöhnt und sie mit Liebe überschüttet.” Als diese neun Jahre alt war, trennten sich ihre Eltern. “Von da an musste ich alles allein stemmen”, erzählt Prantl.

Im Jahr 2009 wurde die Mutter von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. “Ich entdeckte einen Knoten in meiner linken Brust. Er stellte sich als bösartig heraus.” Die Diagnose Brustkrebs war ein Schock und zog ihr den Boden unter den Füßen weg. “Ich dachte an meine Tochter, die damals erst 13 Jahre alt war. Ich wollte nicht sterben. Mein Kind brauchte mich doch noch.” Nach zwei Operationen, 34 Bestrahlungen und einer Hormontherapie war Prantl krebsfrei. Ihr tiefer Glaube gab ihr in dieser schweren Zeit Halt. “Ich rede jeden Tag mit Gott. Er ist in mir und ich bin in ihm.” Der Tumor lehrte sie Selbstfürsorge. “Ich hatte mich selbst vergessen und musste mich mehr um mich selbst kümmern.” Nun machte sie das, was ihr Freude machte und guttat. “Ich bin wandern und Rad fahren gegangen und in den Urlaub gefahren. Ich genoss das Leben und war jeden Tag dankbar, dass ich leben durfte.”

Zehn Jahre später, im Jahr 2019, wurde ihr abermals drastisch vor Augen geführt, dass jeder neue Tag ein Geschenk ist. Denn der Krebs war zurückgekommen. “Ich war wütend und traurig und dachte mir: ‚Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht?‘” Und wieder musste sie sich zwei Operationen und einer Strahlentherapie unterziehen. Ihre Hinwendung zu Gott gab ihr die Kraft, nicht zu verzweifeln und weiterzukämpfen. “Ohne Gott und Jesus hätte ich nicht überlebt”, ist sie sich sicher. Heute schätzt die 64-Jährige das Leben immens. “Jeder neue Tag ist ein Wunder. Ich danke dem Herrn jeden Tag, auch dafür, dass er mir zwei wunderbare Enkel geschenkt hat.”