Kreisverkehr als Zukunftsprojekt: Moderne Technik unter der Ringstraße

Heimat / 29.06.2026 • 11:16 Uhr
Rankweil wird ab 6. Juli mehrere Monate zur Großbaustelle.
Rankweil wird ab dem 6. Juli für mehrere Monate zur Großbaustelle. Thomas Knobel

Entstehung moderner Wassertechnik und Versorgungsleitungen für die Zukunft.

Rankweil Mit dem Baustart am 6. Juli beginnt in Rankweil der Neubau des Kreisverkehrs an der Kreuzung Stiegstraße/Alemannenstraße. Bis Mitte September wird einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Marktgemeinde umfassend umgestaltet. Das Bauvorhaben wird gemeinsam vom Land Vorarlberg und der Marktgemeinde Rankweil umgesetzt, da die Ringstraße als Landesstraße eingestuft ist. Ziel ist es, den Verkehrsfluss nachhaltig zu verbessern und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Vizebürgermeister Johannes Herburger sieht darin jedoch weit mehr als ein klassisches Straßenbauprojekt.

Kreisverkehr Nord wird gebaut.
Kreisverkehr Nord wird gebaut.

“Der Kreisverkehr ist das, was man später sieht. Das eigentlich Spannende entsteht aber unter der Erde”, erklärt Herburger. Im Bereich vor der Fahrschule Drexel wird eine neue Grüninsel errichtet, die künftig ein sicheres Queren der Fahrbahn ermöglicht. Unter dieser Grüninsel entsteht gleichzeitig eine groß dimensionierte Versickerungsanlage, die Berg- und Oberflächenwasser aufnehmen wird. Während der Bauarbeiten werde deshalb ein entsprechend großes Baufeld notwendig sein.

Katharina Wöß-Krall steht ganz klar hinter diesem Bauprojekt.
Katharina Wöß-Krall steht ganz klar hinter diesem Bauprojekt.

Das anfallende Regenwasser wird künftig nicht mehr direkt in den Kanal oder in den Mühlbach geleitet. Stattdessen gelangt es zunächst in die unterirdische Anlage, wo es von Verunreinigungen wie Reifenabrieb und anderen Schmutzstoffen gereinigt wird. Erst danach versickert das Wasser kontrolliert im Boden. “Dieses Prinzip nennt sich Schwammstadt. Der Boden soll Wasser wie ein Schwamm aufnehmen und speichern, anstatt es sofort abzuleiten”, erläutert Herburger. Damit werde ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Regenwasser geleistet und gleichzeitig die Kanalisation sowie der Mühlbach deutlich entlastet.

Gerade Starkregenereignisse stellten Gemeinden zunehmend vor Herausforderungen. Deshalb sei es notwendig, moderne Lösungen umzusetzen, die Wasser möglichst dort zurückhalten, wo es anfällt. “Die bisherige Lösung war einfach nicht mehr zeitgemäß. Das Oberflächenwasser ist entweder im Kanal oder im Mühlbach gelandet. Beides braucht diese zusätzlichen Wassermengen eigentlich nicht”, sagt Herburger. Mit der neuen Anlage werde das Wasser gereinigt und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Johannes Herburger spricht Klartext.
Johannes Herburger spricht Klartext.

Im Zuge der Bauarbeiten wird die bestehende Trinkwasserinfrastruktur modernisiert. Die Wassergenossenschaft nutzt die Gelegenheit, um alte Leitungen auszutauschen und die Versorgung langfristig abzusichern. “Wenn wir die Straße ohnehin öffnen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auch die Leitungen zu erneuern. Die bestehenden Wasserleitungen sind in die Jahre gekommen. Deshalb ist diese Baustelle keine unnötige Straßensanierung, sondern eine wichtige Investition in unsere technische Infrastruktur”, betont Herburger.

Der Baustart wurde bewusst auf die Sommerferien gelegt, da in dieser Zeit das Verkehrsaufkommen geringer ist. Trotzdem wird es während der Bauphase zu Einschränkungen kommen. Bereits im Vorfeld werden der überregionale Verkehr und insbesondere der Schwerverkehr über die Sperren informiert. Für Lastkraftwagen gilt im betroffenen Bereich ein Durchfahrtsverbot, um das Ortsgebiet möglichst wenig zusätzlich zu belasten. Innerhalb Rankweils wird der Verkehr über ausgeschilderte Umleitungsstrecken geführt. Nach Abschluss der Arbeiten soll der neue Kreisverkehr nicht nur für einen flüssigeren Verkehr sorgen, sondern mit der Wasserbewirtschaftung und der erneuerten Infrastruktur einen langfristigen Mehrwert für die Gemeinde schaffen. VN-TK