WM 2027 im Montafon: Warum für Regina Wohlgenannt jetzt die heiße Phase beginnt

Als Venue Managerin organisiert sie den Slopestyle-Bewerb bei der WM 2027. Welche Herausforderungen dabei auf sie warten, erzählt sie im Gespräch mit den VN.
Schruns Noch 248 Tage bis zur WM 2027 im Montafon. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Für Regina Wohlgenannt beginnt jetzt die heiße Phase. Sie ist eine von sechs Venue Managern im Montafon und noch dazu die einzige Frau. Im Valisera-Skigebiet organisiert sie den Slopestyle-Bewerb.
Nach den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen (EYOF) 2015 wollte Christian „Chisi“ Speckle ein noch größeres Event ins Montafon holen. So entstand vor zehn Jahren die Idee, die Ski Freestyle & Snowboard WM im Montafon auszutragen. Der Österreichische Skiverband (ÖSV) gab grünes Licht für die Bewerbung bei der FIS. Am 26. Mai 2022 folgte die Zusage.

Regina Wohlgenannt lernte Chisi Speckle 2012 beim ersten Snowboardcross-Weltcup im Montafon kennen. Damals war sie Marketingleiterin bei der Silvretta Montafon und für die Events verantwortlich. Als Chisi Speckle, Projektleiter der WM 2027, mit den Planungen begann, war für Regina Wohlgenannt klar: „Ich muss dabei sein, denn so eine WM kommt nie wieder. Für mich ist es eine einmalige Chance, bei einem Event dieser Größenordnung in meiner Heimat Verantwortung zu übernehmen.“ Sie selbst ist begeisterte Freeriderin und veranstaltet jedes Jahr die Powder Days am Grasjoch.

Mitten im Geschehen sein
Als Venue Managerin schafft Regina Wohlgenannt „perfekte Rahmenbedingungen für die Athleten und Besucher“ und sorgt dafür, dass vor Ort alles reibungslos abläuft. In dieser Funktion kann sie ihre Leidenschaften und Stärken ideal verbinden: den Sport, die Berge und die Organisation. „Ich liebe es, mitten im Geschehen zu sein und Verantwortung zu übernehmen. Vor Ort das Ruder zu übernehmen bedeutet für mich, mittendrin statt nur dabei zu sein. Genau das hat mich von Anfang an begeistert.“

Sie organisiert die Infrastruktur wie Medical Center, Besprechungsräume, Technik und Verpflegungsstationen. „Wenn es mich nicht braucht, läuft alles gut“, beschreibt sie ihren Anspruch als Verantwortliche vor Ort. Die größte Herausforderung sei die Koordination der vielen Beteiligten – vom internationalen Skiverband über Sicherheitsdienste bis hin zu Technikteams, Gastronomie und Medien. „Alle müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das erfordert viel Abstimmung“, sagt die 43-Jährige. „Ich arbeite mit vielen Profis zusammen. Das muss wie ein Puzzle zusammenpassen.“

“Kein Tag ist wie der andere”
„Gleichzeitig müssen wir extrem flexibel auf wetterbedingte Änderungen reagieren können.“ Wichtig sei außerdem, die Helfer vor Ort zu motivieren und koordinieren. „Ohne sie würde so ein Event gar nicht funktionieren“, meint die Schrunserin. „Genau das macht für mich auch den Reiz aus: Kein Tag ist wie der andere. Man muss ständig mitdenken, und ohne ein starkes Team geht gar nichts.“

Um sich ein Bild von den Aufgaben einer Venue Managerin in der Disziplin Slopestyle zu machen, schaute Wohlgenannt heuer dem Venue Manager in St. Moritz über die Schulter. Bei der WM in St. Moritz konnte sie hautnah erleben, welche „unglaubliche Atmosphäre“ ein solches Event schafft. „Sportliche Höchstleistungen und emotionale Wettkämpfe sorgen für Gänsehautmomente. Dazu kommt die internationale Stimmung mit Athleten und Fans aus der ganzen Welt.“

Je näher die WM rückt, desto zeitintensiver wird ihre Arbeit. Da sie selbstständig im Bereich Event- und Projektmanagement tätig ist, kann sie sich ihre Zeit flexibel einteilen. Der Slopestyle-Bewerb findet bei der Sonnenbahn statt. „Das wird cool“, freut sich Regina Wohlgenannt auf das Event. Beim Slopestyle geht es nicht um die Zeit, sondern um Kreativität. Bewertet werden die Schwierigkeit der Sprünge und deren saubere Ausführung.