Kompakte Evolution

Der BYD Dolphin G macht die Plug-in-Technik zum leistbaren Angebot in der Kompaktklasse.
BYD Mit dem Dolphin G bringt BYD erstmals ein Modell, das sich direkt mit dem VW Golf anlegt – der kompakte Fünftürer ist nur eine Handbreit kürzer als der deutsche Bestseller, bietet mit 425 bis 1225 Litern aber deutlich mehr Kofferraumvolumen – und mit seinem schlau konzipierten Plug-in-Antrieb eine echte Antriebsalternative ohne Reichweitenangst. Hier feiert bereits die fünfte Generation des dualen Systems der China-Marke mit 1,5 Liter Benziner und E-Motor Premiere. Bei den Aggregaten, beim Getriebe, Akku, Thermomanagement und bei der Software wurden dafür großflächig Neuerungen im Dienste der Effizienz umgesetzt. Im ersten Test erreichte der Dolphin G bei einem ausgewogenen Mix aus Autobahn, Landstraße und Stadt ohne jedes Bemühen einen Durchschnittsverbrauch von 4,4 Liter je hundert Kilometer. Wer es darauf anlegte, konnte ihn sogar auf 3,8 Liter drücken – dies jeweils bei einem Akku-Ladestand von 20 Prozent und im Vollhybridbetrieb, der hier somit reuelos ohne Aufladen zwischendurch möglich ist. Wer die elektrische Kapazität des Dolphin G ausnützt, kommt laut Katalog mit dem größeren Akku, der ab der Ausstattung Boost an Bord ist, emissionsfrei 105 Kilometer weit. Der Praxiswert liegt bei gut 90 Kilometern, auch die 1025 Kilometer Gesamtreichweite sind mit geringen Abstrichen realistisch.

Beim Design orientiert sich der Dolphin G am gängigen BYD-Look mit freundlichem Gesicht und gefälligen Rundungen. Neu ist hier das sogenannte “Floating Roof”, ein Effekt, der durch die über die C-Säule geführte, abgedunkelte Seitenverglasung erzielt wird, weil das in Wagenfarbe lackierte Dach darauf zu schweben scheint. Im Innenraum herrscht die übliche BYD-Aufgeräumtheit mit einer Analog-Tastenreihe der Mittelkonsole für die Basisfunktionen, alles andere ist über den Touchscreen bedienbar. Mit 12,8 Zoll Diagonale ist der Infotainment-Screen unaufdringlich, aber ausreichend bemessen. Auf das frühere Alleinstellungsmerkmal des drehbaren Displays verzichtet BYD mittlerweile.

Wie schon bei seinem großen Bruder Seal 6 handelt es sich beim Dolphin G um ein ausschließlich für den europäischen Markt konzipiertes Modell. Fahrdynamisch unterstreicht er das mit einer straffen, aber harmonischen Abstimmung. Auch die Lenkung ist direkt und präzise ausgeführt, es mangelt aber dennoch nicht an komfortablem Fahrgefühl. Mit 212 PS kombinierter Systemleistung ist der Dolphin G agil unterwegs, besonders auffällig ist der sanfte, aber extrem flinke Wechsel zwischen den Betriebsarten des Plug-in-Systems.
Den Listenpreislockvogel mit voraussichtlich geringem Anteil an den künftigen Verkäufen macht die Ausstattung Active mit 7,4 kWh Akku und 40 km E-Reichweite ab 20.680 Euro inklusive aller Boni. Das Hauptvolumen ist für die beiden Varianten Boost und Comfort zu erwarten, die mit der 18,3 kWh-Batterie technisch identisch sind und sich nur im Umfang der gewohnt großzügig verteilten Komfortfeatures unterscheiden. Bei Inanspruchnahme aller Prämien bietet BYD diese Modelle mit 24.680 und 26.180 Euro zu echten Kampfpreisen an. PAB
Fakten und Daten
BYD Dolphin G DM-i
Motor/Antrieb: 1,5 Liter Benzinmotor und E-Motor; kombinierte Systemleistung 212 PS; LFP-Akku mit 7,4/18,3 kWh netto, Vorderradantrieb; Hybrid-Automatik; L/B/H 4160/1825/1575 mm; ab 1440/1555 kg
Fahrleistungen/Verbrauch: 0–100 km/h 8,3 Sek., Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, Verbrauch 2,6/1,4 l (Hybrid-Betrieb 4,3/4,5 l)/100 km, CO2 60/32 g/km.
Preis: ab 20.680 Euro